Segeln / Sailing : Volvo Oceanrace Round The World 2008 - 2009
    EUROPÄISCHES SEGELINFORMATIONSSYSTEM

    Volvo Oceanrace 2008 / 2009
    Etappe 2: Kapstadt - Cochin (Indien)


    Der heutige Tag   Revierinfos: Malediven   Der Agulhasstrom   Grafik: Alle Etappen   Etappe 1   Revierbedingungen Etappe 2   Videos   Zwischenwertung  





    Lage heute, 2.12.08, 1100 Uhr   Großbild klick!
    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Am Weg
    Endlich einmal mehr Leben im Meer. Hier – 450 Meilen südlich von Indien – erwacht das Meer zum Leben und es kommen uns jede Menge Delfine besuchen. Am Vormittag hat sich eine Schule von Spinnerdolphins ums Boot herumgetrieben. Diese Delfine springen meist mit einer Schraub-Drehung aus dem Wasser und haben so ihren Namen erhalten. Am Nachmittag kamen dann etwa 20 Delfine mit rosa Bauch und einem seitlichen Streifen zum Boot, tauchten es ein paar Mal ab und verschwanden dann im Westen.

    Es ist drückend heiß. Glücklicherweise hielt der Wind über Nacht und wir haben seit dem Äquator beinahe 200 Meilen zurückgelegt. Das tut der Seglerseele sehr gut, wenn auch noch zwei schwierige Leichtwindzonen vor uns liegen. Im Moment segeln wir mit 8kn genau Richtung Cochin, wunderbar.
    Schon die letzten Tage habe ich den Himmel beschrieben, vor allem Venus und Jupiter. Heute hat sich der Mond mit seiner Sichel genau darunter gesetzt und am Himmel steht ein lachendes Gesicht. Ich bin mir sicher, so ist das eine Jahrhundertkonstellation. Wir haben diskutiert ob uns der Mond anlächelt oder uns auslacht, sind uns aber sicher dass er uns anlächelt. Ein gutes Omen.

    Die 2. Etappe hätte facettenreicher nicht sein können. Leider war uns das Glück nicht hold. Gerade ist der Yachtrevue/Segelwelt Livechat zu Ende gegangen, freue mich sehr wie viele sich daran beteiligt haben. Habe mit Christian vereinbart, dass wir das auf jeder Etappe machen.
    Haben die letzten Tage geduscht mit körperwarmen Regenwasser, herrlich, wir stinken nicht. Der tropische Regen ist so intensiv, dass eine richtige Dusche möglich ist.

    hier grafiklink einsetzen
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    Die aktuellen Platzierungen:
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4	0	0	0.0
    2 Telefonica Blue	0	0	0.0
    3 Ericsson 3	0	0	0.0
    4 Puma	0	0	0.0
    5 Green Dragon	0	0	6.0
    6 Delta Lloyd	0	0	3.3
    7 Telefonica Black	0	0	0.3
    8 Team Russia	293	293	0.0
    


    Wettervorhersage für 2.12.08, 1100 Uhr bis 3.12.08 1100 Uhr: Heute OSO 3, morgen ONO 3
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute, 1.12.08, 1700 Uhr   Großbild klick!
    Alle im Ziel. Alle?
    (1.12.2008, Stand 1700 Uhr) Als Vierte kam heute Telefonica Black ins Ziel, es folgten PUMA um 12:22, Delta Lloyd um 12:29, und als Siebte Green Dragon. Jetzt ist nur noch Team Russia draussen. Die hat in den letzten 24 Stunden 147 Meilen gemacht, hängt aber jetzt schon wieder in der Flaute und dümpelt mit 1,3 Knoten vor sich hin. Noch 422 Meilen nach Cochin, ein Zaubertrank wäre jetzt gut, rudern ist nämlich erlaubt, oder doch nicht?

    "Es gab viele schwierige Situationen zu meistern in den Doldrums. Wir sind sehr froh, hier zu sein.", freute sich Skipper Grael von der Ericsson 4, der mit der optimalen Punktzahl von 26,0 die Flotte anführt.
    "Zeitweise hatten wir so wenig Wind, dass wir nach einer Parkuhr gesucht haben. Solche Flauten zehren an den Nerven", beschreibt Bekking nach der Ankunft im Zielhafen die Stimmung der Tage davor.





    Zieleinlauf Ericsson 3   Großbild klick!
    Die aktuellen Platzierungen:
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		0	0	0.0
    2 Telefonica Blue	0	0	0.0
    3 Ericsson 3		0	0	0.0
    4 Puma			0	0	0.0
    5 Green Dragon		0	0	6.0
    6 Delta Lloyd		0	0	3.3
    7 Telefonica Black	0	0	0.3
    8 Team Russia		422	422	0.0
    


    Wettervorhersage für 1.12.08, 1700 Uhr bis 2.12.08 0500 Uhr: Erste Nachthälfte 0, zweite NW 2
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute, 1.12.08, 0500 Uhr   Großbild klick!
    Ericsson 3 schleicht sich an
    (1.12.2008, Stand 0500 Uhr) Von 0 bis 10 Knoten Bootsspeed ist alles drin, allerdings bewegten sich die Loggen zum größten Teil im Bereich von 2-4 Knoten. Allerdings scheinen die Verfolger von Ericsson 3 jetzt stabilen Wind von sechs bis 8 Knoten gefunden zu haben, das ist nicht viel, ermöglicht aber immerhin Geschwindigkeiten bis zu 10 Knoten.

    Telefonica Black schaltete um 2211 Uhr auf Stealth Modus und muss spätestens kurz nach 1000 Uhr wieder auftauchen.

    Ericsson 3 hat nur noch 26 Meilen zur Ziellinie, ist aber deutlich langsamer geworden. Der Vorsprung von 51 Meilen sollte eigentlich reichen.

    Team Russia hatte in den letzten Tagen ein Etmal von cirka 100 Meilen, allerdings sind sie in den letzten Tagen langsamer geworden. Das bedeutet, dass sie bis ins Ziel noch ungefähr fünf Tage brauchen, vorausgesetzt, die windarme Wetterlage hält an. Erst für Samstag werden stabile Winde vorhergesagt ...

    Die aktuellen Platzierungen:
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		0	0	0.0
    2 Telefonica Blue	0	0	1.0
    3 Ericsson 3		26	26	4.8
    4 Puma			77	77	8.0
    5 Delta Lloyd		77	77	8.0
    6 Green Dragon		78	78	7.5
    7 Team Russia		529	529	0.0
    


    Wettervorhersage für 1.12.08, 0500 Uhr bis 1.12.08 1700 Uhr: heute vormittags E 2, nachmittags 2 Bft. drehend zwischen ESE und SW. Team Russia: W 3
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute, 30.11.08, 1700 Uhr   Großbild klick!
    Telefonica Blue im Ziel
    (30.11.2008, Stand 1700 Uhr) Während sich das Feld immer noch in drehendem Leichtwind herumplagt, hat Telefonica Blue um 1237 Uhr nach 15 Tagen, einer Stunde, 17 Minuten und 50 Sekunden die Ziellinie überquert und das trotz eines ernsthaften Schadens an einem Steckschwert.
    Das Feld wird von Eicsson 3 (Vorsprung 36 Meilen) angeführt und hat den Stealth Modus von 0406 Uhr bis 1330 Uhr geschaltet, aber in dieser Zeit kamen keine wirklichen Überraschungen zustande.
    An den wild gezackten Tracks kann man sehen, mit welchen Winddrehungen die Boote zu kämpfen haben, dazu kommen überraschende Änderungen der Windstärke, die jedesmal mit aufwändigen Segelwechseln verbunden sind. Und immer ist die Hoffnung dabei, diese Bö könnte in den ersehnen konstanten Wind führen und Abstand zum übrigen Feld bringen ...
    Aber für diese Woche sind keine Veränderungen in der Großwetterlage zu sehen. Team Russia, die noch 583 Meilen zum Ziel hat, ist wahrlich arm dran.










    Ericsson 4 wird gefeiert   Großbild klick!
    Die aktuellen Platzierungen:
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		0	0	0.0
    2 Telefonica Blue	0	0	0.0
    3 Ericsson 3		99	99	7.0
    4 Green Dragon		135	135	8.5
    5 Puma	136		136	5.5
    6 Delta Lloyd		147	147	5.0
    7 Telefonica Black	163	163	2.3
    8 Team Russia		583	583	0.0
    


    Wettervorhersage für 30.11.08, 1700 Uhr bis 01.12.08 0500 Uhr: in der ersten Nachthälfte SO 3, in der zweiten Hälfte OSO 2. Für Team Russia: W 2Bft.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute, 30.11.08, 0500 Uhr   Großbild klick!
    Ericsson 4 gewinnt zweite Etappe
    (30.11.2008, Stand 0500 Uhr) Leg 2 - 4.450 Meilen lang - war für Ericsson 4 gegen 2247 Uhr zu Ende. Nach 14 Tagen, 11 Stunden, 32 Minuten und 30 Sekunden kreuzte Ericsson 4 die Ziellinie. Zuvor waren aber noch 12 nervige Meilen mit 2,8 bis 1 Knoten hinter sich zu bringen. Um diese "Geschwindigkeiten" zu verdeutlichen: 2, 8 Knoten ereicht ein Fußgänger locker, er muss nicht mal flott gehen. Ein Knoten, so langsam kann ein Fußgänger gar nicht gehen, es ist eine für ein Schiff kaum wahrnehmbare Gschwindigkeit.
    Acht Punkte werden Ericsson 4 für den Sieg bei Leg 2 gutgeschrieben. Zusammen mit den 4 Punkten von der Zwischenwertung am 58. Längengrad übernimmt sie damit die Führung in der Gesamtwertung.
    Dabei hatte es anfangs noch gar nicht so gut ausgesehen: Skipper Grael war zufrieden, wenn er sein Schiff in der Mitte des Feldes halten konnte, oft genug hinter ihrem Schwesterschiff Ericsson 3.
    Erst am achten Tag, als die Flotte die Zwischenwertungslinie passiert hatte und nach Nord steuerte, übernahm Ericsson 4 zum ersten Mal die Führung. Da waren noch 2239 Meilen zu segeln und Ericsson 3 war nur drei Meilen hinter ihr.
    Der große Tag für Ericsson 4 war der Tag 12: Die Gruppe von vier Booten, Ericsson 4, Ericsson 3, PUMA (Ken Read/USA) and Green Dragon (Ian Walker/GBR) waren dicht beieinander, als Ericsson 4 in einem Regeschauer verschwand. Als sie wieder auftauchte, lag sie 48 Meilen vor ihrem Schwesterschiff und segelte doppelt so schnell wie alle anderen. Die konnten nur zuschauen und staunen ...




