EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Vom Diesel leben sie, im Wasser vermehren sie sich
Als sich die Wissenschaft näher mit den unerfreulichen Quälgeistern
beschäftigte, wurde herausgefunden, daß das Wasser auch in dieser sonderbaren
Spielart des Lebens eine übergeordnete Rolle spielt. Es steht mittlerweile fest,
daß ein Mikroorganismen-Befall nur dann möglich ist, wenn sich Wasser in den
Tanks befindet. Das Wasser, das auf unterschiedliche Art in den
Treibstoffbehälter gelangen kann (z. B. als Kondenswasser durch tag- und
nachtbedingte Temperaturunterschiede im Tank), lagert sich, da es schwerer als
Diesel ist, größtenteils am Boden ab. Gelangen mit dem Treibstoff oder Wasser
eingeschleppte Pilze oder Bakterien an die Grenzschicht zwischen Diesel und
Wasser, finden sie ideale Lebensbedingungen vor. Zahlreiche Mikroorganismen
leben sozusagen vom Treibstoff: Sie sind in der Lage, Mineralölprodukte
biologisch zu oxydieren, brauchen jedoch das Wasser, da sie nur dort Keime
bilden können. Wie in vielen Bereichen der Biologie spielt dabei die Temperatur
eine wichtige Rolle: 30 bis 40 Grad sind für ein rasches Wachstum (=
Vermehrung) ideal, und das ist auch einer der Gründe, warum verseuchter
Diesel eher ein Problem des Mittelmeeres als eines der Ost- und Nordsee ist.
Neben dem Verstopfungsproblem geht von den ungebetenen Gästen jedoch
noch eine andere Gefahr aus, nämlich die „mikrobakterielle Korrosion“, die
nicht durch die Bakterien selbst, sondern durch deren Stoffwechselprodukte
erzeugt wird. Es handelt sich dabei um aggressiven Schwefelwasserstoff, der
beispielsweise die Aluminiumkolben eines Schiffsdiesels angreift und à la
longue zerstört.
Wer sich in den Motorenwerkstätten im Umkreis großer Marinas umsieht, wird
solche Korrosionsbeispiele finden. Peppi, Inhaber einer Bootsmotoren-Werkstatt
in Lignano, warnte schon vor Jahren seinen Kunden vor billigem Diesel, den er
als „merda“ bezeichnete. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Diesel, der mit
Wasser und Mikroben kontaminiert ist, wird trübe und entspricht nicht mehr
den spezifischen Anforderungen. Im Laufe des Wachstums der
Mikroorganismen bilden sich zähflüssige Produkte, die sich in Leitungen und
Filtern festsetzen. In vielen Fällen werden auch die Tankwände von den
Mikroben befallen. Dies wird meist übersehen, weshalb ein Leerfahren (oder
Auspumpen) des Tanks nichts fruchtet. Wenn gegen diesen Keimbelag nichts
unternommen wird, wird von dort immer wieder eine Verseuchung ausgehen.
Nicht gewartete oder veraltete Lagersysteme und Tankstellen stellen immer ein
großes Risiko dar. Der trübe, verseuchte Diesel wurde übrigens 1995 in der Adria getankt.
Kampf den Mikroben
Die Handbücher der Motorenhersteller raten zum Tanken von sauberem und
wasserfreiem Treibstoff der Qualität soundso. Die Erfinder solch schlauer Tips
sollte man kielholen, denn wer kann sich auf Törn schon die Tankstelle
aussuchen oder gar in die Lagertanks sehen?
Zur Vorbeugung bieten sich drei Möglichkeiten an:
1. Die Montage eines wirkungsvollen Vorfilters mit Wasserabscheider in der
Brennstoffleitung (womöglich mit Schauglas, um eventuelle Verunreinigungen
gleich optisch wahrnehmen zu können).
2. Mindestens einmal im Jahr den Bodensumpf aus dem Tank abpumpen
(was in der Praxis auf den meisten Yachten jedoch nicht leicht realisierbar ist).
3. Beim Tanken einen Zusatz von Bioziden, Bakteriziden oder Fungiziden
beimischen.
Bei einem 150-Liter-Tank reicht besipielsweise bereits ein 1/8-Liter Additiv als
Prophylaxe, bei manchen Produkten sogar noch weniger. Das Beimischen ist
also keine Kostenfrage, weshalb es sich in Gegenden, wo „zweifelhafter Diesel“
befürchtet wird, auf jeden Fall lohnt.
Radikalkuren und Dieselzusätze
P. S.: Nur mit MAR 71 ist neben der vorbeugenden Wirkung auch ein sofortiges Killen der Mikroben in einem bereits verseuchtem Tank möglich. Alle anderen Produkte sind Diesel-Additive mit einem vorbeugenden Wirkstoff, der das Entstehen von Bakterien und Pilzen im Dieseltank verhindert.
Preise und Adressen
MAR 71 0,5 l öS 114,– 10,0 l öS 1.860,– Vertrieb: Castrol, 2351 Wr. Neudorf, Industriezentrum NÖ-Süd, Straße 6, Objekt 17, Tel.: 02236/695-2133 (Ing. Spatzierer)
DK plus 1,0 l öS 365,– Vertrieb: Yachtservice Riedl, 9073 Klagenfurt/Viktring, Adi-Dassler-Gasse 5, Tel.: 0463/28 10 56
Diesel plus 0,5 l öS 225,– Vertrieb: Marine Service, 1070 Wien, Kaiserstraße 17, Tel.: 01/523 37 35 und Yacht-Sport W. Strobl, 5020 Salzburg, Hellbrunner Straße 7 b, Tel. 0662/84 06 58
Bio Guard Fuel Microbiocide 0,5 l öS 298,– Guard Marine Diesel Additiv 1,0 l öS 249,– Beide Produkte im Set kosten öS 490,– Vertrieb: Yachtingcenter, 8112 Gratwein, Stallhofstraße 31, Tel.: 03124/515 01 und 0664/338 06 35
Diesel Fuel Water Absorber 0,5 l öS 195,–
Hartmann & Ascherl, 6971 Hard, Hafenstraße 5, Tel.: 05574/731 17
Firma Schülke & Mayr GmbH, Norderstedt
SCHÜLKE & MAYR GMBH
D-22840 Norderstedt
Tel.: +49 40 521 00 - 0
Fax: +49 40 521 00 - 244
Dieselpest Teil 2