Segeln / Sailing : Volvo Oceanrace Round The World 2008 - 2009
    EUROPÄISCHES SEGELINFORMATIONSSYSTEM

    Volvo Oceanrace 2008 / 2009
    Die dritte Etappe Cochin - Singapur



    Was bisher passierte: Leg 1   leg 2   Leg 3   Grafik: Alle Etappen   Revierbedingungen: Leg 3   Videos   Zwischenwertung  



    Die Bilder rechts vergrößern sich beim Anklicken
    Hier kann man (kostenlos) mitmachen bei der Computer-Regatta: Volvo Ocean Race  



    Lage 22.12.08, 0400 Uhr   Großbild klick!
    Schleichen im Duett
    (22.12.2008, Stand 0400 Uhr) Der Wind war tagsüber wieder da, vorbei das Schlagen der Segel und das zermürbende Schleichen, Zentimeter um Zentimeter. Das führende Quartett von gestern hat sich aufgesplittet in zwei Paare: In Landnähe die beiden Erzrivalen, die führende Puma und Ericsson 4 (+1). Die Nähe der Küste bietet die Möglichkeit, ggf. die Landwind-Seewindzirkulation auszunutzen.
    Weiter draußen belauern sich Ericsson 3 (+3) und Telefonica Blue (+4).
    Jetzt allerdinggs ist es schon wieder vorbei mit dem Wind und Schleichen ist wieder angesagt, nur Green Dragon (+47) und Team Russia (+54) können etwa schneller.

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    In der Straße von Malakka
    Inzwischen sind wir in die Straße von Malakka eingelaufen, haben das „Scoring Gate“ als Siebente passiert und arbeiten daran, Green Dragon und Telefonica Black anzugreifen. Um das Nordkap von Sumatra hat der Wind mehrere Male gedreht, wir haben die Dreher mitgenommen. Zweimal hatten wir Kosatka zum Wenden bereit gemacht, das heißt alle Segel an Deck nach Lee verfrachten und innen die Ausrüstung ebenso, insgesamt 15 Minuten Arbeit für alle, als der Wind wieder geraumt hatte und wir doch nicht wendeten. Da nach weiteren 15 Minuten der Wind nicht wieder geschralt hatte, räumten wir alles wieder nach Luv,
    Nachtwache an Bord der Puma   Großbild klick!

    also gegen die Schwerkraft, was ungefähr 25 Minuten dauert. Immer noch besser, als zweimal gegen den Dreher zu wenden, auch wenn es nur anstrengende Beschäftigungstherapie ist. Wir haben auch versucht, eine etwas aggressivere Linie zu segeln als die beiden vor uns.
    Offensichtlich sind beide sehr aufeinander konzentriert, Green Dragon weiß, dass sie bei Leichtwind keine Chance gegen Telefonica Black haben, da sie nur einen schweren Spi und eine schweren C3 an Bord haben und daher in den nächsten 24 Stunden überholen und einen Vorsprung heraussegeln müssen. Telefonica ist bedacht, zwischen Green Dragon und Singapur zu bleiben und keinen Hebel zu erlauben. Wir versuchen das auszunutzen und in kleinen Schritten weiter näher zu kommen.
    Wir haben für die Leichtwinde später in der Straße einen A1 Spi, der uns schon nach dem Start auf den zweiten Platz gebracht hat, eventuell reicht er um zwei Plätze gutzumachen. Der Wille ist da, das Herz dazu auch. Je nachdem auf welchem Schlag wir gerade sind (Streck- oder Holebug), zeigt der dreistündliche Positionsreport einen Gewinn oder Verlust, abgerechnet wird, wenn wir auf direkten Kurs gehen.
    Haben wieder einen neuen Bauchkrampfanfall an Bord, hatte meine Praxis schon geöffnet und nach Anweisung vom letzten Mal behandelt. In zwei Stunden gehe ich die nächste Visite, leider ohne Krankenschwestern an meiner Seite, nur einen übelriechenden Segler.
    Das AIS (Was ist AIS?) leistet hier großartige Dienste. Im dichtesten Schiffsverkehr, den ich jemals erlebt habe, sehe ich am Bildschirm alle Schiffe, deren Kurs, Geschwindigkeit, Name und MMSI. Wenn es mit einem knapp wird, rufe ich ihn mithilfe der MMSI Nummer an und bitte den wachhabenden Schiffsführer unser Heck zu passieren. Wir sind auch über unser AIS sichtbar und bisher haben alle Schiffe positiv reagiert.
    Die tropischen Sonnenuntergänge sind unglaublich, ebenso die Aufgänge, aber das wurde ja schon tausende Male beschrieben. Heute Früh haben wir die Insel Pulau We passiert, gleich in der Nähe von Banda Aceh, das seit dem Tsunami 2004 traurige Berühmtheit erlangt hat. Die Insel ist offensichtlich mit tropischem Regenwald bedeckt, hätte große Lust an Land zu gehen. Stelle mir immer wieder vor, wie die Portugiesen vor 500 Jahren hier alles entdeckt und vorgefunden haben, das Bild von heute Früh war damals wahrscheinlich genauso.