    Ericsson 3: Frust in der Flaute   Großbild klick!
    Die aktuellen Platzierungen:
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		0	0	0.0
    2 Telefonica Blue	79	79	8.7
    3 Ericsson 3		146	146	9.3
    4 Puma			194	194	11.7
    5 Green Dragon		195	195	10.8
    6 Delta Lloyd		202	202	8.5
    7 Telefonica Black	221	221	11.0
    8 Team Russia		612	612	0.0
    


    Wettervorhersage für 30.11.08, 0500 Uhr bis 30.11.08 1700 Uhr: Vormittags drehende Winde um 1 Bft., nachmittags ebenso
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute, 29.11.08, 1700 Uhr   Großbild klick!
    Flaute vor dem Ziel
    (29.11.2008, Stand 1400 Uhr) Ericsson 4 hat noch 65 Meilen nach Cochin, aber nun sind die Vorzeichen umgekehrt: Jetzt dümpelt Ericsson 4 und alle anderen kommen mit über 10 Knoten von hinten. Kurz nach 1300 Uhr hat Ericson 4 den Stealth Modus eingeschaltet und ist für alle bis 0100 nicht mehr zu sehen. Freilich hat die Führende zum Zeitpunkt ihres Verschwindens einen Vorsprung von 59 Meilen auf Telefonica Blue und 210 Meilen auf das Feld. Eines ist klar: Auch Telefonica Blue wird in die Flautenzone kommen, in der sich Ericsson 4 befindet ...
    Kurz vor 1430 Uhr schalteten fast gleichzeitig Ericsson 4 den Steath Modus aus und Telefonica Blue ein. Ericson 4 hat um 1700 noch 36 Meile bis zur Ziellinie und scheint wieder Wind zu haben.

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Déjà-vu
    Vor 11 Jahren hatte ich schon ein aehnliches Erlebnis im Pazifik als ich tagelang zwischen Panama und Hawai in der Flaute gestanden bin, aber auch auf der ersten Etappe hatten wir diese tagelange Flaute, die uns zurueckgeworfen hat. Noch immer liegen endlose 600 Meilen vor uns, eine Distanz, die wir im Southern Ocean in etwas mehr als einem Tag zurueckgelegt hatten.

    Heute war der Tag mit dem wenigsten Wind, die Sonne hat heruntergebrannt und das gesamte Boot aufgeheizt. Dazu noch der Schwell aus mehreren Richtungen. An Bord nehmen alle die Situation mit Humor, das ist sicher das beste Ventil um den Frust der sich bei allen angesammelt hat loszuwerden. Auch ein Scientific American ist aufgetaucht, das wechselt in der Freiwache die Hände und ist schon sehr zerlesen.
    Aufgrund unseres Stromverlustes letzte Woche mussten wir sehr viel laden und haben zu viel Diesel verbraucht. Wegen des Rennreglements haben wir versiegelten Reservediesel mit und ich habe die Regatteleitung verständigt, dass wir voraussichtlich auf diesen zurückgreifen müssen.

    Hatten den traumhaftesten Sonnenuntergang, Unromantiker könnten ihn als kitschig bezeichnen. Am Horizont standen Wolkenbänke darüber die schmale Sichel des neuen Mondes und wieder höher Venus und Jupiter knapp nebeneinander. Zumindest in der Zeit hat keiner geredet und war offensichtlich in eigenen Gedanken gewesen. Musste heute an Bernhard Kotnig denken, er hätte heute seine Freude gehabt, denn Regattasegler beginnen sich für Astronavigation zu interessieren. Da unser wasserdicht verschweisster Almanch (den wir mithaben müssen und auf die notwendigsten Seiten reduziert haben) doch nass geworden ist, hatte ich heute begonnen ihn trockenzulegen und die Gelegenheit genutzt die beiden hellen Planeten (Jupiter und Venus) zu identifizieren. Das hat das Interesse von Rodion und Jeremy geweckt. Rodion kam gerade mit der Frage, ob es möglich sei, dass er Polaris am nördlichen Horizont sieht, obwohl wir noch auf 15' süd sind. Es hat sich herausgestellt, dass er dazu ums Eck schauen müsste, wenn ich mich nicht irre.
    Gerade Wind bekommen und es schaut stabil aus. Die Richtung aus der er kommt ist mit 350 Grad genau die Richtung in die wir wollen, aber wenigstens segeln wir, wenn auch nur mit 6kn. Wir hoffen auf mehr Wind im Westen, einen Schraler und dann einen besseren Kurs nach Norden. Wir fühlen uns inzwischen den alten Seefahrern sehr nahe und haben uns die Greuel ausgemalt, die sich vor mehreren hundert Jahren hier abgespielt haben müssen. Muss in den Ocean Passages nachschauen, welche Routen und welche Jahreszeiten für Fahrten nach Indien angegeben werden. Wir bekommen unglaublich positive Nachrichten über unsere Website, Menschen, die wir nicht kennen senden uns aufmunternde und begeisterte Emails. Unglaublich und phantastisch.

    Telefonica Black in den Doldrums   Großbild klick!
    Die aktuellen Platzierungen:
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		36	0	9.4
    2 Ericsson 3		242	206	10.0
    3 Green Dragon		289	253	12.8
    4 Puma			291	255	12.5
    5 Delta Lloyd		294	258	11.0
    6 Telefonica Black	325	289	11.8
    7 Team Russia		619	583	0.0
    Telefonica Blue		keine Angaben
    


    Wettervorhersage für 29.11.08, 1700 Uhr bis 30.11.08 0500 Uhr: Das Feld hat heute abends WSW 2, in der zweiten Nachthälfte W 2. Die Führenden haben zunächst drehende 1 Bft. in der zweiten Nachthälfte 0
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute, 29.11.08, 0500 Uhr   Großbild klick!
    Cochin ruft
    (29.11.2008, Stand 0500 Uhr) Für Ericsson 4 und Telefonica Blue sieht die Lage rosig aus: Computer-Routings sagen die Ankunft von Ericsson 4 für den frühen Sonntagmorgen voraus.
    Für Ericsson 3 und den Rest, Green Dragon (Ian Walker/GBR), Delta Lloyd (Roberto Bermudez/ESP), PUMA (Ken Read/USA) ist das Rennen schwierig und frustrierend geworden. Auf der Team Russia hat man sogar die Lebensmittel und Diesel rationiert, weil man eine längere Renndauer befürchtet.
    Aufgefallen ist, dass im Leg 2 noch keine Yacht den sogenannten "Stealth-Modus" genutzt hat, bei dem sie ihre Position für 12 Stunden vor allen verbergen kann.
    Das Flautengebiet wird sich in den nächsten 36 Stunden immer weiter nach Norden ausdehnen. Das betrifft Ericsson 4 nicht mehr, aber für Team Russia wird es aufreibend werden.

    Die aktuellen Platzierungen:
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		116	0	10.8
    2 Telefonica Blue	258	142	19.5
    3 Ericsson 3		402	286	14.5
    4 Green Dragon		435	319	15.3
    5 Puma			439	323	14.3
    6 Delta Lloyd		443	327	13.3
    7 Telefonica Black	466	350	14.0
    8 Team Russia		654	538	0.0
    


    Wettervorhersage für 29.11.08, 0500 Uhr bis 29.11.08 1700 Uhr: Gegenwärtig SW 2, später abnehmend auf W 1.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute, 28.11.08, 1700 Uhr   Großbild klick!
    Ericsson 4 sprintet, Feld dümpelt
    (28.11.2008, Stand 1700 Uhr) Je weiter Ericsson 4 weiter nach Norden vorankommt, desto mehr Wind findet sie und hat jetzt einen komfortablen Vorsprung von 144 Meilen auf die zweitplatzierte Telefonica Blue. Dahinter kämpfen Ericsson 3, Green Dragon, Delta Lloyd und Puma immer noch mit drehendem Schwachwind und kommen nur zögerlich voran.
    Telefonica Black im Westen hingegen hat kostanten Wind und dürfte bald vor dem Feld liegen.
    Nicht aufgegangen ist die Option von Team Russia, im Osten den besseren Wind zu finden. West wäre besser gewesen. Nun hat Team Russia die Rote Laterne und 386 Meilen Rückstand auf die führende Ericsson 4.

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Der unerfreuliche Teil des Spiels
    Taeglich gruesst das Murmeltier. Jeder Tag ist wie der andere, die Gegend um das Schiff schaut heute genauso aus wie gestern, das Essen schmeckt heute so wie gestern, die Gespraeche an Deck sind die gleichen.
    Unsere vielversprechende Strategie von vor drei Tagen ist auf Warteposition, heute hatten wir zwar zwei gute Positionsmeldungen, ueber den Tag gesehen aber doch Meilen auf das Hauptfeld verloren. Das schmerzt, betruebt natuerlich, ist aber Teil des Spiels.
    Heute draufgekommen, dass auch bei dem Steuerbord-Schwert das untere Lager fehlt. Sehr mysterioes wie das passieren konnte, haben alle moeglichen Theorien, aber keine ist wirklich schluessig.
    Haben heute begonnen unsere Verpflegung effizienter zu nutzen. Bisher hatten wir, um sicherzustellen, dass auch keiner befuerchten muss zu verhungern, immer mehr gekocht als wir essen konnten. Um etwas mehr Reserven zu haben, falls die Etappe laenger dauert, werden wir das ab jetzt genauer einteilen.





    Puma in der Flaute   Großbild klick!
    Die aktuellen Platzierungen:
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		288	0	18.3
    2 Telefonica Blue	402	114	16.3
    3 Ericsson 3		542	254	7.8
    4 Green Dragon		553	265	6.5
    5 Delta Lloyd		553	265	6.3
    6 Puma			556	268	7.5
    7 Telefonica Black	580	292	10.5
    8 Team Russia		674	386	0.0
    


    Wettervorhersage für 28.11.08, 1700 Uhr bis 29.11.08 0500 Uhr: In der ersten Nachthälfte SW 4, in der zweiten SW 3, teils variabel.
    Quelle: Peter O. Walter


    Flaute in den Doldrums   Großbild klick!
    Green Dragen befreit sich aus den Doldrums
    (28.11.2008, Stand 0500 Uhr) Noch sind es 650 Meilen bis zu Ziel, Ericsson 4 hat einen komfortablen Vorsprung und segelt in ungestörtem Wind. Nun hat es auch Green Dragon geschafft den Doldrums zu enkommen und kann nun zu einer ernsthaften Verfolgung von Ericsson 4 ansetzen. Mehr Nachrichten können wir momentan nicht anbieten, da unser Nachrichtenserver down ist. Wir werden versuchen, das im Laufe des Tages nachzuholen.



