Segeln / Sailing : Volvo Oceanrace Round The World 2008 - 2009
    EUROPÄISCHES SEGELINFORMATIONSSYSTEM

    Volvo Oceanrace 2008 / 2009
    Was bisher im Leg 5 passierte

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    Die Bilder rechts vergrößern sich beim Anklicken
    Hier kann man (kostenlos) mitmachen bei der Computer-Regatta: Volvo Ocean Race  



    Nach der Reparatur des Bugs kommt
    Ericsson 3 wieder ins Wasser   Großbild klick!
    Start am Samstag um 1300 Uhr Ortszeit
    (13.02.2009, Stand 1800 Uhr) Fünf Yachten gehen auf die längste Etappe der Volvo-Ocean-Race-Geschichte über 12.300 Seemeilen aus dem Olympia-Revier vor dem chinesischen Qingdao nach Rio de Janeiro.
    Die Flotte segelt ostwärts um Kap Hoorn Richtung brasilianische Metropole. Vier der fünf Boote wurden in den vergangenen drei Wochen für die Marathon-Etappe auf Vordermann gebracht.
    Die "Ericsson 3" mit dem schwedischen Skipper Magnus Olsson ist noch auf dem Weg nach Qingdao und hofft rechtzeitig zum Start um 4.00 Uhr MEZ dort einzutreffen.
    Morgen gegen Spätnachmittag werden wir weiterberichten.

    Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team schreibt:
    Noch kein Sponsor
    Wieder unterwegs, neuer Ozean, gleiche Wellen, leider noch immer kein Sponsor, der seinen Namen auf die gestrichelte Linie gesetzt hat. Hatten einen Boxenstopp in Kapstadt, mehr war es leider nicht. 1500 Meilen vor Kapstadt hat sich eines der beiden Tore, die den Antrieb am Rumpf abdecken, ausgehängt, 1000 Meilen vor Kapstadt wurde das 3DL Großsegel über Nacht weiß. Weiß weil sich der Kleber großflächig gelöst hatte und das Segel über zig Quadratmeter delaminert war, nach nur etwa 8000 Meilen. Es glich mehr einem Fischernetz als einem Großsegel. Daher entschied ich mich weiter weg von der Küste zu bleiben und einen weiteren Weg in leichterem Wind zu segeln. Ohne Maschine hatten wir dann ein paar sehr langsame Tage um Cap Agulhas herum und gelangten mit zwei Tagen Verspätung nach Kapstadt. In Kapstadt tauschten wir das Groß, hoben Kosatka kurz aus dem Wasser um das „Propdoor“ zu reparieren und legten am 4. Februar mit Ziel Sal auf den Kap Verden wieder ab. Vielen Dank an die Segler des NCA, die mithalfen Kosatka von Mauritius nach Kapstadt zu bringen. Ein ausführlicher Bericht wird sicher bald auf www.nca.at zu finden sein. Schade. Die und 4. und 5. Etappe wären wie maßgeschneidert gewesen für Kosatka Highlights der 2600 Meilen: Ben zauberte Marillen- und Zwetschkenknödel mit frischem Erdäpfelteig, im Kaltfrontdurchgang, der Sumi eine wilde Nacht bescherte, Albatrosse, Wale und Robben beim Kap der Guten Hoffnung und im Sonnenuntergang mit 22 Knoten nach Kapstadt zu gleiten. Zum Volvo Ocean Race: Bedauere mehr als je zuvor, die letzte Etappe versäumt zu haben, dafür wäre Kosatka gebaut gewesen. Und auch für die nächste. Für den Ruf des Rennens halte ich es für schlecht was passiert ist. Die Yachten des Rennens, das für sich in Anspruch nimmt, die Top Veranstaltung des Hochseesports zu sein, dürfen nicht in so hohem Ausmaß versagen.

    Wettervorhersage für 14.02.09, 1000 Uhr bis 15.02.09 1000 Uhr:
    tagsüber drehende Winde um 1-2 Bft, nach Mitternacht auffrischend auf NNO 4,, am Sonntagmorgen NO 6
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 14.02.09, 1300 Uhr   Großbild klick!
    Dramatischer Start in Qingdao
    (14.02.2009, Stand 1700 Uhr) Green Dragon war die erste, die in einem Zeitlupenstart die Startlinie querte um bald darauf die Führung an Puma abzugeben. Telefonica Blue aber musste ganz die Segel streichen und wieder zurück in den Hafen: Kurz vor dem 5-Minuten-Schuss hatte sie kurz bei sieben Knoten Speed den Grund berührt und man beschloss zur Inspektion des Schadens zurückzukehren. Das Schiff wurde sofort aus dem Wasser gehoben und es stellte sich heraus, dass die Telefonica Blue wahrscheinlich einen kompleeten Strukturcheck benötigte, was bis zu 24 Stunden dauern könnte. Das Schlimmste könnte ein Sprung im Kiel gleich unterhalb des Rumpfes sein.