    Lage 21.12.08, 1600 Uhr   Großbild klick!
    Roulette in der Flaute
    (21.12.2008, Stand 1600 Uhr) aus dem "Matchrace-Trio" ist jetzt ein Quartett geworden, allerdings ist an Matchrace nicht zu denken: Die Schiffe stehen mit schlagenden Segeln im Schwell der vorbeifahrenden Frachter ...
    Dazu kommt der Nordäquatorialstrom, der nach Norden setzt, je enger die Straße desto heftiger. Ehe man dann rückwärts treibt, kann sogar ankern sinnvoll sein.
    Auch die Reihenfolge hat sich grundlegend geändert: Telefonica Blue, Ericsson 3 (+1), dann erst Ericsson 4 (+4) und Puma (+4).
    Telefonica Black (+16) segelt noch mit 6,3 Knoten , beginnt aber auch schon die Auswirkungen der Flautenzone zu spüren, vielleicht kommt sie in den Bereich des morgendlichen Seewinds und kann sich an der stehenden Flotte vorbeischleichen.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 21.12.08, 1700 Uhr bis 22.12.08 0500 Uhr: Varible Winde um 1 Bft. Gegen Morgen auffrischend
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 21.12.08, 0400 Uhr   Großbild klick!
    This is the Las Vegas of sailing
    (21.12.2008, Stand 0700 Uhr) Gestern abends schien die Welt für Ericsson 4 noch in Ordnung zu sein: Man hatte komfortable 41 Meilen Vorsprung, segelte 20 Knoten. War das Leben nicht schön?
    Doch dann lies der Wind nach, aus den zwanzig Knoten wurden lahme zehn.
    Stunde für Stunde knabberten die Verfolgern an dem schönen Vorsprung und flugs waren aus den schönen 41 Meilen mickrige 21 geworden.
    Um Mitternacht hatte sich zu dem Tandem Puma - Telefonica Blue noch Ericsson 4 gesellt. Matchrace zu Dritt - noch dazu in drehendem Wind - ist ja noch viel schöner.
    Derweilen machte sich weit im Osten Green Dragon daran das Feld von hinten aufzurollen: Während die Führenden fleißig das Wenden übten, segelte sie sechzehn Knoten Speed und machte aus
    Abends in der Straße von Malakka   Großbild klick!
    116 Meilen Rückstand 48 Meilen.
    Auch jetzt ist sie mit 12,8 Knoten noch die schnellste Yacht ...

    Was sagte Gustav Morin von der Ericsson 3 über die Straße von Malakka?
    "Everything can happen. This is the Las Vegas of sailing."



    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 21.12.08, 0700 Uhr bis 21.12.08 1700 Uhr: Variable Winde zwischen 0 und 3 Bft.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 20.12.08, 1600 Uhr   Großbild klick!
    Ericsson 4 startet durch
    (20.12.2008, Stand 1700 Uhr) Die führende Ericsson 4 konnte den ganzen Tag ihren Vorsprung halten, musste zwischendurch sogar ein paar Meilen abgeben. Bis sie gegen 1430 Uhr den Kick bekam: Ein Winddreher von 30 Grad sorgte für die nötige Beschleunigung auf 16 Knoten, während das Feld mit elf Knoten hinterherhechelt.
    Green Dragon kann nicht mal das: Sie liegt in der Flaute und schleicht mit 2,8 Knoten dahin.
    Telefonica Blue und Puma sind etwa eine Meile auseinander, liefern sich quasi ein Matchrace, wobei Puma einen Tick schneller ist. Sie haben zwar den Winddreher ebenso mitbekommen, können ihn aber noch nicht nutzen, da dieser Weg geradewegs in die Flaute führen würde ...

    Hydriertes Trockenfutter, mmh ...   Großbild klick!
    Ian Walker, Skipper der Green Dragon schreibt:
    Wir haben jetzt ein größeres Problem die Batterien zu laden, vielleicht haben wir nicht genug Power für die nächsten Tage. Das bedeutet kein Essen, kein Wasser, kein Licht und keine Instrumtenanzeigen. Ursache scheint der defekte Laderegler zu sein.
    Diie Umgebung wird jetzt verkehrsreicher, aber keine Spur von Fischern oder Piraten. Dafür aber jeder Mege Treibgut wie Bambus oder Baumstümpfe.


    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 20.12.08, 1700 Uhr bis 21.12.08 0500 Uhr: Zunächst NNO 2, später pendelnd zwischen ONO und OSO 2
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 20.12.08, 0400 Uhr   Großbild klick!
    Ein schwieriges Revier: Die Straße von Malakka
    (20.12.2008, Stand 0700 Uhr) Nach einem kurzen Schlag nach Norden befinden sich nun alle Yachten im weit offenen nördlichen Trichter der Straße von Malakka. Sogar Team Russia musste einen kurzen Schlag nach Norden machen um nördlich an Palau We vorbeizukommen. Nur Delta Lloyd hinkt schwer angeschlagen mit gebrochenem Kielrahmen noch im Golf von Bengalen und 171 Meilen Rückstand hinterher.
    Ericsson 4 hat ihren Vorsprung gegenüber allen anderen von acht auf siebzehn Meilen ausgebaut und segelt zusammen mit Telefonica Blue nach Südost.
    Für Segler ist die Straße von Malakka ein schwieriges Revier: Im nödlichen Teil, wo sich die Straße weitet, gibt es die üblichen, für den Golf von Bengalen und die Doldrums typischen
    Eine Böenwalze rollt auf Ericsson 4 zu   Großbild klick!
    Windverhältnisse: Plötzliche Böen bis 6 Bft. verbunden mit starken Schauern, dann (und das überwiegend) drehender Schwachwind mit Flautengebieten.
    Je weiter man nach Süden kommt desto unberechenbarer werden die Winde. Flauten werden häufiger, der Wind dreht extrem. Die Windsituation in diesem Teil wird domininiert duch Gewitter, die sowohl auf der malaysischen Seite als auch über Sumatra entstehen.