    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    So nah und doch so fern
    Wir sind so richtig in den Doldrums, gähnende Flaute rundherum. Während wir gestern gut Meilen machten, haben heute die Boote im Westen wieder Meilen gemacht. Die letzten Positionsmeldungen haben aber für die westlichen Boote auch nur 3 kn Wind gemeldet. In zwei Tagen ist angeblich der halbe nördliche Indische Ozean von einer Riesenflaute überzogen, Cochin ist so nach und doch so fern. Bei den Bedingungen kann es noch Tage dauern, bis wir Land sehen.
    Der Schwell lässt die Segel schlagen, es ist schwierig bei 4 kn Wind Druck im Boot zu halten. Wir wechseln von Code 0 auf Genua 1 und wenn es ganz schlimm wird auf den R3 Reacher, ein relativ kleines Segel, das aber wenigstens ein bisschen arbeitet, wenn das Boot in den Wellen gebeutelt wird.
    Wir sind auch aus dem Gebiet der großen Wolken heraußen, am Vormitag segelten wir meilenweit an einer Regenfront und einer dieser Riesencumulus-Wolken entlang, hatten bis 14 kn Wind, was für ein Segeln. Nun ist endloser Sternenhimmel über uns, keine Wolke zu sehen.
    Heute Früh fanden wir heraus, dass das untere Lager des Backbord-Schwertes verloren gegangen war. Ben hat kurz den Rumpf abgetaucht und die Vermutung bestätigt. Keine Ahnung wie das verloren gehen konnte, wird aber nur ein Problem bei Starkwind an der Kreuz sein.

    Die aktuellen Platzierungen:
                            DTF     DTL     kts
    Keine Informationen ...
    


    Wettervorhersage für 28.11.08, 0500 Uhr bis 28.11.08 1700 Uhr: Am heutigen Vormittag varible Winde um SW 3, am Nachmittag leicht zunehmend.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute, 27.11.08, 1700 Uhr   Großbild klick!
    Verfolger treten auf der Stelle
    (27.11.2008, Stand 1700 Uhr) Wie bereits vorhergesagt hat Ericsson 4 ihren Vorsprung vor dem Feld weiter vergrößert, von 57 auf 72 Meilen. Sie segelt in konstantem Wind von sieben bis acht Knoten, während sich das Rudel der Verfolger mit drehenden 3 Knoten Wind herumplagen muss und nicht vorwärts kommt.
    Es ist zum Verzeifeln: Wieder wird sich das Flautengebiet ein wenig nach Norden verlagern, so dass das Feld nicht vom Fleck kommt und Ericsson 4 ungestört Richtung Cochin segelt.

    Ian Walker, Skipper der Green Dragon schreibt: "Die letzten 150 Meilen waren quälend, Windstillen unterbrochen von Regenböen und Wind aus allen nur möglichen Richtungen. Wir hatten zwei Wolken, die uns aufhielten, aber das war nicht gegen das, was Puma erlebte: Pume bekam einen Parkplatz unter einer riesigen Wolke, wir schrammten gerade mal so 100 Meter dran vorbei und machten in zwei Stunden 15 Meilen gut.
    Aber auch wir hatten unsere schlechten Momente: Zum ersten Mal in meinem Leben fuhr ich einen vollen Kreis ohne zu halsen oder zu wenden ..."


    Die aktuellen Platzierungen:
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		607	0	10.5
    2 Telefonica Blue	679	72	5.5
    3 Ericsson 3		688	81	2.0
    4 Green Dragon		693	86	1.3
    5 Delta Lloyd		695	88	2.0
    6 Puma			700	93	3.5
    7 Telefonica Black	761	154	7.3
    8 Team Russia		794	187	0.0
    


    Wettervorhersage für 27.11.08, 1700 Uhr bis 28.11.08 0500 Uhr: In der ersten Nachthälfte SSO 2, drehend, ebenso in der zweiten Nachthälfte.
    Ericsson 4 hat 2 BFT mehr aus SW
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute, 27.11.08, 0500 Uhr   Großbild klick!
    Wer kommt als Erster aus der Flaute?
    (27.11.2008, Stand 0500 Uhr) Seit dem Bericht gestern 1700 Uhr hat Ericsson 4 Ihren Vorsprung nicht nur halten, sondern auch von 49 auf 57 Meilen ausbauen können. Wie konnte es dazu kommen, dass Erisson 4 gesten in relativ kurzer Zeit ihren Vorsprung derartig vergrößern konnte?
    Gestern begann sich die Flautenzone, in welche die Flotte graten war, langsam nach Norden zu verlagern. Ericsson 4 aber befand sich an der Grenze im letzten Zipfel des ein wenig windreicheren Gebietes, das mit ihr nach Norden wanderte ...
    So, wie die Lage derzeit ist, wird sich Ericsson 4 als erste aus der Schwachwindzone lösen können, sie hat jetzt schon 7,6 Knoten Wind aus SW, während die Verfolger sich mit 2 Knoten weniger Wind und einem ungünstigeren Winkel bescheiden müssen.
    In den nächsten zwölf Stunden wird sich Ericsson 4 aus der Flaute befreit haben, was zu einer weiteren Zunahme des Vorsprungs führen wird.
    Verspekuliert hat sich offensichtlich Team Russia, die die auf die östlich Route gestezt hatte. Die Option wr verständlich, an letzte Stelle liegend kann nur ein mehr oder wenig anderer Schlag helfen, wieder nach vorne zu kommen. Hinterher segeln bringt nix ...

    Die aktuellen Platzierungen:
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		711	0	9.8
    2 Ericsson 3		768	57	6.5
    3 Green Dragon		773	62	9.3
    4 Delta Lloyd		781	70	10.3
    5 Telefonica Blue	788	77	10.0
    6 Puma			794	83	9.3
    7 Team Russia		844	133	0.0
    8 Telefonica Black	864	153	8.0
    


    Wettervorhersage für 27.11.08, 0500 Uhr bis 27.11.08 1700 Uhr: Gegenwärtig SW 3, am Nachmittag WSW 3
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute, 26.11.08, 1700 Uhr   Großbild klick!
    Ein goldenes Händchen ...
    (26.11.2008, Stand 1700 Uhr) Ericsson 4 scheint - jedenfalls bisher - die beste Strategie durch die Doldrums gefunden zu haben: Frisch, fromm, fröhlich, frei segelt sie vorne weg und hatte ruckzuck 49 Meilen Vorsprung herausgeholt. Hinter ihr dümpelten die Konkurrenten den größten Teil des Tages in drehenden, schwachen Winden (erkennbar an den Zickzackmustern in den Tracks). Der Navigator scheint ein goldenes Händchen zu haben: Er hat offensichtlich bisher eine Brücke gefunden, die praktischerweise hinter ihm wieder zusammenfällt ...

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Endspurt
    Unsere Strategie scheint aufzugehen, wir haben Wind und die Flotte im Westen ist stehengeblieben. Noch liegen jede Menge Fallen und Parkplaetze vor uns, es scheinen aber weniger zu sein als im Westen. Aber erst in einer Woche werden wir wissen, was die richtige Strategie war.

    Die letzte Nacht war erlebnisreich. Ich ging für einen Segelwechsel an Deck, steh am Grinder und plötzlich zappelt es in meinem Segelstiefel, also zwischen dem Schaft und meinem Bein. Ich spring aus dem Stiefel und mit meinem Fuss kommt ein fliegender Fisch heraus, der sich, als ich an Deck kam genau in meinen Stiefel verflogen hatte.
    Kurz danach kamen wir in einen tropischen Regenguss der feinsten Art. Warm öffnete der Himmel seine Schleusen und auch nach einer Stunde war es nicht kalt. Während die Mannschaft segelte, nutzte Mark, unser Medienmann den Guss für eine ausdauernde Dusche.
    Natürlich sind wir auch kurz unter der Wolke stehengeblieben und ich hatte schon ein Deja Vu, dachte, das kann einfach nicht wahr sein, dass wir schon wieder den erstbesten Parkplatz belegen. Nach 15 Minuten kam trotz Regen der alte Wind wieder zurück und wir segelten mit dem Code 0 Vollgas weiter. Obwohl Leichtwind für dien nächsten Tage angesagt ist, werden die letzten 1000 Meilen so anstrengend wie der ersten, die Anspannung wird groß, jeder Wolke wird misstraut. Jetzt segeln wir noch in tropischer Wärme unter Vollzeug bei gerade einmal 10kn Wind mit 13kn Fahrt durchs Wasser, eigentlich traumhaft.

    Viel Trimmarbeit in den Doldrums  Großbild klick!
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		797	0	9.7
    2 Ericsson 3		846	49	9.8
    3 Green Dragon		855	58	9.8
    4 Puma			863	66	10.0
    5 Delta Lloyd		870	73	10.0
    6 Telefonica Blue	874	77	4.3
    7 Team Russia		902	105	0.0
    8 Telefonica Black	925	128	5.3
    


    Wettervorhersage für 26.11.08, 1700 Uhr bis 27.11.08 0500 Uhr: Erste Nachthälfte instabile OSO 2, in der zweiten Nachthälfte WSW 2-3
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 26.11.08, 0500 Uhr   Großbild klick!
    Stress in den Doldrums
    (26.11.2008, Stand 0500 Uhr) Wie an einer Perlenschnur aufgereiht schleicht die Spitzengruppe durch die beginnenden Flautenzonen um den Äquator. Wobei "schleicht" durchaus relativ zu sehen ist: Die Boote machen immer noch zwischen neun und zwölf Knoten. Die See ist flach, kein anstregender Seegang.
    Das ist ja nun genau das richtige nach den aufreibenden Tagen im Südpazifik und den Roaring Forties möchte man meinen. Aber weit gefehlt:
    Der Navigator der Telefonica Blue Simon Fisher: "Zu behaupten, die letzten 18 Stunden wären stressig gewesen, wäre eine höllisches Understement."
    Tropische Temperaturen, die permanente Schweißausbrüche verursachen, drehende und wechselnde Winde und Segelwechsel im Zwei-Minutentakt erzeugen quälenden Stress.

    An der Spitze wie immer Ericsson 4 mit fünf Meilen Vorsprung vor Ericsson 3. PUMA (+12) hält Platz drei vor Green Dragon (+21) und Telefonica Blue (+21).
    Telefonica Black (+89) ist immer noch am weitesten im Westen und Team Russia (+107) hat die östliche Option gewählt.


    Segelwechsel auf der Delta Lloyd   Großbild klick!
    Die aktuellen Platzierungen:
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		913	0	9.8
    2 Ericsson 3		918	5	12.3
    3 Puma			925	12	11.0
    4 Green Dragon		934	21	10.5
    5 Telefonica Blue	934	21	10.3
    6 Delta Lloyd		993	80	12.3
    7 Telefonica Black	1002	89	12.5
    8 Team Russia		1020	107	0.0
    


    Wettervorhersage: Heute vormittags variable Winde um SW 2, am Nachmittag variabel um SW 1
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 25.11.08, 1700 Uhr   Großbild klick!
    Die Ziehharmonika ist wieder da!
    (25.11.2008, Stand 1700 Uhr) Die Schiffe hinten haben heute geschlossen und kräftig aufgeholt: Team Russia zum Beispiel 33 Meilen. Vorne nimmt der Wind ab, ein untrügliches Zeichen für die nahenden Doldrums. Hinten wird noch mit mehr Wind gesegelt, es kommt zum bekannten "Ziehharmonika-Effakt".