    Derweilen ist Telefonica Black immer noch nicht in Qingdao angekommen, 40 Seemeilen vor ihrem Ziel hängt sie in der Flaute. Sie war in Taiwan repariert worden und hat das Ziel der vierten
    Etappe noch immer nicht erreicht.
    Telefonica Blue: Der Schaden am Kiel   Großbild klick!

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)





    Wettervorhersage für 14.02.09, 1700 Uhr bis 15.02.09 1000 Uhr:
    gegenwärtig drehende Winde um 1-2 Bft., nach Mitternacht NO 5-6


    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 15.02.09, 1000 Uhr   Großbild klick!
    Telefonica Blue gestartet
    (15.02.2009, Stand 1000 Uhr) Für Skipper Magnus Olsson und die Crew der Ericsson 3 war es nie eine Möglichkeit aufzugeben und Punkte zu verschenken: Nach den ernstlichen Schäden während der vierten Etappe wurde das Schiff in Taiwan repariert und die vierte Etappe - wenn auch die anderen Schiffe schon in der fünften Etappe gestartet waren - beendet. Vier Punkte sind der Lohn für Ericcson 3. Allzuviel haben sie auch nicht verloren, denn in der ersten Phase herrschte Flautenbedingungen, erst in der Nacht zum Samstag frischte der Wind auf. Und es sind 12.500 Meilen bis Rio, da kann noch viel passieren ...



    Telefonica Blue kommt ins Wasser   Großbild klick!
    In der Zwischenzeit ist Telefonica Blue auch schon unterwegs mit 189 Meilen Rückstand. Glücklicherweise hatten die Untersuchungen ergeben, dass der Schaden nicht so schlimm war wie befürchtet. Die Crew arbeitete die ganze Nacht hindurch um Kiel und Daggerbord zu reparieren. Gegen 23:42 GMT Samstagnacht, (07:42 Ortszeit) konnte sie das Rennen wieder aufnehmen.



    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 15.02.09, 1000 Uhr bis 16.02.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig NO 5-6 Bft., im Verlauf des Tages auffrischend auf NNO 6-7
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 16.02.09, 0700 Uhr   Großbild klick!
    Erricsson 4: Up,up and away
    (16.02.2009, Stand 1000 Uhr) Im Laufe des gestrigen Tages drehte Ericsson 4 auf und vergrößerte von Report zu Report ihren Vorsprung gegenüber Erzrivalen Puma von zwei auf 18 Meilen. Auch Green Dragon (3. +55sm) und Ericsson 3 (4. +49sm) konnten nicht folgen.
    Die Flotte hat die Südspitze Japans passiert. Der Bericht spricht von "at breakneck speed", was so viel bedeutet wie "halsbrecherisches Tempo".
    Die Nacht über hatten sie bei 6 Bft. konstant über dreissig Knoten Speed, berichtet Ken Read von der Puma. Spitzenreiter Ericsson 4 erreichte sogar ein Etmal von 450 Meilen.

    Gustav Morin beschreibt Ericsson 3's 'hit and run' (könnte man übersetzen mit "anschlagen und weglaufen"): Um 2000 Uhr Ortszeit legten wir in Qingdao an, sieben Stunden nach dem Start von Etappe fünf. Sobald wir angelegt hatten, brach ein Gewirr von Aktivitäten los: Die Bugreparatur wurde nochmals überprüft, neue Segel wurden verstaut, eine Riesenmenge Proviant und neue Kleidung kam an Bord und dazu drei neue Crewmitglieder. Alle von der Landcrew bis zur Segelcrew schufteten wie wahnsinnig, so dass von Anlegen bis zum Ablegen kaum neunzig Minuten vergingen.
    Jetzt war das einzige Problem, das wir hatten, dass wir 70 Meilen hinter unseren Konkurrenten lagen, außer natürlich Telefonica Blue, die noch im Hafen war wegen der Kielreparatur.
    Während der Nacht erwischten wir eine frische Brise und erreichten schnell zwanzig Knoten, während die Boote vor uns nur leichten Wind hatten. So holten wir in ein paar Stunden mehr als dreissig Meilen auf.
    Im Moment (0900 Ortszeit) nimmt der Wind weiter zu und wir segeln mit 21 bis 25 Knoten. Glücklicherweise ist die see flach, nur die Kälte ist das Problem, wenn du pausenlos eiskalte Duschen kriegst.