    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)
    Wettervorhersage für 20.12.08, 0800 Uhr bis 20.12.08 2000 Uhr: NO bis NNO 3, am Nachmittag NO 3 drehend auf N 2
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 19.12.08, 1600 Uhr   Großbild klick!
    Puma: Knapp überlebt, neues Problem droht
    (19.12.2008, Stand 1700 Uhr) Als einige der VOR-Yachten wird wohl Team Russia Palau We anliegen können und hat ihren Rückstand auf Green Dragon, die ja noch hochkreuzen muss, weiter verringert.
    Wieder mal einen satten Zuschlag aufs Punktekonto gibt es für die eh schon in der Gesamtwertung führende Ericsson 4, die als erste die Linie der Zwischenwertung bei Palau We erreicht.

    Kenny Read, der Skipper der Puma schreibt:
    Die Situation mit den fehlenden Gabeln und Löffeln an Bord haben wir um Haaresbreite überlebt. Danke an alle Mailschreiber für ihre Vorschläge. Aber jetzt haben wir ein neues Problem: Durch die Überbeanspruchung brach die Pumpe unserer einzigen Bordtoilette. Die Heckreling trägt schon deutliche Gebrauchsspuren.
    Wir bitten um Emails ...

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Aufregung um Delta Lloyd
    Das Rennen entwickelt sich etwas zum Demolition Derby, letzte Nacht war Delta Lloyd an der Reihe als sich mit einem lauten Krach ein Zylinder der Kielhydraulik von seiner Lagerung im Karbonschott befreite. Chuny (der Skipper) schlug sofort Alarm und die Rennleitung bat uns bereit zu sein, Delta Lloyd beizustehen, falls sie das Schiff verlassen müssen. Wir waren etwa 40 Meilen entfernt und wären in 3 Stunden vor Ort gewesen. Inzwischen hat sich die Situation stabilisiert und Delta Lloyd segelt mit dem anderen Zylinder und reduzierter Segelfläche Richtung Wegpunkt. Mit etwas Glück können sie in der Straße von Malakka im Leichtwind sogar noch aufholen.
    Ericsson 4 in der Abenddämmerung   Großbild klick!
    Die andere Seite des Ereignisses ist, dass jetzt alle Boote bis auf Kosatka (klopfe sofort auf Holz), schwere strukturelle Schäden hatten und in einem Hafen grundlegende Reparaturen durchführen mussten. Als Michael und ich Kosatka mit Rob Humphreys und Will Brooks konzipierten, war klar, dass wir uns alleine aufgrund der Kosten kein Boot leisten können, das nach jeder Etappe 10 Bootsbauer benötigt. Wenn das bei dem harten Wettbewerb das Erfolgsrezept ist, dann finde ich das eine komplett falsche Richtung und bin auf der anderen Seite stolz darauf, dass wir mit einem Boot, das aufgrund seiner Hochseetauglichkeit eine leichtere Bombe hat, doch so einigermaßen mithalten kann. Bin schon neugierig auf die naechste Etappe nach China, wo wir im Schnitt 10kn mehr Wind sehen und ausschliesslich an der Kreuz segeln werden.
    Der Chat über die Yachtrevue-Website macht mir echt Spass und ich freue mich, dass das Rennen vielen Seglern näher kommt und Freude bereitet.
    Der Livechat gestern war eine willkommene Abwechslung. Hat Spaß gemacht mit euch zu plaudern, Die Nachrichten vom Vendee Globe sind etwas erschütternd und zeigen, wie sehr am Limit die Top Boote sind und wie sehr am Limit der Segler gesegelt wird. In diesen Bereichen sind beide Rennen gleich und stehen sich nichts nach.
    Habe noch nie so wenig von Weihnachten mitbekommen wie dieses Jahr. Erstens ist es viel zu warm für Weihnachten, dann fehlt die Weihnachtsbeleuchtung an Bord und keine Weihnachtslieder dröhnen aus dem Radio. Hoffe sehr, rechtzeitig in Singapur zu sein um meinen Flieger nach Hause zu erwischen.
    Unsere Nordroute beginnt sich auszuzahlen, während wir den Wegpunkt gerade anliegen können, werden alle anderen wenden müssen. Wir segelten den Schlag mit Wind von Steuerbord bei Wind aus 90 Grad im Schnitt, die anderen werden das bei bestenfalls 70 Grad machen können. Über Nacht waren wir im Norden deutlich schneller und haben wertvolle Meilen aufgeholt. Bis zum Wegpunkt wird wahrscheinlich die Strecke nicht ausreichen um Boote zu überholen, wir werden aber auf jeden Fall deutlich näher gekommen sein. Wir können im Moment nichts anderes tun als schnell segeln und das tun wir so gut wir können.
    Ericsson 4 zeigt immer wieder eine deutliche Überlegenheit bei der Bootsgeschwindigkeit und kann sich taktisch viel konservativer geben, eine recht beneidenswerte Position und Ericsson 3 ist nicht weit davon entfernt.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)
    Wettervorhersage für 19.12.08, 1700 Uhr bis 20.12.08 0500 Uhr: ONO 3, später drehend auf O 4
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 19.12.08, 0400 Uhr   Großbild klick!
    Wer schafft den Anlieger?
    (19.12.2008, Stand 0400 Uhr) Über Nacht hat sich Einiges getan: Durch ihre nördliche Position im Vorteil war Team Russia die ganze Nacht über das schnellste Schiff der Flotte und konnte ihren Rückstand von 106 auf 85 Meileen verringern.
    Das vor ihr liegende Feld kann bei der jetzigen Windsituaton (Wind aus 46° - 50°) Palau We nicht anliegen und muss auf einen Dreher hoffen, der auber laut Wettervorhersage unwahrscheinlich ist. Team Russia kann es durch ihr Plus an Höhe vielleicht schaffen. Auf alle Fälle wird sie ihren Rückstand noch weiter und erheblich verringern.
    Und haben wir es nicht gleich gewusst: Ericsson 4 ist wiedermal vorne: Seit gesten Abend hat sie aus einem Rückstand von vier Meilen einen Vorsprung von drei Meilen vor der jetzt zweitplatzierten Telefonica Blue gezaubert.
    Pech für Delta Lloyd: Gestern (18.12.) brach um 1930 Uhr mit einem "big bang" der Kielrahmen auf der Backbordseite. Das bedeutet, dass Delta Lloyd auf dem gegenwärtigen Kurs den Kiel nicht mehr nach Bb hochklappen kann, sondern nur in sehrechter Stellung gesegelt werden kann. Dies macht sich natürlich in einer wesentlich geringeren Bootsgeschwindigkeit (9,8 statt 12-13 Knoten) bemerkbar. Die Crew sei nicht gefährdet, es erfolgte auch kein Wassereinbruch. Team Delta Lloyd ist die ehemalige ABN Amro One, die Gewinnerin des letzten Volvo Ocean Race, die damals das Rennen ohne einen einzigen Schaden beendete.