    Nun gibt es zwei grundlegende Taktiken eine solche Flautenzone so schnell wie möglich zu durchsegeln:
    Die erste ist, den optimalen Kurs zum Ziel zu wählen und auf das Glück und die Unberechenbarkeit der Winde in der Flaute zu hoffen, nach dem Motto "Augen zu und durch". Der Vorteil ist hier der kürzeste Weg zum Ziel. Allerdings kann eine Windstille von nur einer Stunde fünf Plätze bedeuten.
    Der zweite Weg ist der, eine möglichst enge Stelle der breiten Flautenzone anzusteuern. Meist ist dies aber mit einem längeren Weg zum Ziel verbunden und es ist nicht garantiert, dass nicht auch hier lange Windstillen auftreten ...

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Schweißtreibend
    Da wir noch immer den scheinbaren Wind von schräg vorne haben, kommt jede Menge Gischt mit dem Wind und alles ist unglaublich warm und feucht. Das führt dazu, dass jede Bewegung einen Schweißausbruch auslöst.
    Zum Wasser-Machen müssen wir seit ein paar Tagen den Ballasttank verwenden, da aufgrund der Krängung das Seeventil des Salzwassereinlasses in der Luft ist. Dazu habe ich einen Schlauch quer durch das Schiff verlegt und den Wassertank im Heck angezapft. Der lässt sich mit Hilfe eines sogenannten Scoop, einer Öffnung, die gegen die Fahrtrichtung zeigt, füllen.
    Da der Wind wieder etwas leichter wurde, haben wir auf das größere Q9 Vorsegel gewechselt und machen gut Meilen auf die Flotte. Bei den letzten Positionsmeldungen war nur Delta Lloyd schneller als wir. Vor uns breiten sich die Flautenzonen immer weiter aus, noch sieht es im Osten besser aus als im Westen, hoffentlich ändert sich diese Situation nicht. Der Taifun, der sich östlich von Sri Lanka bildet, verändert das Druckgefälle das gesamten Nordindischen Ozeans und führt generell zu leichteren Winden zwischen den Doldrums und Cochin. War vor zwei Tagen unser ETA noch der 29.11. ist es inzwischen 3 Tage nach hinten gerutscht und wir erwarten den Zieleinlauf für den 2.12..
    Grüße Andreas


    Green Dragon: Reparatur einer Segellatte   Großbild klick!
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		1046	0	13.3
    2 Ericsson 3		1058	12	14.5
    3 Puma			1061	15	14.3
    4 Telefonica Blue	1071	25	12.8
    5 Green Dragon		1075	29	13.5
    6 Delta Lloyd		1134	88	15.5
    7 Telefonica Black	1146	100	13.0
    8 Team Russia		1183	137	0.0
    


    Wettervorhersage: In der ersten Nachthälfte O 3, in der zweiten SO 3
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 25.11.08, 0500 Uhr   Großbild klick!
    Essen mit der Winschkurbel anrühren ...
    (25.11.2008, Stand 0500 Uhr) Auf die Flotte des Volvo Ocean Race wartet bedingt durch eine riesige Flaute-Zone im wahrsten Sinne des Wortes der nächste Stopp.
    "Die Flaute wird uns Skippern noch einiges Kopfzerbrechen bereiten. Die direkte Route nach Cochin wird derzeit von einer Flaute-Zone in der Größe Spaniens blockiert", sagte Wouter Verbraak vom Team Russia.
    Derzeit verbringen die Strategen die meiste Zeit unter Deck vor den Computern und versuchen eine Strategie zu finden, die windstille Zone in 300 Meilen Entfernung so schnell wie möglich zu durchfahren.

    Delta Lloyd hat eine defekte Wasseraufbreitungsanlage und kein Wasser mehr. Das bedeutet, dass die Crew nicht essen und trinken kann, bis das Geräat repariert ist.
    Auf der Ericcson 4 muss das Essen mit der Winschkurbel angerührt werden, weil Dave Endean den einzigen Kochlöffel zusammen mit Essenresten über Bord geworfen hat.
    Ian Walker, Skipper der Green Dragon schreibt: "Es ist wieder recht holperig hier, aber es war schon mal schlimmer. Eine gute Methode, die Bewegungen des Schiffes hautnah zu erleben ist der Gang auf die Toilette. Die befindet sich nämlich weit vorne. Wenn du im Seegang am Wind segelst, ist es nahezu aussichtlos aufs Klo zu wollen, auch vor dem Wind ist es nicht so, dass du in Ruhe ein Buch lesen kannst."

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Die Chance lebt
    Wir haben den Trampelpfad, die ausgetretene Spur verlassen und glauben unser Glück im Osten zu finden. 300 Meilen im Norden liegt ein ausgedehntes Flautengebiet, die Doldrums. Zwischen 60E und 75E kein Wind, erst dort wo wir unseren Bug hinhalten, erwarten wir konstanten Wind, was aber noch zu beweisen bleibt, auf jeden Fall wollen wir nach vorne und haben mit unserer Detour ein Bauernopfer erbracht, hoffentlich war es wert.
    Stigs Augen werden nicht besser und ich übernehme seine Wachen, die permanente Gischt in die Augen beim Steuern haben sie entzündet, meine sind noch ok. Sehr unkomfortables Segeln wieder, 22 Grad Krängungm 30kn über Deck und die Welle von der Seite, alle 15 sek ein Schwimmbecken Wasser bei 20kn Bootsgeschwindigkeit. Wenigstens warm ist es, so ungefähr Badewannentemperatur.
    Der Himmel ist überzogen mit Passatwolken, kleine Cumuluswolken, die nach Westen segeln, etwas stehen sie schräg, da sie der Antipassat an der Spitze wegzieht. Schon für die Portugiesen vor 600 Jahren muß sich hier das gleiche Bild gezeigt haben. Im Westen liegt Mauritius, vor uns Diego Garcia und das Chagos Archipel. Verrückt, alles mit 400 Meilen Tagen zu passieren.

    Telefonica Blue: Pepe Ribes inspiziert defektes Steckschwert
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                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		1188	0	14.3
    2 Ericsson 3		1192	4	14.5
    3 Puma			1209	21	16.8
    4 Green Dragon		1217	29	15.3
    5 Telefonica Blue	1224	36	14.3
    6 Telefonica Black	1288	100	13.8
    7 Delta Lloyd		1326	138	17.8
    8 Team Russia		1358	170	0.0
    


    Wettervorhersage: Gegenwärtig O 4, im weiteren Verlauf des Tages abschwächend auf OSO 3
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 24.11.08, 1700 Uhr   Großbild klick!
    Brillen und Helme sind zurück
    (24.11.2008, Stand 1700 Uhr) Die Volvo Ocean Flotte hat nun die stetig 20-Knoten-Tradwindzone erreicht, und die Helme und Schutzbrillen sind wieder zurück. Die Wellen krachen über die Schiffe, aber die Bewegungen sind nicht so wild nd das Wasser wärmer.

    Jetzt heißt es sich gut aufzustellen für die unberechenbare Lotterie der Schwachwindzonen am Äquator, welche etwa die Größe von Spanien haben und den direkten Weg nach Cochin blockieren.

    An den Platzierungen hat sich nicht viel geändert, nur Teamm Russia ist einen Platz zurückgefallen und hat jetzt die Rote Laterne.

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Windpoker
    Sind mit Blessuren durch die erste Übergangszone zwischen den beiden Hochdruckgebieten gekommen. Das haben wir offensichtlich nicht so drauf, wie bei Starkwind die Handbremse zu lösen. Habe den Verdacht, wir machen die Probleme größer als sie sind und wollen es zu schlau und berechnet machen. Etwas Ungefähres genau berechnen geht halt nicht wirklich. Ericsson 3 und Delta Lloyd sind so unlogisch gesegelt, dass Wouter die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und durch die Leichtwindzonen gut durchgekommen.
    Wir versuchen zu lernen, hat doch auch unser aller Vorbild, Peter Blake immerhin von 1973 bis 1989 jede Menge Lehrgeld zahlen und Rückschläge hinnehmen müssen bevor er im Whitbread mit einem überwältigenden Sieg erfolgreich war. Heute sind wir unter einer großen schwarzen Wolke bei vier Knoten Wind eine Stunde durch die Gegend getümpelt. Nur bei acht Knoten vorher sind auch keine 50 Meilen Umweg drin um auszuweichen.

    Heute war ein traumhafter tropischer Sonnenuntergang, immerhin segeln wir morgen unter der Sonne durch und werden Sie dann zu Mittag wieder im Süden sehen. Zum Sonnenuntergang haben wir vom Code 0 auf unser Q9 Segel gewechselt, recht ein Aufwand, da beide Segel am Bugspriet gesetzt werden und dort keine zwei Rollanlagen Platz haben. Daher braucht es ein Wechselsegel dazwischen und die Prozedur ist recht aufwändig. Getrübt wurde der Abend durch ein Leck in der Segelhydraulik, die das Cockpit in einen Eislaufplatz verwandelte. Das Manometer der Hydraulik hat einen Riss bekommen und etwa ein achtel Liter Öl hat sich fein verteilt.

    Brillen und Helme sind zurück   Großbild klick!
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		1364	0	17.0
    2 Ericsson 3		1365	1	15.8
    3 Puma			1396	32	21.5
    4 Telefonica Blue	1401	37	21.3
    5 Green Dragon		1423	59	19.8
    6 Telefonica Black	1464	100	22.0
    7 Delta Lloyd		1551	187	19.8
    8 Team Russia		1571	207	0.0
    


    Wettervorhersage: In der ersten Nachthälfte OSO 5, in der zweiten Nachthälfte leicht abschwächend.
    Quelle: Peter O. Walter


    Steckschwert Telefonica Blue   Großbild klick!
    Telefonica Blue: Steckschwert gebrochen
    (24.11.2008, Stand 0500 Uhr) Bouwe Bekking:"Es lief alles so gut, da änderte ein urplötzlicher Knall alles. Ein Steckschwert hatte sich in seine Bestandteile aufgelöst und nun hingen die Fetzen in der Gegend rum. Wir mussten es loswerden, aber dazu mussten wir stoppen. Aller kam zu Einsatz: Hammer, Meisel, Sägen. Dann musste Ribes in das Wasser um unter dem Schiff aufzuräumen.
    Jetzt sind wir wieder unterwegs, nachdem uns die Sache zehn wertvolle Meilen gekostet hat."


    Alle Volvo Ocean Racer sind mit zwei Steckschwertern (engl. daggerboard) ausgestattet, die aufholbar sind. Auf der Kreuz wird das leeseitige Steckschert voll ausgefahren um die seitliche Abdrift zu verringern. Das luvwärtige Schwert ist hochgezogen, weil es in einem ungünstigen Winkel stehen würde und eigentlich nur Widerstand verursacht.