    Relefonica Blue: Neue Ruder   Großbild klick!
    Das bisher an zweiter Stelle liegende Team Telefonica Blue hat freiwillig eine Drei-Punkte-Strafe kassiert. Wie beim zweiten Teamboot Telefonica Black in Singapur wurden die Ruder ersetzt, auch Telefonica Black hatte dafür drei Strafpunkte bekommen.
    Besonders bei viel raumem Wind und hohem Seegang hatten beide Crews Nachteile gegenüber der Konkurrenz ausgemacht. Die neuen Ruder haben noch dieselbe Form, sind aber 27 Prozent länger und voluminöser als zuvor. Offenbar hatten die alten also nicht genug Steuerwirkung.
    Der Abzug von drei Punkten ist die vorher im Regelwerk festgelegte Strafe für eine Veränderung der Anhänge. Das wirkt sich so aus, dass Ericsson 4 nun mit sieben Punkten vor Telefonica Blue führt und diese nur noch einen Punkt vor Puma liegen. Doch Skipper Bouwe bekking ist sich sicher, diesen Nachteil im weiteren Rennverlauf noch wettmachen zu können. „Wenn wir nicht glauben würden, dass es sich auszahlt, hätten wir es ja nicht gemacht.“

    Morgen um 1000 Uhr berichten wir weiter. Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 16.02.09, 1000 Uhr bis 17.02.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig NNO 6, im Verlauf der weiteren Tages und der Nacht abnehmend auf 5, später auf 4 Bft.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 17.02.09, 1000 Uhr   Großbild klick!
    Das Spitzenduo setzt sich ab
    (17.02.2009, Stand 1000 Uhr) Alles andere als freundlich waren die Windbedingungen in den vergangenen 24 Stunden. Dazu Gustav Morin von der Ericsson 3: "Das Boot flog praktisch in einer Bö von 8 Bft. und erreichte eine Geschwindigkeit von 36 Knoten. Über das Deck fegte Tag und Nacht immer wieder Wasser, Schwerwetteranzüge und Lifebelts waren unentbehrlich. Der Seegang wurde noch verschärft durch den Kuroshio-Strom, das Spritzwasser war aber nicht ganz so kalt, da er ähnlich wie der Golfstrom eine warme Strömung ist. Die Wassertemperatur ist in 24 Stunden von sechs auf über zwanzig Grad gestiegen."

    Trimmer Horatio Carabelli von der Ericsson 4 berichtet: "Während der Nacht, als wir Korea passierten, tauchten wie aus dem Nichts unversehens zwei japanische Fischerboote auf. Für eine Kursänderung war es zu spät und so rasten wir zwischen den Beiden hindurch. "

    Puma: Das Steuerrad wird repariert   Großbild klick!
    Einige technische Probleme hatte Puma zu lösen: Ein Steuerrad löste sich, als sie in eine große Welle krachte, dazu kam ein Problem mit dem Steuerquadranten. Puma verlor daurch in zwei Stunden fünfzehn Meilen, aber jetzt ist wieder alles in bester Ordnung.

    Zur Rennsituation: Heute bietet sich wieder das vertraute Bild: Ericsson 4 gefolgt von Puma (2. +11sm) an der Spitze, Ericsson 3 (3. +70sm) und Green Dragon (4. +123sm) haben in den letzten 24 Stunden 19 bzw. 46 (!) Meilen auf den Spitzenreiter verloren. Telefonica Blue (5. +190) konnten den Abstand nicht verringern, sie verlor fünfzehn Meilen.