    Delta Lloyd: Kielmachanik gebrochen   Großbild klick!
    Die Kielmechanik   Großbild klick!





    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)




    Wettervorhersage für 19.12.08, 0700 Uhr bis 19.12.08 1700 Uhr: ONO - NO 4, gleichbleibend
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 18.12.08, 1300 Uhr   Großbild klick!
    Kurs Paulau We
    (18.12.2008, Stand 1300 Uhr) Die Flotte befindet sich jtzt in stetigem Wind von 3 Bft und läuft Nach Südost - beinahe ein Anlieger auf Paulau We. Es könnte klappen, denn der Wind soll in nächster Zeit mehr nach Nord drehen.
    Ericsson 4 kommt immer näher an die noch führende Telefonica Blue heran, noch dazu hat sie den Vorteil, dass sie höher liegt. Sie kann also die Segel ein wenig aufmachen und das Schiff laufen lassen während Telefonica Blue höher am Wind segeln muss.
    Team Russia liegt auch sehr hoch, kann die Kiste laufen lassen und so vielleicht noch ein paar Plätze gutmachen.

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Zwischenziel Sumatra
    Letzte Nacht eine interessante Begegnung gehabt. Im dichten Schiffsverkehr zeigt das AIS ploetzlich ein Schiff mit dem Namen APL Austria, mit 1.4 kn driftend an. MMSI Nummer steht in den AIS Daten, ins UKW Funkgerät eingetippt und schon hatte ich eine Verbindung. Es stellte sich heraus, dass das Schiff unter Charter läuft, es war aber kein Östereicher an Bord.
    Telefonica Blue: Nasse Segelanzüge   Großbild klick!
    Kurz danach segeln wir in ein dichtes Wolkenfeld, der Himmel öffnet seine Schleusen und für eine halbe Stunde bläst es mit bis zu 38 kn, zum Glück aus 110 Grad und wir können den Bug weiter nach Osten halten.
    Heute Früh haben wir gewendet und sind knapp unter dem Anlieger zum Nordkap von Sumatra. Laut Quickscat sollten wir durchgehend etwas mehr Wind haben als die südlichere Gruppe. Auf den nächsten 500 Meilen hoffen wir aufzuholen. Am Kap erwarten wir, dass der Wind wieder nach Osten dreht, was die anderen Yachten bevorteilen kann. Beeindruckend (und etwas frustrierend) ist wieder einmal die Geschwindigkeit, mit der Ericsson 3 segelt, vor zwei Tagen haben wir uns noch mit denen direkt gemessen. Sergey hat sich eine Rippe geprellt und ist im Krankenstand, kein Wunder bei den Bootsbewegungen an der Kreuz. Habe in der Koje fast kein Auge zugetan, immer wieder abgehoben und am Rahmen der Rohrkoje gelandet.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)
    Wettervorhersage für 18.12.08, 1700 Uhr bis 19.12.08 0500 Uhr: Wind 3-4 aus ONO, im Verlaufe der Nacht auf NO drehend
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 17.12.08, 1600 Uhr   Großbild klick!
    Kurs Nord
    (17.12.2008, Stand 1700 Uhr) Alle gehen mehr oder weniger heftig nach Norden, am extremsten wohl Team Russia, die aber 104 Meilen auf die führende Telefonica Blue hat, welche ihren Vorsprung aber eisern hält.
    In der Vierergruppe hinter Ericsson 4 ist Puma mit 13 Knoten die Schnellste des gesamten Feldes.