    Lage heute 24.11.08, 0500 Uhr   Großbild klick!
    An der Spitze hat wieder mal ein Wechsel stattgefunden,
    jetzt ist mal Ericsson 4 dran. Der Bruch des Steckschwerts
    hat Telefonica Blue den dritten Rang, den jetzt Puma innehat, gekostet.










                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		1606	0	22.9
    2 Ericsson 3		1609	3	20.2
    3 Puma			1638	32	18.5
    4 Telefonica Blue	1647	41	18.0
    5 Green Dragon		1663	57	19.0
    6 Telefonica Black	1709	103	21.0
    7 Team Russia		1778	172	0.0
    8 Delta Lloyd		1782	176	18.3
    


    Wettervorhersage: Heute vormittags OSO 5, nachmittags leicht zunehmend auf OSO 6
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 23.11.08, 0500 Uhr   Großbild klick!
    Erste Flautenlöcher
    (23.11.2008, Stand 0500 Uhr) Wie gestern schon erwartet, war es um 1600 so weit: Ericsson 3 hatte Ericsson 4 überholt und baute im Verlauf der Nacht den Vorsprung sukzessive auf 19 Meilen aus. Dass Ericsson 4 eine Stunde in einem Flautenloch herumdümpelte, war hilfreich für das Schwesterschiff.
    Zwei Stunden später tappte Green Dragon in dasselbe Loch und brauchte ebenfalls eine Stunde um sich zu befreien.

                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 3		2022	0	15.0
    2 Ericsson 4		2031	9	14.0
    3 Telefonica Blue	2047	25	15.5
    4 Puma			2062	40	13.5
    5 Green Dragon		2065	43	12.3
    6 Telefonica Black	2113	91	15.3
    7 Team Russia		2115	93	0.0
    8 Delta Lloyd		2131	109	16.8
    


    Wettervorhersage: Die Windverhältnisse fangen an erste Anzeichen von Instabilität zu zeigen. Dies wird im Verlauf des Tages zunehmen.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 23.11.08, 1700 Uhr   Großbild klick!
    Die Doldrums warten
    (23.11.2008, Stand 1700 Uhr) Ein Tag ohne spektakuläre Ereignisse, Halbwindsegeln bei 5 Bft., Bordroutine. Es wird auch deutlich wärmer, Wasser sowie die Luft. Den gequälten Crews tut das gut nach dem Dauerstress der vergangenen Tage.
    Nach dem die ersten Windlöcher passiert sind und Ericsson 4 und Green Dragon jeweils eine Stunde eingeparkt hatten, heißt es nun sich für die kommenden Doldrums gut zu positionieren. Eine Herausforderung für die Meteorologen, denn die Windverhältnisse sind unkalkulierbar: Es ist vielleicht möglich die schmalste Stelle der Flautenzone zu finden und hoffen eine "Brücke" zu finden. Das wäre aber dann schon ein Riesenglück ...
    Auf alle Fälle werden die Karten neu gemischt, für uns wird es spannend und für die Crews stressig.

                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 3		1833	0	18.3
    2 Ericsson 4		1834	1	18.5
    3 Telefonica Blue	1867	34	18.0
    4 Puma			1870	37	20.5
    5 Green Dragon		1884	51	18.3
    6 Telefonica Black	1930	97	19.3
    7 Team Russia		1971	138	0.0
    8 Delta Lloyd		1990	157	16.8
    


    Wettervorhersage: In der ersten Nachthälfte OSO 4, im weiteren Verlauf zunehmend auf OSO 5
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 22.11.08, 1700 Uhr   Großbild klick!
    Duell der Schwestern
    (22.11.2008, Stand 1700 Uhr) Heute Morgen war die Welt für Ericsson 4 noch in Ordnung: Sie führte mit 19 Meilen Vorsprung vor ihrem Schwesterschiff Ericsson 3. Dann aber legte Ericsson 3 los. Binnen 3 Stunden waren zehn Meilen aufgeholt und die Jagd ging weiter. Bis 1700 Uhr betrug der Rückstand nur noch eine Meile ...
    Alle anderen Yachten konnten ihre Positionen behaupten, allerdings fielen Team Russia, Telefonica Black und Schlußlicht Delta Lloyd distanzmäßig weiter zurück.



    Simon Fisher - Navigator der Telefonica Blue schreibt:
    Der Wind ist jetzt leichter und das große Trocknen hat begonnen. Überall an Bord hängen die klammen Sachen rum und jeder versucht verzeifelt seine Kleidung trocken zu bekommen bevor wir wieder in nasseres Wetter kommen.
    Sogar das miese Essen schmeckt besser ...




    Telefonika Black   Großbild klick!
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		2189	0	19.3
    2 Ericsson 3		2190	1	20.5
    3 Green Dragon		2218	29	17.3
    4 Telefonica Blue	2223	34	18.5
    5 Puma			2231	42	18.5
    6 Team Russia		2277	88	0.0
    7 Telefonica Black	2281	92	17.8
    8 Delta Lloyd		2298	109	13.8
    


    Wettervorhersage: Die momentan leichten Winde werden im Verlauf der Nacht auf OSO 4 drehen.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 22.11.08, 0500 Uhr   Großbild klick!
    Ericsson 4 wieder vorne
    (22.11.2008, Stand 1700 Uhr) Gestern gegen 1700 hatte Ericsson 4 noch einen Rückstand von acht Meilen auf die führende Ericsson 3, aber dann holte Ericsson 4 unaufhaltsam auf und hatte am Morgen bereits 19 Meilen Vorsprung gegenüber ihrem Schwesterschiff. Wieder einmal hatte Ericsson 4 die bessere Seite gewählt: Im Osten ist einfach ein Tick mehr Wind. Zwischen 9 und 11 Knoten sind das, nur Schlusslicht Delta Lloyd muss sich mit 6 Knoten abplagen.


    Molotow-Cocktails gegen Piraten
    Roger Nilson, von Telefonica Black schreibt:

    Auch bei den Teilnehmern des Volvo Ocean Race ist nach dem Überfall auf einen Öl-Tanker vor der Küste von Somalia das Thema Piraterie präsent.
    Die Boote befinden sich nun bei der Straße von Malakka in der Nähe von Sri Lanka und damit erstmals in Gewässer, in dem Überfälle drohen könnten, so Roger Nilson (Anm. d. Redaktion: Was für einen Unsinn erzählt er da??) vom Team "Telefonica Black". Man sei aber mit Molotow-Cocktails ausgerüstet und im Notfall bereit zur Selbstverteidigung, so Nilson weiter.

    Telefonica Blue   Großbild klick!
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		2342	0	13.3
    2 Ericsson 3		2358	16	13.0
    3 Green Dragon		2371	29	12.0
    4 Telefonica Blue	2378	36	13.3
    5 Puma			2380	38	13.5
    6 Team Russia		2412	70	0.0
    7 Telefonica Black	2417	75	12.3
    8 Delta Lloyd		2420	78	14.0
    


    Wettervorhersage: Von Stunde zu Stunde werden die Windbedingungen leichter, es gilt nun die Hochdruckgebiete um den den 23. Breitengrad zu umgehen.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 21.11.08, 1700 Uhr   Großbild klick!
    Ericssons kämpfen um die Führung
    (21.11.2008, Stand 1700 Uhr) Derzeit sind die Verhältnisse eher gemäßigt: 17 bis 19 Knoten raumschots, das läßt sich aushalten. Die Crews haben sich genug geschunden ...
    Ericsson 3 segelt an der Spitze, aber nicht ungefährdet; Schwesterschiff Ericsson 4 hat sich in den letzten zwölf Stunden Meile um Meile herangepirscht und den Rückstand von 31 auf 9 Meilen verringert.
    Die lädierte Green Dragon und Telefonica Blue liegen gleichauf und Team Russia hat erheblich aufgeholt, liegt jetzt auf Platz sechs.
    Puma ist von seiner Führungsposition gestern auf Rang fünf abgerutscht ...

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Au, Au, Auge!
    Unglaublich nasses Segeln die letzten 24 Stunden, bei 50 Grad scheinbarem Windwinkel und 23 kn Wind haben wir ungefähr 30 kn Wind über Deck und mit dieser Geschwindigkeit trifft uns das Wasser in Gesicht, Augen, am Körper und sucht sich den Weg auch in das beste Ölzeug. In der Nacht ohne Mond können wir nur nach den Instrumenten steuern und die verschwinden regelmäßig hinter den Gischtfontänen. Die Augen schmerzen vom konzentrierten Zahlensuchen im Gischtnebel und vom Salzwasser. Stig muss eine Wache aussetzen wegen Augenproblemen, ich werde für ihn übernehmen, damit sich seine Augen beruhigen können. Seit Kapstadt leiden einige unter einer leichten Verkühlung, keiner will es zugeben, habe eine Woche gebraucht, um das herauszufinden. Das wirkt sich natürlich nicht besonders positiv auf die Leistung aus. Mein Rücken ist wieder ok, war nur oberflächlich.

    Während sich unser stabiler gebautes Boot im Southern Ocean bewährt hat, glauben wir jetzt einen kleinen Nachteil aufgrund der leichteren Bombe zu haben. Beide Telefonica Boot sind in diesen Bedingungen sehr schnell, und da die Wellen nicht so hoch sind, müssen sie auch nicht fürchten, ihre Boote zu zerstören. Das richtige Konzept wird sich am Ende des Rennens weisen. Diese Situation führt immer wieder zu einem Wechselbad der Gefühle: Ist die Bootsbelastung hoch, freuen wir uns über unser Boot, fehlt uns etwas Geschwindigkeit, hadern wir mit unserer etwas zu leichten Bombe. Aber Nerven behalten und warten was da kommt.

    Unser ETA Cochin wird um den 1. Dezember sein, bis dahin warten noch einige Prüfungen: Zwei Übergangszonen zwischen Hochruckgebieten, die Doldrums, eventuell ein tropisches Tief und danach Monsun für die letzten paar hundert Meilen nach Indien.
    Liebe Grüße
    Andreas

    Ericsson 3: ein seltener trockener Moment   Großbild klick!
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 3		2519	0	17.0
    2 Ericsson 4		2528	9	19.7
    3 Telefonica Blue	2556	37	19.0
    4 Green Dragon		2556	37	18.8
    5 Puma			2560	41	19.3
    6 Team Russia		2588	69	0.0
    7 Telefonica Black	2592	73	17.5
    8 Delta Lloyd		2618	99	21.0
    


    Wettervorhersage: Die jetzigen gemäßigten Verhältnisse sind die ersten Vorboten der Hochdruckgebiete, die im Norden um 23° Süd lauern.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 21.11.08, 0500 Uhr   Großbild klick!
    Ericsson 3 zieht das Feld nach Norden
    (21.11.2008, Stand 1700 Uhr) Der Wind und vor allem die See haben sich auf normele Verhältnisse eingepegelt und allen voran zieht Ericsson 3 nach Norden, gefolgt von Ericsson 4 und Puma. An vierter segelt Stelle Green Dragon ohne Baum und kann gut das Tempo der anderen noch gut mithalten. So lange man unter Spi segelt dürfte Green Dragon keine Probleme haben, aber wenn es an den Wind geht, sieht die Sache schon wesentlich schlechter aus.
    Die Flotte wird bald in leichtere Winde und zurück in die Hitze des Äquators segeln. Dann bekommt Green Dragon eine Chance den Baum zu flicken, unter höheren Temperaturen härten Kleber besser und schneller aus.