    Trotz der technischen Probleme hat Puma seit gestern drei Meilen auf Ericsson 4 gutgemacht. Kann Puma Ericsson 4 überholen? Morgen um 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 17.02.09, 1000 Uhr bis 18.02.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig N4, den ganzen Tag und die folgende Nacht mit geringfügigen Schwankungen gleichbleibend
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 18.02.09, 0700 Uhr   Großbild klick!
    Es geht nach Süden
    (18.02.2009, Stand 1000 Uhr) Ericsson 4 schreibt: "Wir verlassen jetzt die kalten Gewässer und segeln weiter nach Osten. Viele mögen sich vielleicht wundern warum wir nach Ost segeln und nicht die direkte Route nach Neuseeland nehmen. Die Antwort ist recht einfach: Wir nutzen die Nordwinde um möglichst weit nach Osten zu kommen, bevor wir die NO-Winde fassen können. Das sollte es möglich machen, die Wertungslinie bei 36° Süd schneller zu erreichen als mit der direkten Route."

    Die Flotte dreht nach dem Ostkurs der vergangenen Tage jetzt mehr nach Süden, der Wind wird etwas sanfter, Luft- und Wassertemperatur steigen mit jedem Tag an.

    Rennsituation: Nicht ganz unangefochten behauptet Ericsson 4 ihre Führung, gestern um 1800 Uhr hatte Puma (2. +8sm) kurz die Führung übernommen aber sofort wieder abgeben müssen. Ericsson 3 (3. +125sm)
    Telefonica Blue: So sah es die vergangenen Tage aus,
    jetzt wird es leichter   Großbild klick!
    und Green Dragon (4. +189sm) konnten dem Tempo der beiden Führenden nicht folgen und fielen weiter zurück. Auch Telefonica Blue (5. +260sm) verlor 59 Meilen.
    Kann Ericsson 4 die Führung behaupten? Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.




    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 18.02.09, 1000 Uhr bis 19.02.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig NNO 4, später NNO 5 gleichbleibend
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 19.02.09, 0700 Uhr   Großbild klick!
    Ab, ab in den Süden!
    (19.02.2009, Stand 1000 Uhr) Schon jetzt werden Überlegungen angestellt wie wohl die nächste Herausforderung, die Doldrums, die Flautenzone am Äquator zu bewältigen sei. Sicher ist, dass es wieder zum Ziehharmonika-Effekt kommen wird, d.h. die Führenden werden als erste in die Flautenzone segeln, die hinteren aufholen.
    Ian Walker, Skipper der Green Dragon sieht die besten Chancen, zügig durch die Doldrums zu kommen in einer östlichen Route.

    Nachdem sich beim Start in Qingdao sogar vereinzelte Schneeflocken gezeigt hatten wird es jetzt spürbar wärmer.
    Ryan Godfrey von der Ericsson 4 schreibt: "Die Temperaturen haben sich spübar zum Besseren gewendet und wir konnten die doppellagigen Schlafsäcke jetzt wegpacken. Auch das Kondenswasser, das sich im Boot gebildet hatte, trocknet jetzt weg. Wir segeln immer noch mit Höchstgeschwindigkeit und da krachen schon mal Brecher auf das Schiff, aber jetzt ist das Wasser warm und angenehm."

    Segeltrimm auf der Ericsson 3   Großbild klick!
    Rennsituation: Puma kann mit dem Tempo, das die führende Ericsson 4 vorlegt mithalten und hat in den letzten 24 Stunden nur unwesentlich (5 sm) verloren. Ericsson 3 kann eine positive Bilanz aufweisen, sie machte 23 Seemeilen gut und liegt jetzt 102 Meilen zurück. Green Dragon hat sich für eine mehr nördliche Route entschieden und 34 Meilen verloren. Die nach dem Feld gestartete Telefonica Blue verlor weitere zehn Meilen.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 19.02.09, 1000 Uhr bis 20.02.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig NO 4, später NO 5, nachts drehend auf ONO-O 5
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 20.02.09, 0700 Uhr   Großbild klick!
    "Tricky" to see something
    (20.02.2009, Stand 1000 Uhr) Immer noch ist es ein harter Halbwindkurs mit Wind von Backbord für die verbliebenen fünf Schiffe. Die Flotte ist jetzt etwa 900 Meilen nördlich der Salomonen, das ist die Gegend in der die Navigatoren die Doldrums mit leichten und drehenden Winden erwarten.
    Halbwindsegeln hat seine Vorteile, obwohl es taktisch nicht viel bietet: Es gibt kaum Segelwechsel und es ist nicht viel zu tun. Es sieht so aus, als ob das noch einige Zeit andauern könnte. Zeit für die Crews ein wenig zu erholen und Kräfte zu sammeln für Strapazen, die kommen sicher genug.
    Der Nachteil des Halbwindsegeln ist die ständige Gischt, die der Deckscrew unaufhörlich Salz in die Augen weht. Gustav Morin von der Ericsson 3: "Die Augen werden rot, sie entzünden sich und brennen. Wir haben Halme mit Augenschutz und verschiedene Arten von Taucherbrillen um die Augen zu schützen, aber es ist "tricky", dadurch etwas zu erkennen,
    da das Salz auf der Oberfläche kristalisiert und verschmiert."