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Schlechte Straßen, Krankenstände und ein Leck
    Haben uns inzwischen gut von Sri Lanka gelöst und segeln im Monsun. Der Wind pendelt zwischen 15 und 22 kn und dreht von 050 bis 090, wir segeln mit J2 und vollem Groß und die Ausrüstung ist maximal in Luv gestaut, bei 11 bis 12 kn Fahrt vollführt das Boot Bocksprünge über die kurzen Windwellen. Unser Plan ist nach wie vor über eine nördliche Route nach Sumatra zu segeln, da wir im Osten der Bucht von Bengalen Wind aus 040 erwarten. Der Großteil der Flotte dürfte auf diese Karte setzen, nur Telefonica Azul bleibt hartnäckig auf der Südroute und führt zur Zeit das Feld an. Die Spekulationen darüber reichen von einem Winddreher nach Südosten bis zu weniger Wellen um das Boot nicht zu beschädigen. Um uns ist reger Schiffsverkehr, offensichtlich befinden wir uns in der direkten Schifffahrtsroute zwischen der Straße von Malakka und dem Suez Kanal. Immer wieder begegnen wir Fischern, entweder mit Schleppangeln oder mit Netzen, wie jenes, in das wir uns verfangen hatten.
    Ericsson 3: Segelwechsel   Großbild klick!
    Camron und Nick beklagten sich gestern über Bauchkrämpfe, Mikey diagnostizierte “Guilt”, schlechtes Gewissen wegen ihrer Untaten an Land. Als on board medic befragte ich die Patienten und schickte eine genaue Beschreibung des Krankheitsbildes an unsere Teamärztin Nina Gründler und bekam postwendend per E-Mail die Ferndiagnose mit Behandlungsvorschlag, und das mitten im Indischen Ozean, mehr als 10.000 km von zu Hause. Ich selbst war die letzten 24 Stunden auch nicht fit, Kopfweh und generelles Unwohlsein mit leichten Bauchschmerzen. Die Segelwechsel und Wenden mit Umstauen fielen nicht leicht.
    Heute Morgen entdeckten wir ein Leck bei der Decksdurchführung von Fockcunningham und innerem Vorstag. Das Drainagesystem aus Fahrradschläuchen, Schlauchbindern und Ableitungen hatte sich gelöst und wir hatten etwa 150 l Wasser im Vorschiff. Bei einem Hydraulikzylinder war auch Öl ausgetreten, die Reparatur war eine mächtige Rutschpartie im Vorschiff. Am Ende waren Scotty, Nick und ich in der Emulsion gebadet.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)
    Wettervorhersage für 17.12.08, 1700 Uhr bis 18.12.08 0500 Uhr: Erste Nachthälfte O 4, später abnehmend auf ONO 3
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 17.12.08, 0500 Uhr   Großbild klick!
    Telefonica Blue allein im Süden
    (17.12.2008, Stand 0500 Uhr) Die VOR-Flotte geht nach Norden, in der Hoffnung dort mehr Wind zu finden. Diese Annahme ist recht fundiert, sagt doch der Wetterbericht für die kommenden Tage in dem Bereich sechster bis achter Breitengrad Winde voraus, die zwar gegenan sind aber immerhin stabile 15 Knoten bieten. Südlich dieser Zone gibt es die sattsam bekannten 5-10 Knoten drehenden Winde. Und genau in denen befindet sich die (noch?) führende Telefonica Blue.
    Ericsson 4 hat sich auf Platz zwei vorgearbeitet und führt die Flotte im Norden an. Man darf gespannt sein, wie sich diese Situation im Laufe des Tages weiterentwickelt. Nächstes Update heute gegen 2000 Uhr ...

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)
    Wettervorhersage für 17.12.08, 0500 Uhr bis 17.12.08 1700 Uhr: Drehende Winde von O bis NO 1-3 Bft.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage um 1600 Uhr   Großbild klick!
    Die Löffel vergessen ...
    (16.12.2008, Stand 1600 Uhr) Wieder einmal hat sich die Lage verändert: Zwar liegt nach wie vor Telefonica Blue vorne, aber ihr Vorsprung hat sich auf 20 Meilen gegenüber Green Dragon vergrößert und mit 11,3 Knoten ist sie die schnellste Yacht. Ericsson 4 hat sich wieder nach vorne gearbeitet und liegt nun auf Platz drei.

    An Bord von Puma gibt es ein kleines Problem: Man hat die Löffel in Cochin vergessen und von den 13 Platikgabeln sind schon acht zerbrochen ...



    Puma: Die Löffel vergessen ...   Großbild klick!







    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)
    Wettervorhersage für 16.12.08, 1700 Uhr bis 17.12.08 0500 Uhr: Wind 2 Bft aus wechselnden Richtungen
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 16.12.08, 0700 Uhr   Großbild klick!
    It's a long way to Sumatra
    (16.12.2008, Stand 0700 Uhr) Wie bereits vorhergesagt hat sich durch die Aufteilung gestern die Situatiuon grundlegend verändert: Die Spitzengruppe, jetzt angeführt von Telefonica Blue, Telefonica Black(+9) und Green Dragon (+12) ist viel weiter auseinandergezogen und der gestrige Spitzenreiter Ericsson 4 (+15) ist zurückgefallen auf Platz sechs noch hinter Erzrivalen Puma (+13).
    Der Wind ist nicht berauschend, ermöglicht aber konstante Bootsgeschwindigkeiten zwischen neun und zehn Knoten. Dazu kommt, dass die Schiffe den Wind gegen sich haben und mit einer Strömung von drei Knoten gegenan kämpfen. Zur Nordspitze von Sumatra wird es unter diesen Umständen ein weiter Weg.