    Der gebrochene Baum der Green Dragon   Großbild klick!
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 3		2712	0	16.3
    2 Ericsson 4		2745	33	18.0
    3 Puma			2757	45	19.0
    4 Green Dragon		2767	55	19.3
    5 Telefonica Blue	2770	58	20.5
    6 Telefonica Black	2800	88	22.0
    7 Team Russia		2806	94	0.0
    8 Delta Lloyd		2822	110	20.8
    


    Wettervorhersage: Der Wetterbericht sagt ein Band von Hochdruckgebieten voraus, das wie eine Blockade vor den Booten auf dem Weg nach Indien liegt. Erst nach diesser Hürde warten die Südost-Tradewinds.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 20.11.08, 1700 Uhr   Großbild klick!
    Zwischenwertung passiert
    (20.11.2008, Stand 1700 Uhr) Auf dem Weg nach Cochin wurde am 58. Längengrad eine Zwischenwertung eingebaut: Auf der Grafik rechts als rote senkrechte Linie zu sehen. Hier gibt es Punkte zu holen, für den Ersten vier Punkte für die Folgenden je einen halben Punkt weniger. Die Wertung:
    1. Ericsson 4 +4P, 2. Ericsson 3 +3,5P, 3. Green Dragon +3P, 4. Team Russia +2,5P, 5. Telefónica Blue 2P, 6. Telefónica Black 1,5P, 7. PUMA 1P, 8. Delta Lloyd 0,5P

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Vierte am Gate – macht 2.5 Punkte!
    Wir sind Vierte in der Etappenzwischenwertung und holen uns 2.5 Punkte, alle an Bord höchst erfreut! Vor allem haben wir das Gefühl, dass wir uns das erarbeitet haben und es kein Wettergeschenk war. Werden versuchen das weiter so zu halten und Jagd auf Green Dragon zu machen, die sind gerade einmal 30 Meilen vor uns.

    Von jetzt an geht es nach Norden, wir haben die Roaring Fourties schon offiziell verlassen und der Nordwestwind ist wärmer als der Südwest der letzten Tage. Mit unserem Q9 Segel und 125 Grad wahrem Windwinkel ist es trotzdem sehr nasses Segeln.

    Telefoniere täglich mit Michael, er hält mich ins Management unserer Kampagne involviert. Statt Pause zwischen den Stopps zu machen, legt er sich mit Liz ins Zeug, um Sponsoren zu finden. Unser Boot ist noch immer nicht gebrandet, obwohl wir eine überproportionale Reichweite haben. Durch unsere Partnerschaft mit den Walschützern und die Offenheit in der Kommunikation sind wir offensichtlich weitaus interessanter als ein rein kommerzielles Team. Nach dem Rennen ist es zu spät, dieses Potenzial zu nutzen, aber auch für zukünftige Projekte wäre es gut, einen Sponsoring Partner für Team Russia zu finden. Denke da an Barcelona World Race, Class 40 oder Vendee. Vielleicht ein 10-Jahresplan mit einem Sponsor…..eventuell zu viel Zeit zum Nachdenken an Bord.

    Fuer die nächste kalte Etappe ( nach China und dann Richtung Kap Hoorn) werden wir eine Heizung einbauen, hätten das schon für die erste und für diese Etappe machen sollen. Das würde zumindest die Kondensfeuchtigkeit reduzieren und wir selbst könnten im Schlaf trocknen.

    Aus dem Flug der Albatrosse deuten wir, dass einige Boote offensichtlich Schwierigkeiten haben. Wir sind an Bord ziemlich von der Außenwelt abgeschieden und wissen nicht, was im Rennen passiert. In Kapstadt wollten Journalisten dann Kommentare von mir zu den Ereignissen und ich konnte rein gar nichts sagen. Während der 10 Tage Pause hatte ich dann auch anderes zu tun, als hunderte Emails der letzten Etappe zu lesen.

    Caey Smith repariert die Verstärkungen des Bugs von Puma
      Großbild klick!
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 3		2916	0	17.5
    2 Puma			2938	22	20.2
    3 Ericsson 4		2945	29	17.8
    4 Green Dragon		2968	52	20.2
    5 Telefonica Blue	2981	65	21.8
    6 Delta Lloyd		3000	84	22.2
    7 Team Russia		3005	89	0.0
    8 Telefonica Black	3014	98	20.8
    


    Wettervorhersage: Gegenwärtig herrschen NW 5, im Verlauf der Nacht wird der Wind erheblich zunehmen auf NW 7.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 20.11.08, 0400 Uhr   Großbild klick!
    Comeback von Ericsson 4
    (20.11.2008, Stand 0400 Uhr) Gestern am frühen Abend segelte das Feld geschlossen nach Osten. Aber kurz nach 2200 Uhr drehte Puma urplötzlich nach Nordwest, Ericsson 4 steuerte derw4il munter nach WSW. Bis das alle anderen realisiert haben und hinterherhecheln, hatte Puma ihren Vorsprung schnell von 16 auf 40 Meilen vergrößert.
    Dann aber dreht Ericsson 4 - weit vorn im Osten aber tief im Süden - auf und Pumas Vorsprung schmilzt so schnell dahin wie er gekommen war. Kurz nach 0300 Uhr übernimmt Ericsson 4 wieder die Spitzenposition: Um 0300 Uhr hatte Puma noch einen Vorsprung von 11 Meilen, um 0400 Uhr bereits einen Rückstand von 31 Meilen ...

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Bleierne Müdigkeit
    Die Tage beginnen sich wieder zu einem großen Brei zu vermischen, ich weiß nicht mehr was gestern war, welches Gespräch heute war, wann wir welches Segel gewechselt haben, wann ich noch welches Sat C Gerät reparieren wollte. Dass es heute wieder unglaublich war, weiß ich aber genau. Vier Spinnakerwechsel, einer davon in letzter Sekunde, mehrere Male die gesamten Segel umschlichten, steuern, trimmen. Nach einem Segelwechsel war ich wie erschlagen, kraftlos. Kann aber auch daran liegen, dass ich in den letzten 48 Stunden etwa vier Stunden geschlafen habe. Wir wollen alle auf dieser Etappe nach vorne kommen und geben unser Letztes. Heute habe ich jedoch ein wenig Druck herausgenommen, die Müdigkeit ist bei allen schon durchgekommen und das erhöht die Gefahr, Fehler zu machen, Segel zu verlieren oder andere Schaeden zu erleiden.

    Am frühen Abend dann begann der Wind immer weiter nach rechts zu drehen und um 2100 konnten wir halsen. Es geht wieder Richtung Norden, in zwei Tagen sollte es wärmer werden.

    Unser momentaner Fokus liegt darauf, den 58. Längengrad in vierter Position zu übersegeln und Zwischenpunkte zu sammeln. Momentan liegen im Rennen dorthin nur die beiden Ericsson Boote und Green Dragon vor uns.

    Reparaturen an Bord von Puma   Großbild klick!
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 4		3142	0	20.2
    2 Puma			3173	31	18.0
    3 Telefonica Blue	3228	86	17.0
    4 Ericsson 3		3234	92	17.3
    5 Delta Lloyd		3249	107	17.8
    6 Telefonica Black	3249	107	17.5
    7 Green Dragon		3256	114	15.8
    8 Team Russia		3304	162	0.0
    


    Wettervorhersage: Momentan WNW 4, im weiteren Verlauf des Tages stark zunehmen und drehend auf NW 6
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 19.11.08, 1700 Uhr   Großbild klick!
    Puma ernstlich angeschlagen?
    (16.11.2008, Stand 1700 Uhr) Die Bedingungen sind immer noch unmenschlich: Wind bis zu 40 Knoten, in Böen 50, aber das ist nicht das Problem. Die Strömung des Südäqutorialstroms setzt quer zur Windrichtung und das verursacht einen mörderischen. chaotischen Seegang von 8 - 10 Metern Höhe.
    In der letzten Nacht hatte Puma bereits einen strukturellen Schaden im Bugbereich erlitten, der aber provisorisch behoben werden konnte. Um 0430 Uhr heute morgen kam es zu einem weiteren Zwischenfall, bei dem das Boot wieder total abhob, bei der unsanften Landung (Justin Ferris: "That didn't sound good.") wurde der Rumpf direkt hinter dem Kielrahmen beschädigt. Glücklicherweise wurde bei dem Crash niemand verletzt.

    Eine ganze Zeitlang segelte Puma nur noch mit halber Kraft und war mit 15,5 Knoten das langsamste Schiff im Feld. Hoffentlich kann sie noch bis Cochin durchhalten. Dafür scheint zu sprechen, dass sie momentan mit dem Speed der anderen Boote mithalten kann.


    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Väterchen Frost lässt grüßen
    Es ist wieder kalt geworden, die Wassertemperatur hat drastisch abgenommen. Auf einer Temperaturkarte ist es nicht weit bis zu 1 Grad Wassertemperatur. Auch die Albatrosse sind wieder bei uns, bewundere an Deck ihren Flug, einig recht große kamen sehr nahe ans Boot heran. Nach dem Rennen (oder dem nächsten) möchte ich mit einer Fahrtenyacht hierher zurückkommen und die Inseln im Southern Ocean erkunden und wenn möglich bis zur Antarktis segeln. Die momentane Schiffsgröße wäre sicher geeignet, 14 t Verdrängung aber um die Hälfte zu wenig und 25 kn doppelt zu schnell. Statt Kohlefaser sollte es vielleicht Stahl oder Aluminium sein.

    Wir rücken in der Tabelle nach vorne, in unserer internen noch mehr als in der offiziellen. Am Weg zu unserem Navigationswegpunkt 500 Meilen im Osten sind wir inzwischen am fünften Platz und holen weiter auf. Wir waren bei den letzten Positionsmeldungen immer unter den drei schnellsten Schiffen.

    Rodion hat sich als Steuermann super entwicklet. Er hat inzwischen einen ruhigen Steuerstil und hält das Boot immer in Gleitfahrt, sucht sich die besten Wege durch die Wellen, es macht Spaß ihm zuzuschauen. Erkenne die meisten Steuerleute inzwischen schon aus der Koje heraus. Nur manchmal muss ich Rodion noch bitten, das Springen den lebenden Orcas zu überlassen, Kosatka soll besser im Wasser bleiben.

