EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Verseuchter Treibstoff: Die Pest im Diesel, Teil 1
Was man über Mikroben im Treibstoff und deren meist unangenehme Folgen wissen sollte, verrät KARL SPINDLER (mit freundlicher Genehmigung der Yachtrevue / Österreich)
1989 machte sich dieses Phänomen erneut in großem Umfang bemerkbar, als offensichtlich verunreinigter Diesel die Busse in einer europäischen Hauptstadt lahmlegte. Die Misere dauerte fünf Monate, ehe man dem „Täter“ endgültig auf die Spur kam und herausfand, daß eine mikrobakterielle Verunreinigung des zentralen Tanklagers Schuld an diesem Desaster hatte. Was bis dahin niemand glauben konnte, wurde nun bestätigt: In und vom Diesel können – winzig kleine – Organismen leben. Die große Wirkung dieser kleinen „Tierchen“ bekamen schließlich auch die Sportbootfahrer zu spüren. Im vergangenen Jahr wechselte der Eigner der Kärntner Yacht Pontiki seinen Dieselfilter und zog daraus einen schleimigen Zopf. Ähnliches erlebten die Skipper der Hallberg Rassy 352 Melan und der Bayliner 33 Selecta. Alle drei Boote liegen übrigens in derselben Marina in Istrien. Das Problem ist im Yachtsport jedoch nicht neu; der Motor einer deutschen Hallberg Rassy 42 wurde innerhalb von drei Jahren gleich zweimal wegen verstopfter Leitungen stillgelegt. Vom Diesel leben sie, im Wasser vermehren sie sich
Als sich die Wissenschaft näher mit den unerfreulichen Quälgeistern
beschäftigte, wurde herausgefunden, daß das Wasser auch in dieser sonderbaren
Spielart des Lebens eine übergeordnete Rolle spielt. Es steht mittlerweile fest,
daß ein Mikroorganismen-Befall nur dann möglich ist, wenn sich Wasser in den
Tanks befindet. Das Wasser, das auf unterschiedliche Art in den
Treibstoffbehälter gelangen kann (z. B. als Kondenswasser durch tag- und
nachtbedingte Temperaturunterschiede im Tank), lagert sich, da es schwerer als
Diesel ist, größtenteils am Boden ab. Gelangen mit dem Treibstoff oder Wasser
eingeschleppte Pilze oder Bakterien an die Grenzschicht zwischen Diesel und
Wasser, finden sie ideale Lebensbedingungen vor. Zahlreiche Mikroorganismen
leben sozusagen vom Treibstoff: Sie sind in der Lage, Mineralölprodukte
biologisch zu oxydieren, brauchen jedoch das Wasser, da sie nur dort Keime
bilden können. Wie in vielen Bereichen der Biologie spielt dabei die Temperatur
eine wichtige Rolle: 30 bis 40 Grad sind für ein rasches Wachstum (=
Vermehrung) ideal, und das ist auch einer der Gründe, warum verseuchter
Diesel eher ein Problem des Mittelmeeres als eines der Ost- und Nordsee ist.
Neben dem Verstopfungsproblem geht von den ungebetenen Gästen jedoch
noch eine andere Gefahr aus, nämlich die „mikrobakterielle Korrosion“, die
nicht durch die Bakterien selbst, sondern durch deren Stoffwechselprodukte
erzeugt wird. Es handelt sich dabei um aggressiven Schwefelwasserstoff, der
beispielsweise die Aluminiumkolben eines Schiffsdiesels angreift und à la
longue zerstört. Kampf den Mikroben
Die Handbücher der Motorenhersteller raten zum Tanken von sauberem und
wasserfreiem Treibstoff der Qualität soundso. Die Erfinder solch schlauer Tips
sollte man kielholen, denn wer kann sich auf Törn schon die Tankstelle
aussuchen oder gar in die Lagertanks sehen? Radikalkuren und Dieselzusätze
Preise und Adressen MAR 71 0,5 l öS 114,– 10,0 l öS 1.860,– Vertrieb: Castrol, 2351 Wr. Neudorf, Industriezentrum NÖ-Süd, Straße 6, Objekt 17, Tel.: 02236/695-2133 (Ing. Spatzierer) DK plus 1,0 l öS 365,– Vertrieb: Yachtservice Riedl, 9073 Klagenfurt/Viktring, Adi-Dassler-Gasse 5, Tel.: 0463/28 10 56 Diesel plus 0,5 l öS 225,– Vertrieb: Marine Service, 1070 Wien, Kaiserstraße 17, Tel.: 01/523 37 35 und Yacht-Sport W. Strobl, 5020 Salzburg, Hellbrunner Straße 7 b, Tel. 0662/84 06 58 Bio Guard Fuel Microbiocide 0,5 l öS 298,– Guard Marine Diesel Additiv 1,0 l öS 249,– Beide Produkte im Set kosten öS 490,– Vertrieb: Yachtingcenter, 8112 Gratwein, Stallhofstraße 31, Tel.: 03124/515 01 und 0664/338 06 35 Diesel Fuel Water Absorber 0,5 l öS 195,– Hartmann & Ascherl, 6971 Hard, Hafenstraße 5, Tel.: 05574/731 17
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