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Kurs Nord oder Süd?
    Der Süden Sri Lankas wurde wieder zum Segelkrimi. Extremer Leichwind gegenan und Strom mit bis zu drei Knoten ebenso machten uns das Leben reichlich schwer. Die meiste Zeit sahen wir Ericsson 3 hinter uns und Green Dragon vor uns, bis sich die beiden entschlossen, weiter nach Süden zu segeln, wir aber im Norden bleiben wollten. Jedes Mal wenn wir weiter nach Süden kamen wurde der Wind leichter und der Strom versetzte uns stark nach Westen. Jedes Mal wenn wir wendeten nahmen wir in Kauf, für kurze Zeit nahezu unseren Gegenkurs zu segeln, dafür kamen wir in mehr Wind aus nördlicher Richtung. Heute Vormittag scheint der Plan aufgegangen zu sein, wir kamen in eine stabilere Brise aus Nordost. Hoffentlich hält das für uns und ist der Beginn des Monsuns, der uns bis nach Sumatra begleiten soll. Ericsson 4 scheint einen ähnlichen Plan zu haben und ist ebenfalls nach Norden gesegelt, haben dadurch jedoch die Führung an Telefonica Blue abgegeben. Unser weiterer Plan ist es, uns weiter nördlich zu positionieren, sobald wir einen entsprechenden Winddreher bekommen. Von 9 Grad Nord sollte es dann direkt Richtung Nordkap Sumatra gehen.
    Green Dragon im Leichtwind   Großbild klick!
    Scott und Sergey haben sich gut eingelebt und neue Geschichten an Bord gebracht. Großes Spekulationsthema ist zur Zeit, ob wir rechtzeitig für Weihnachten in Singapur ankommen werden. Bei Leichtwind erscheint es immer unmöglich, ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir bald vollen Monsun haben und gut Meilen machen werden.
    In Cochin haben ich einige Fahrtensegler getroffen, Amerikaner und Engländer. Offensichtlich ist das Fahrtensegeln weltweit auf einige wenige Gegenden beschränkt, außerhalb der erschlossenen Reviere ist es eine Ausnahme welche zu treffen. Aber gerade die unerschlossenen Gegenden finde ich besonders reizvoll und Wert entdeckt zu werden. Viele träumen davon, ein paar Stellvertreter, wie die Seenomaden Doris und Wolfgang, machen es dann und lassen die, die es nicht machen, virtuell mitkommen.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 16.12.08, 0700 Uhr bis 16.12.08 1700 Uhr: Drehende Winde von 0 - 2 aus NE bis E
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 15.12.08, 1600 Uhr   Großbild klick!
    Der Schlüssel zum Erfolg
    (15.12.2008, Stand 1700 Uhr) Offensichtich sind die Meinungen geteilt, wo am meisten Wind zu finden ist: Das führende Trio immer noch bestehend aus Ericsson 4, Telefonica Blue und Puma und weiter hinten Ericsson 3 streben nach Norden während Telefonica Black, Green Dragon und Team Russia ihr Glück im Süden suchen.
    Bis jetzt konnte noch alles möglich sein. In der jetzigen Situation liegt dder Schlüssel zum Erfolg: Wer jetzt die richtige Entscheidung getroffen hat, wird mit vorne dabei sein.
    Delta Lloyd hat jetzt wieder Wind gefunden und kann sich alle Optionen offen halten.

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Heiße erste Phase
    Wieder ein recht intensiver Start in die erste Phase der dritten Etappe. Unglaublich taktisch, zeitweise nervenaufreibend und recht heiß. Während der ersten 300 Meilen waren alle Yachten in der Spitzengruppe und verloren diese Position auch wieder.

    Volvo hat im Süden Sri Lanka seine sogenannte “exclusion zone” eingerichtet, um die Flotte von der Insel fernzuhalten. Diese Zone ist durch eine 197 Meilen lange Stecke auf 5 Grad 12 Minuten Nord festgelegt, alle Yachten müssen diese Linie im Norden liegen lassen, danach geht es auf die 800 Meilen lange Kreuz zum Nordende der Insel Sumatra. Da der Monsun keine großen Winddreher erwarten lässt, wird es auf die Kreuzgeschwindigkeit unter der Genua 1 ankommen.
    Telefonica Blue: Konzentration am Steuer im Leichtwind
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    Zur Zeit segeln wir noch unter Code 0 in 10 kn Wind parallel zur Zone. In den nächsten Stunden erwarten wir, dass der Wind etwas weiter nach Osten dreht und leicht zunimmt. Die Genua 1 liegt schon angeschlagen am Vordeck bereit.
    Die Wettermodelle sind in dieser Gegend weiterhin recht unzuverlässig, einfach zu wenige Daten, die die Grundlage für die Modelle bieten. Eine umso wichtigere Bedeutung bekommen die dreistündigen Positionsmeldungen, mit denen auch die durchschnittlichen Windbedingungen der letzten 15 Minuten übermittelt werden.