    Unser Purzelbaum gestern hat keine weiteren Spuren hinterlassen. Später hat mich noch eine Welle durch das Cockpit und über den Reitbalken des Travellers gewaschen. Habe mir dabei den Rücken etwas angeschlagen und Schmerzen in der Brustwirbelsäule. Wir hatten Protektoren in Erwägung gezogen, sind der Idee aber nicht weiter nachgegangen. Vielleicht sollten wir das für die lange fünfte Etappe in Erwägung ziehen.

    De heutigen Vormittag habe ich recht erfolglos damit verbracht, Elektronikproblemen nachzugehen. Unseren Positionsmeldungen fehlen die Umweltdaten, da der Minicomputer, der sie sammelt, offensichtlich keine Daten bekommt. Immer wieder ende ich in irgendeiner Blackbox und komme mit meiner Fehlersuche nicht wirklich weiter. Unser genauer 5Hz GPS ist leider ausgefallen, da die Antenne bei unserer Kenterung offensichtlich zu lange unter Wasser war. Und wenn unser Nachrichten Sat C eingeschaltet ist, elektrisiert man sich am Gehäuse. Der Rest funktioniert so weit.

    Stig ist gerade minutenlang 30 kn über Grund gefahren. Hatten vor zwei Stunden längere Diskussionen, ob wir auf den A6 wechseln sollen. Habe auf Warten entschieden, Glück gehabt, mit zwei Segelwechseln hätten wir einiges verloren.
    Grüße Andreas

    Kostenlose Bootswäsche für Telefonica Blue   Großbild klick!
                            DTF     DTL     kts
    1 Puma			3257	0	18.8
    2 Telefonica Blue	3277	20	17.0
    3 Ericsson 4		3284	27	21.3
    4 Ericsson 3		3290	33	16.3
    5 Telefonica Black	3292	35	15.8
    6 Delta Lloyd		3324	67	18.3
    7 Green Dragon		3353	96	16.3
    8 Team Russia		3356	99	0.0
    


    Wettervorhersage: In der ersten Hälfte der Nacht SW 6, im Verlauf abschwächend und drehend auf W 5
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 19.11.08, 0500 Uhr   Großbild klick!
    Es war der Baum, nicht der Mast
    (19.11.2008, Stand 0500 Uhr) In einer kurzen Email schreibt Ian Walker, Skipper der Green Dragon, dass der Baum in einer 50-Knoten-Bö gebrochen sei. Die Situation sei unter Kontrolle, niemand wurde verletzt. Die Green Dragon steht 1500 Meilen vor Mauritius und segelt unter Notrigg.

    Auch auf der Puma ging es hart her. Skipper Ken Read schreibt: "Eine Stunde nachdem der asymetrische Spi zerfetzt wurde, gerieten wir in eine Monsterwelle, die das ganze Schiff in die Luft schleuderte. Einem Moment unglaublicher Stille folgte ein massiver Crash in den gar nicht so weichen Indischen Ozean. Ich lief schnell nach vorne und fand einige Risse in den Längsrahmen der Bugsektion."
    Diese Teile sind wichtig für die Statik des Bootes von essentieller Bedeutung. Sieben Stunden später war der Spi wieder zusammengepuzzelt und stabilisierene Maßnahmen ergriffen. Read: "Wir sind wieder zurück im Spiel und segeln Fullspeed."

    Auch bei Telefónica Blue überlebte ein Spi nicht die Torturen und zerriss in so viele Fetzen, dass über 10 Stunden Arbeit notwendig sein werden um ihn wieder notdürftig zusammenzusetzen. Dazu kommen einigen Krankheitsfälle (Grippe oder grippaler Infakt) an Bord.

    Puma: Die Grinder bei der Arbeit   Großbild klick!
                            DTF     DTL     kts
    1 Puma			3336	0	18.8
    2 Ericsson 3		3352	16	21.0
    3 Ericsson 4		3352	16	21.8
    4 Telefonica Blue	3363	27	17.5
    5 Telefonica Black	3368	32	20.2
    6 Green Dragon		3401	65	21.5
    7 Delta Lloyd		3411	75	18.5
    8 Team Russia		3435	99	0.0
    


    Wettervorhersage: Wind gegenwärtig WSW 6, im weiteren Verlauf des Tages abnehmend auf 5 Bft und drehend auf SW
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 18.11.08, 1700 Uhr   Großbild klick!
    Mastbruch bei "Green Dragon"
    (16.11.2008, Stand 1700 Uhr) Beim Volvo Ocean Race ist es in den vergangenen 24 Stunden hoch hergegangen. Auf dem Weg nach Indien haben sich die acht Boote in zwei Gruppen aufgeteilt – und kämpfen mit äußerst stürmischen Bedingungen.
    Mehrere Boote haben bereits leichte Beschädigungen wie gerissene Segel davongetragen. Am schlimmsten hat es jedoch die "Green Dragon" erwischt: Das Team von Ian Walker erlitt einen Mastbruch und erwägt deshalb einen Zwischenstopp zur Reparatur auf Mauritius.
    An der Spitze liegt momentan die "PUMA" vor "Telefonica Blue",das hat aber im Laufe des Tages gewechselt. Interessant ist, dass Team Russia die rote Laterne an Delta Lloyd abgegeben hat. Scheinbar sind an Bord mehrere Instrumente ausgefallen, denn Team Russia meldet weder Speed noch Windstärke und Windrichtung.
    Es sieht ganz so aus, als ob nicht die Windstärke das Problem wäre sondern der chaotische Seegang: Kein Wunder, läuft doch der nicht unbeträchtliche Südäquatorialstrom genau quer zur Windrichtung ...
    Positive Nachrichten gibt es für Ericsson 4: Das World Sailing Speed Record Council (WSRRC) ratifizierte und bestätigte de neuen Weltrekord von Ericsson 4. Mit 602,66 Meilenetmal ist der Weltrekord nun offiziell bestätigt.

                            DTF     DTL     kts
    1 Puma			3474	0	19.8
    2 Telefonica Blue	3476	2	20.2
    3 Ericsson 3		3483	9	22.8
    4 Telefonica Black	3494	20	21.0
    5 Ericsson 4		3496	22	20.0
    6 Green Dragon		3511	37	22.8
    7 Team Russia		3553	79	0.0
    8 Delta Lloyd		3556	82	20.8
    


    Wettervorhersage: Momentan WSW 7, später leicht abnehmend auf 6 Bft und drehend auf SW
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute, 18.11.08 0500 Uhr   Großbild klick!
    Zwei Patenthalsen und andere Widrigkeiten
    (18.11.2008, Stand 0500 Uhr) Die Bedingungen für die acht Crews und ihre Schiffe haben sich schrittweise verschlechtert: Green Dragon machte eine Patenthalse (engl. "Chinese gybe") unter Spi. Dabei war der Schwenkkiel natürlich auf der falschen Seite (!) und das Schiff legte sich dann flach auf das Wasser. Als das Großsegel die Wasseroberfläche berührte, strömten Hunderte von Litern Wasser durch die Lüftungshutzen in das Boot. Glücklicherweise richtete sic Green Dragon von selbst wieder auf und halste zurück. Außer am Spi konnten keine Schäden festgestellt werden. Die Patenthalse kostete Green Drgon 5 bis 10 Meilen.
    Aber das ist noch nicht alles an Widrigkeiten: Die Grippe (oder andere Infektionen) haben Einzug gehalten auf Green Dragon, Puma und Telefonic Blue. Wer jetzt noch nicht krank ist, hat gute Chancen infiziert zu werden, denn die hygienischen Bedingungen an Bord sind alles andere als optimal.

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Patenthalse!
    Hatten gerade eine massive Luvkenterung, als Stig das Boot bis zum Mast in eine recht hohe Welle steckte. Das Boot krängte nach Luv, um den massiven Druck im Spinnaker loszuwerden, dieser geigte dann nach Luv und mit dem Kiel ebenfalls in Luv und 35 kn Wind, die anschoben, war die anschließende Halse unvermeidlich und wir wurden flach aufs Wasser gedrückt, so dass unser Media Crew Member Mark mit der Steuerbord-Saling-Kamera Unterwasseraufnahmen machen konnte.
    Niemand wurde verletzt, einziger Schaden an Bord war ein verbogener Bugkorb, die Aufräumarbeiten dauerten etwa eine Stunde. Trotz des Zwischenfalls konnten wir einen Schnitt von 20 kn halten. Zuvor hatte ich am Steuer bis zu 42 kn Wind, mit gerefftem Groß und dem A6 war aber auch das noch irgendwie kontrollierbar. Schwierig wird es nur, wenn die Wellen nicht zum Wind passen und weder Ausweichen noch Überholen der Wellen gut möglich ist.
    Auch auf den anderen Yachten dürfte es abenteuerlich hergehen, Delta Lloyd segelte mit durchschnittliich 15 kn, Il Mostro ging auf nördlichen Kurs und beide Telefonica Boote bleiben ebenfalls weit nördlich. Wir sehen unsere Chance und folgen Ericsson 4 auf der südlichen Route. In der Nacht werden wir versuchen konservativ und sicher zu segeln.

    Schäden der Patenthalse auf Green Dragen werden beseitigt
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                            DTF     DTL     kts
    1 Puma			3723	0	16.8
    2 Telefonica Blue	3733	10	19.8
    3 Telefonica Black	3737	14	19.8
    4 Green Dragon		3761	38	19.5
    5 Ericsson 3		3764	41	20.0
    6 Ericsson 4		3775	52	23.3
    7 Delta Lloyd		3785	62	21.3
    8 Team Russia		3812	89	0.0
    


    Wettervorhersage: Im Seegebiet südöstlich des Kaps der Guten Hoffung haben wir derzeit SW 6, im Laufe des Tages wird der Wind leicht zunehmen.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 17.09.08 1700 Uhr   Großbild klick!
    "PUMA" schlägt Nordkurs ein
    (17.11.2008, Stand 1700 Uhr) Das ewige Duell zwischen "PUMA" und "Ericsson 4" beim Volvo Ocean Race ist erst einmal Geschichte. Das Boot von Skipper Ken Read schlug überraschend einen Nordkurs ein, nachdem die beiden Yachten zunächst Kopf an Kopf in Richtung Süden gesegelt waren.
    Dass sich Reads Schachzug als taktische Meisterleistung erwies, zeigt der momentane Stand: "PUMA" machte immer mehr Boden auf Spitzenreiter "Telefonica Blue" gut und ging in Führung, während "Ericsson 4" weiter zurückfällt und Skipper Torben Grael riskiert, zu weit vom optimalen Kurs abzukommen.

