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Was ist Schweröl?





Der im November 2002 vor Spanien gesunkene Tanker «Prestige» hatte Schweröl geladen, mehr als 70.000 Tonnen davon. Unter Umweltschützern hat der Stoff einen anderen Namen: Abfall. In der Tat ist Schweröl ein Produkt, das bei der Verarbeitung von Rohöl übrig bleibt. In altmodischen Raffinerien entsteht nach Brancheninformationen aus dem Crude genannten Öl 20 Prozent Benzin, 40 Prozent Heizöl und Diesel. 40 Prozent bleiben übrig als Schweröl, auch genannt schweres Heizöl oder Bunkeröl.

Schweröl wird verbraucht zur Befeuerung von Kraftwerken, von Industrieanlagen, vor allem aber im Antrieb von Schiffen. Umweltschützer können den Stoff nicht leiden, weil bei der Verbrennung deutlich mehr Abgase entstehen als etwa bei Benzin oder Diesel. Im Hamburger Hafen zum Beispiel stehen über den Schornsteinen der Frachter vor dem Auslaufen oft große dunkle Wolken. Was den Touristen malerisch maritim erscheint, sagt dem Fachmann, dass die Schiffsmaschine anläuft und beim Beschleunigen das Öl besonders unsauber verbrennt.

Die deutsche Mineralölindustrie hat sich aus dem Geschäft mit dem billigen Schweröl weitgehend abgemeldet: Von den 128 Millionen Tonnen Ölprodukte, die 2001 im Inland abgesetzt wurden, waren 6,9 Millionen Tonnen Schweröl. Strenge Umweltauflagen haben den industriellen Einsatz der dunklen zähflüssigen Masse weitgehend beendet. Die Mineralölfirmen haben Millionen investiert, um den Anteil des Schweröls zu drücken und dem Rohstoff mehr teures Benzin und Diesel abzupressen. «In unseren deutschen Raffinerien fällt gar kein Schweröl mehr an», berichtet Karl-Heinz Schult-Bornemann von Esso.

Anders die Lage in der Schifffahrt: Nur rund 130 Dollar kostet eine Tonne Bunkeröl, wie das Schweröl in der Hafensprache genannt wird. Pro Liter sind das etwa 13 Cent, Preise von denen der Autofahrer träumt. Selbst Rohöl ist teurer.

Indirekt profitiert der deutsche Verbraucher vom billigen Schiffssprit: Der Transport eines Containers von Hongkong um die halbe Welt nach Hamburg kostet bei der Reederei Hapag-Lloyd 450 Dollar. Ein Umzug innerhalb einer Großstadt ist teurer.

Und anders als bei Autos gibt es auf See keine Vorschriften über den Schadstoffausstoß. Erst in anderthalb Jahren sollen Regeln der International Maritime Organization in Kraft treten. Weiterer Umweltärger: Damit Schweröl in die Maschine fließen kann, muss die zähe Masse aufgeheizt und gefiltert werden. Es entsteht ein Schlamm-Rückstand (»Sludge»), der gerne auf hoher See entsorgt wird. So wollen manche Reeder die Entsorgungsgebühren sparen.

Schweröl an der Küste   Großbild klick!












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Schwerölmotor auf einem Tanker: 6 Zylinder, 11500 PS, Zylinderdurchmesser 0.5m, Hub 1.91m (Bild: Kubrik)
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Weblinks:
Schweröl in Wikipedia


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