    Film: Delta Lloyd an der Startlinie (erfordert RealPlayer)

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)
    Wettervorhersage für 15.12.08, 1700 Uhr bis 16.12.08 0500 Uhr: Erste Nachthälfte NE bis NNE 2, in der zweiten Hälfte zunehmend auf NNE 3
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute, 15.12.08, 0500 Uhr   Großbild klick!
    Alle haben Wind
    (15.12.2008, Stand 0500 Uhr) Wirklich alle? Nein! 64 Meilen im Westen auf Delta Lloyd kämpft eine unbeugsame Crew von Seglern gegen die Flaute und das Leben ist nicht leicht für sie ...
    Denn: Die ganze übrige Flotte, allen voran die üblichen Verdächtigen Ericsson 4, Telefonica Blue und Puma haben Wind und kommen mit zehn bis elf Knoten gut voran, während sich Delta Lloyd mit extrem drehendem Schwachwind herumschlagen muss und einen Haken nach dem anderen schlägt um überhaupt Fahrt ins Boot zu bekommen.
    Die führende Dreiergruppe kann sich gegenseitig gut im Auge behalten, dahinter beäugen sich Telefonica Black (+9) und Green Dragon (+16) sowie Team Russia (+21) und Ericsson 3 (+24).

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Und los geht’s!
    Start in Cochin zur nächsten Etappe – wir sind wieder mit ganzem Herzen dabei Die Begeisterung für das Volvo Ocean Race in Indien hat die größten Optimisten überrascht. Über eine Million Menschen haben das Race Village besucht, die Besucher standen stundenlang an, um in den Simulator oder den Dome zu kommen, in der Stadt wurde ich regelmäßig auf das Rennen angesprochen.

    Vor drei Tagen hielt ich in einer Schule einen Vortrag und war überwältigt. Mitten im tropischen Wald im Norden von Cochin steht eine Schule wie seinerzeit meine, roter Backstein mit grünen Fenstern. Für die Kinder war es ein Ereignis, auf das sie sich vorbereitet hatten, besser als ich, da ich erst einen Tag davor von meinem Auftritt erfuhr. Aus den geplanten 20 Minuten wurde eine Stunde voll mit Fragen, die Lehrer hatten damit offensichtlich den wenigsten Stress. Wir diskutierten über das Rennen, Wale, Delfine und was „frieren“ bedeutet – wenige konnten sich darunter etwas vorstellen. Geplant war ein Showstart im Hafenbecken, aufgrund von Windmangel wurde daraus eine Prozession unter Großsegel und Motor.
    Die Ufer waren voll mit Zuschauern, am Wasser Boote, in der Luft Huschrauber, alles improvisiert, natürlich und unglaublich freundlich. Auf dieser Etappe segeln wir das Boot um etwa 600 kg leichter als auf den beiden vorhergehenden. Wir haben keinen Starkwindspi (A6) an Bord, statt des Code 3 einen A1-Leichtwindspi, jeweils zwei Segler teilen sich eine Tasche, weniger Verpflegung aufgrund der warmen Temperatur, weniger Ersatzmaterial. So wollen wir vor allem die Leichtwindeigenschaften positiv beeinflussen. Die gesamte Etappe gliedert sich in deutlich abgegrenzte Abschnitte. Zuerst Leichtwind-Küstensegeln entlang der indischen Küste mit Seebrise am Tag und Landbrise in der Nacht, dann eine Übergangszone in die Straße von Sri Lanka, in der der Monsun weht. Südlich von Sri Lanka hat Volvo ins Lee der Insel eine Sperrzone gelegt, die wir im Norden liegen lassen müssen. Sobald wir durch das Lee sind, steht eine lange Kreuz bis nördlich von Sumatra an, wo es wieder eine Zwischenwertung am Längengrad der Insel Pau We gibt. Der letzte Abschnitt ist die Straße von Malakka, mit Fischerbooten, Leichtwind und dem weltweit dichtesten Schiffsverkehr.

    Segel packen auf der Puma   Großbild klick!
    Den Cochin-Start steuerte ich, Stig als Einflüsterer (= Taktiker) und Rodion an der Großschot. Oleg setzt diese Etappe wieder aus, statt seiner ist unser Rigger Scotty an Bord, der Rest ist unverändert. Wir sind jetzt eines der jüngsten Teams im Rennen, statt der geforderten zwei unter 30-jährigen Segler haben wir vier an Bord. Raumschots ging es los, wir unter Spi, die anderen unter Rollgennaker, teilweise Code3, teilweise Code0. Il Mostro legte in Luv eine beeindruckende Geschwindigkeit vor und baute rasch einen deutlichen Vorsprung auf die Verfolger auf. Wir wollten näher am Land bleiben und schoben uns dort nach drei Stunden auf den zweiten Platz. Die erste Nacht hielt wechselnde Bedingungen bereit und würfelte die Flotte durch. Im Morgengrauen waren Il Mostro und die beiden Ericsson-Boote in Rufweite, wir überholten uns mehrere Male bei absolutem Leichtwind. In Luv stand eine Windkante, die führte uns allerdings 60 Grad vom Kurs. Alle vier versuchten wir immer wieder in Lee durchzukommen, scheiterten, kamen wieder nach Luv auf und das Spiel wiederholte sich.