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    In der Westwindzone
    Die zweite Etappe beginnt wie die erste geendet hat – mit nassem, schnellen Segeln. Der Southern Ocean hat uns wieder, wenn auch diesmal nur für ein paar Tage, und Oleg, der bei dieser Etappe an Bord ist, bekommt einen Vorgeschmack, was später im Rennen auf ihn und uns zukommen wird. Das Boo ist etwas trockener geworden, nicht außen aber auf jeden Fall innen.
    Kapstadt war wunderbar, nur viel zu kurz, aber das wäre auch bei vier Wochen Aufenthalt so. Am Ende Königswetter für den Start, zehntausende Menschen im Hafen und Unmengen Boote am Wasser, um uns auf die Reise nach Indien zu schicken. Kurz vor dem Start setzte sich dann der Südostwind bis in die Mitte der Bucht durch und die Flotte rauschte unter Code 0 zu einer Boje bei Robben Island, von dort eine Kreuz zur Ostseite der Stadt und Halbwind entlang der Küste zur letzten Tonne mitten im absoluten Windschatten des Tafelbergs und alle Yachten innerhalb von ein paar Bootslängen.
    Jean Yves, unser Wetterberater, und Wouter hatten vor dieser Flautenzone gewarnt und unbedingt empfohlen weiter westlich, wo sie viel schmäler ist, zu queren. Eine Strategie, die vor zehn Jahren für Swedish March äußerst erfolgreich war, für uns aber leider fehlschlug und uns in der Flaute dümpeln ließ, während sich die Konkurenten entlang der Küste langsam aber sicher aus dem Staub machten. Sobald auch wir aus der Flaute waren, frischte der Wind auf und wir wechselten innerhalb einer Stunde von Code 0 auf die große Genua, dann auf die J2 und schliesslich auf die J4 Fock mit einem Reff im Groß. Wir sahen die anderen Yachten noch am Horizont in die Nacht verschwinden.
    In False Bay leuchtete das Meer, wie ich es noch nicht gesehen habe. Es schien als wäre auf jeder kleinen Welle eine grünweiße Neonröhre eingeschalten, unser Kielwasser leuchtete wie ein Lichtband und der südlche Horizont grenzte sich intensiv gegen den schwarzen Himmel ab. Auch die Druckwelle unseres Schiffs war sichtbar im Wasser und pflanzte sich rund um das Schff mit Lichterscheinungen fort.
    Jetzt in der Westwindzone sind wir wieder guter Dinge aufzuholen und ein paar Plätze gutzumachen. Wichtig ist es wiederum, keine Schäden an Bord zu haben und trotzdem schnell zu segeln. Wie es im Moment aussieht, werden wir noch weiter 1500 Meilen auf dieser Breite bleiben, bevor wir nach Norden abbiegen.
    Der Beginn einer Etappe ist sehr intensiv und ich habe es einfach nicht geschafft, früher zu berichten. Nach Stunden an Deck nur noch etwas essen und in die Koje fallen

    Ericsson 3 setzt den Gennaker   Großbild klick!
                            DTF     DTL     kts
    1 Puma			3883	0	19.0
    2 Telefonica Blue	3886	3	20.8
    3 Telefonica Black	3890	7	20.8
    4 Ericsson 3		3899	16	19.3
    5 Green Dragon		3900	17	21.3
    6 Ericsson 4		3923	40	21.0
    7 Delta Lloyd		3932	49	18.8
    8 Team Russia		3947	64	0.0
    


    Wettervorhersage: Im Seegebiet südöstlich des Kaps herrschen am heutigen Abend Wind von SW 6, dies bleibt - von unwesentlichen Schwankungen abgesehen - die ganze Nacht durch konstant.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute 0400 Uhr   Großbild klick!
    Ost ist angesagt
    (17.11.2008, Stand 0400 Uhr) Während die ersten Stunden nach dem Start geprägt waren von instabilen Windverhältnissen im Schatten des Tafelberges herrschen nun stabile Winde. Im Laufe der Nacht ist die Flotte von Kurs SO auf reinen Ostkurs gegangen. Am frühen Morgen begannen Telefonica Blue und Black mit Delta Lloyd im Schlepptau bereits nach ONO zu drehen, während der Rest weiter nach Osten segelt.

    Gustav Morin von der Ericsson 3 schreibt:
    "Niemand, der einen Start vor Kapstadt auf einem Schiff miterlebt hat, wird das je vergessen. Es ist, als erlebtest du die ganze Etappe in einer einzigen Stunde: Wir hatten alles, von 25 Knoten Wind bis zur totalen Flaute. Die Flotte war schon nach 25 Minuten zerstreut und dann gerieten wir in ein Flautenloch im Windschatten des Tafelberges. Es war wie in den Doldrums.
    Aber es passierte noch mehr: Unsere Fock verhakte sich in der Radarantenne und bekam einen kleinen Riss. Als sie sich ein zweites Mal verhakte, riss sie böse entzwei und das Radar kam von oben."




    Anders Lewander und Martin Stromberg reparieren die Fock
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 3		4062	0	21.8
    2 Ericsson 4		4066	4	20.2
    3 Green Dragon		4067	5	20.5
    4 Puma			4071	9	19.3
    5 Telefonica Blue	4074	12	18.0
    6 Telefonica Black	4087	25	17.8
    7 Delta Lloyd		4100	38	17.8
    8 Team Russia		4107	45	0.0
    


    Wettervorhersage: Im Augenblick weht es südöstlich des Kaps mit SW 5, im weiteren Verlauf des Tages nimmt er auf SW 6 zu.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage um 0500 Uhr   Großbild klick!
    Das Feld sucht den Wind
    (16.11.2008, Stand 0500 Uhr) Üblicherweise würde man ja ganz eng die "Kurve kratzen", wenn man von Kapstadt nch Indien will. Genau das aber tut das Feld der Volvo-Racer nicht. Im Osten lauert nämlich die Flaute ...
    Sie gehen nach Süden, wo der wind vielversprechen ist und besseres Vorwärtskommen verspricht. Ich erinnere an Illbruck, die 2001 unvermittelt aus der Flotte auscherte und nach Süd drehte, scheinbar ohne ersichtlichen Grund. Auf der Illbruck hatte man damals aber die Rauchfahne eines Frachters entdeckt, die Wind versprach, viel Wind ...
    Illbruck hatte ruckzuck mehrere hundert Seemeilen Vorsprung, während die Konkurrenten noch in der Flaute dümpelten.




    Eng ging es zu beim Start in Kapstadt   Großbild klick!
                            DTF     DTL     kts
    1 Telefonica Blue	4366	0	11.4
    2 Delta Lloyd		4368	2	10.0
    3 Ericsson 3		4369	3	11.3
    4 Telefonica Black	4370	4	14.8
    5 Puma			4372	6	14.3
    6 Ericsson 4		4373	7	14.0
    7 Green Dragon		4374	8	13.8
    8 Team Russia		4389	23	0.0
    


    Wettervorhersage: Im Seegebiet südlich von Kapstadt wird heute vormittag SW - WSW 3-4 Bft erwartet. Im Laufe des Tages dreht der Wind auf WSW und nimmt auf 4 - 5 Bft. zu.
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage heute 1700 Uhr   Großbild klick!
    Puma und Ericsson 4 klammern wieder
    (16.11.2008, Stand 1700 Uhr) Der heutige Morgen sah Telfonica Blue an der Spitze vor Ericsson 4. Das Feld hat 14-17 Knoten Wind aus westlichen Richtungen. Gegen 0900 Uhr übernimmt Delty Lloyd die Spitze, Puma und Ericsson 4 hängen wie beim Leg 1 wieder zusammen und steuern gemeinsam den tiefsten Kurs.
    Es bilden sich zwei Gruppen: Puma und Ericsson 4 im Süden und weiter nördlich ein dichter Viererpulk bestehend aus Green Dragon, Ericsson 3, Telefonica Black und Blue. Im Norden einsam Delts Lloyd, die heute schon mal kurzzeitig an der Spitze war und Team Russia mit 37 Meilen Rückstand.

    Kampf gegen die Windlöcher
    Die besten Segler der Welt sind mit allen Wassern gewaschen – fast allen Wassern. Denn es gibt Ecken, wo die schnellsten und größten Rennyachten bislang noch nie aufgekreuzt sind. Das sorgt bei ihren Besatzungen für ein erhebliches Maß an Respekt. „Ich bin nie so verunsichert in eine Etappe gestartet“, sagte Skipper Ken Read von der „Il Mostro“, die unter der Flagge der Vereinigten Staaten segelt.
    Seit sich am Samstag die acht Crews von Kapstadt aus auf die zweite Teilstrecke des Volvo Ocean Race gemacht haben, herrscht im Feld gespannte Neugierde: „Wenn wir etwas erwarten, dann das Unerwartete“, so Read. Auf den bevorstehenden 4450 Seemeilen (rund 8240 Kilometer) wagen sich die Hochseesegler in neue Territorien: zum ersten Mal seit der Premiere der Regatta 1973 nach Asien, wo das südindische Kochi angesteuert wird. Es folgen die Zielorte Singapur und Qingdao, Segelrevier der Olympischen Spiele von Peking, bevor es wie gehabt auf altem Kurs durch den Südpazifik geht.
    Auf dem Weg von Südafrika, um das legendäre Kap der Guten Hoffnung, östlich vorbei an Madagaskar und dann Mauritius sind ganz neue Herausforderungen zu nehmen. Der Agulhasstrom im südwestlichen Indischen Ozean sorgt mit seinen Wärme- und Salzfontänen für rauhen Seegang, dann muss gegen den Südostpassat angekreuzt werden, und weiter nördlich könnten erwartete Flautentage die Fahrt zu einer langwierigen Nervensache werden lassen.
    Ähnlich hohes Tempo ist nun durch die ungünstigeren Windbedingungen wohl ausgeschlossen. Diejenigen, die sich als Leichtwindexperten sehen, wie der Skipper der „Telefonica Blue“, Bouwe Bekking, dessen Crew beim stürmischen Auftakt nur im Mittelfeld landete, malen sich deshalb neue Chancen aus, die Raser im Feld in den Windlöchern mit taktischen Spielchen abzuhängen. Die Organisatoren rechnen, dass die schnellsten Boote in etwa 18 Tagen Kochi erreichen werden.

    Telefonica Blue in Führung   Großbild klick!
                            DTF     DTL     kts
    1 Ericsson 3		4246	0	22.0
    2 Telefonica Blue	4247	1	19.8
    3 Green Dragon		4249	3	23.5
    4 Delta Lloyd		4252	6	19.8
    5 Puma			4253	7	19.5
    6 Ericsson 4		4254	8	21.0
    7 Telefonica Black	4256	10	19.3
    8 Team Russia		4286	40	0.0
    


    Wettervorhersage: Der Wind südlich des Kaps der Guten Hoffnung ist heute abends WSW 6, im Verlauf der Nacht wird er auf SW drehen und auf 4-5 abschwächen.
    Quelle: Peter O. Walter



    Weblinks:
    Das Volvo Oceanrace in Wikipedia
    Bisherige Regatten und Geschichte


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