    Von den Duty Officern hatte ich heute unsere offiziellen besten Tagesetmale der ersten beiden Etappen erhalten: „Your best 24hr run for leg 1 was 507NM on the 30th Oct and for leg two it was 509 on the 19th Nov.” Das sind natürlich auch meine persönlichen Höchstetmale. Auch wenn sie noch hundert Meilen unter dem Weltrekord liegen bin ich stolz darauf.

    Die aktuellen Platzierungen:
                  siehe Grafik oben rechts
    
    


    Wettervorhersage für 15.12.08, 0700 Uhr bis 15.12.08 1700 Uhr: konstante NO 2 den ganzen Tag über unverändert.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage heute, 14.12.08, 1600 Uhr   Großbild klick!
    Nach der Flaute jetzt stetiger Wind
    (14.12.2008, Stand 1600 Uhr) Telefonica Blue führt gegewärtig das Feld der acht Racer an, wobei Ericsson 4, Green Dragon und Puma in Sichtweite sind. Da kann sich also stündlich was ändern ...
    Alle sind it elf bis vierzehn Knoten in konstantem Wind unterwegs, Team Russia im Westen ist aber mit 14,8 Knoten am schnellsten. Dieses stabile Windsystem dürfte aber bald Vergangenheit sein, denn in der Nacht schwächt sich der Wind im weiten Umkreis auf 2 Bft. aus wechselnden Richtungen ab.



    Wettervorhersage für 14.12.08, 1700 Uhr bis 18.12.08 0500 Uhr: In der ersten Nachthälfte NO 3 bis SSO 2, nach Mitternacht abschwächend aud 0 bis NO 2
    Quelle: Peter O. Walter


    An der Startlinie in Cochin   Großbild klick!
    Die Flaute schlägt zu
    (14.12.2008, Stand 0700 Uhr) Den besten Start in Cochin hatte Puma (im Bild rechts): Sie hatte sich für einen Steuerbordstart entschieden, eine riskante Variante, denn alle anderen Schiffe die von der gegenüberliegenden Seite der Startlinie kommen, haben dann Vorfahrt. Puma aber fand das Loch und und entkam so den Abwinden der Flotte. Sie führte dann auch einige Zeit Leg 3 an.
    Nun war das Problem: Wo gibt es mehr Wind, weiter draussen oder eher in Küstennähe? Green Dragon suchte in Küstennähe und wurde fündig: Mit einen Speedvorteil von teilweise zehn Knoten stürmte sie an die Spitze, aber dann kam die große Flaute, in der die Yachten jetzt noch dümpeln, alle segeln unter 5 Knoten. Mit diesen Bedingungen kam Telefonika Blue am besten zurecht und führt momentan mit 3 Meilen vor Green Gragen.
    Leider scheinen unsere üblichen Informationsquellen erst zöglerich in die Gänge zu kommen, daher die etwas lückenhaften Informationen. Als kleinen Ausgleich gibt es ein Filmchen, eine Zusammenfassung von Leg 2 mit allen Highlights und Katastrophen.



    Wettervorhersage für 14.12.08, 0700 Uhr bis 14.12.08 1700 Uhr: Den ganzen Tag über drehende Winde um SO ! bis NO 3 ...
    Quelle: Peter O. Walter


    Wegpunkt nördlich Pulau We   Großbild klick!
    Start zur dritten Etappe
    (13.12.2008, Stand 0900 Uhr) Der Start zur dritten Etappe ist heute um 1500 Uhr Ortszeit in Cochin (10:00 GMT), 1100 Uhr MEZ. Auf der dritten Etappe ist wieder ein Wegpunkt, nämlich Palau We, mit einer Zwischenwertung zu passieren. Palau We ist eine Insel vor der Nordspitze von Sumatra. Geograpphisch definiert ist er eine genau nördlich verlaufende Linie bei 05° 50.000 N - 095°20.000 E. Pulau muss nördlich passiert werden.

    Bouwe Bekking, der Skipper von Telefonica Blue schreibt:
    Die Windverhältnisse werden schwierig bis tückisch: Zum Start eine leichte Seebrise, ab Sri Lanka bis zur Nordspitze von Sumatra NO 2-4, das heißt Kreuzen. In der Straße von Malakka hat es drehende Winde von 0 bis 2, da ist dann alles möglich.
    Aber diese Windverhältnisse sind nicht die einzige Herausforderung: Die Strömung wird gegen uns sein, es gibt tausende von Fischerbooten mit ihren Netzen und die großen Handelsschiffe. Da wird es nicht langweilig ...
    Leg 2 von Kapstadt nach Cochin bot ein breites Spektrum an Temperaturen von Frost bis tropischer Hitze. Diesmal segeln wir nur in der Nähe des Äqutors, da können wir die schweren Monturen zuhause lassen.



    Wettervorhersage für 13.12.08, 1200 Uhr bis 13.12.08 2000 Uhr: Zum Start drehende Winde um WSW bis SSW 1-2, abnehmend auf 0 Bft.. Im Verlauf des Abends dann ONO 3
    Quelle: Peter O. Walter


    Was bisher passierte: Leg 1   Leg 2  


    Weblinks:
    Das Volvo Oceanrace in Wikipedia
    Bisherige Regatten und Geschichte


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