    Gischt ohne Ende auf der Puma   Großbild klick!
    Heute Morgen entdeckte man einen kleinen Riss in dem Reacher der Ericsson 3 und Skipper Magnus Olsson befürchtet, dass zu viele Segel kaputtgehen und am Ende nicht mehr genug funktionierende Segel an Bord sind. Es sind nur 24 Segel erlaubt und zwölf sind an Bord der Ericsson 3. Jedes hat einen ganz bestimmten Wirkungsbereich und wenn sich der Wind ändert muss man überlegen ob man Segel wechselt oder nicht. Die häufigen Segelwechsel sind übrigens ein Grund, warum das Segeln dieser Schiffe so kräfteraubend ist.
    Skipper Magnus Olsson: "Es kann gut sein, dass am Ende derjenige gewinnt, der noch die meisten intakten Segel hat."

    Die aktuelle Situation: Puma (2. +2sm) bedrängt Ericsson 4 zusehends und kam während der Nacht eimal bis auf eine Meile an die führende Ericsson 4 heran. Ericsson 3 (3. +65sm) und Telefonica Blue (4. +229sm) konnten je um die 50 Meilen gutmachen, nur Green Dragon (5. +238sm) fiel weiter zurück und hat jetzt die Rote Laterne.
    Kann Puma heute die die Führung übernehmen? Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 20.02.09, 1000 Uhr bis 21.02.09 0700 Uhr:
    ONO 5 gleichbleibend
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 20.02.09, 0700 Uhr   Großbild klick!
    Glücksspiel oder kalkuliertes Risiko?
    (21.02.2009, Stand 1000 Uhr) Die Doldrums rücken näher, aber während sie im Atlantik bestens dokumentiert sind und somit relativ berechenbar, fehlen hier im Pazifik diese Daten und die Navigatoren sind auf Vermutungen und Spekulationen angewiesen.
    Skipper Ian Walker und die Crew der Green Dragon haben sich für eine mehr östliche Route entschieden und sind damit "vom Haufen" weg. Eigentlich ist das ein Risiko, das man nur dann eingehen sollte, wenn man überhaupt nichts mehr zu verlieren hat. Was hat Ian Walker bewogen, dieses Risiko einzugehen?
    Die Presse titelt "Heading East - a gamble or a calculated risk?" (Kurs Ost - Glücksspiel oder kalkuliertes Risiko?).
    Eines ist klar: Unter gleichbleibenden Bedingungen, wie wir sie jetzt seit Tagen haben, ist es schwer für Green Dragon den Speed der Konkurrenten mitzugehen. Das hängt damit zusammen, dass der Kiel des chinesischen Bootes leichter ist, was das Geschwindigkeitspotenzial besonders bei höheren Windstärken deutlich begrenzt. Dagegen kann die Crew nicht unternehmen, sie kann nur versuchen, das mit besonderen taktischen
    Finessen auszugleichen. Dass das möglich ist, hat Green Dragon bereits bewiesen, siehe Leg 1, 24. Oktober.
    Green Dragon in Qingdao   Großbild klick!
    Ian Walker: "Das Problem ist, dass wenn du dich von der Flotte trennst, ein Risiko eingehst. Wir alle haben hier die gleichen Wetterdaten zur Verfügung, keiner hat mehr Informationen als die anderen. Unsere Gegner haben die besten Navigatoren und Skipper der Szene und man kann sicher sein, dass sie jeden Zoll der Route genau unter die Lupe genommen haben und es kommt selten vor, dass die Mehrheit nicht recht hat. Aber wenn man dem Äquator näher kommt, werden Vorhersagen teilweise unzuverlässig und das ist unsere Chance. Das hat nichts mit Glücksspiel zu tun, das ist kalkuliertes Risiko. Wenn das funktioniert, sind wir die Helden, wenn nicht sind wir diejenigen, die zu hoch gepokert haben."

    Die aktuelle Situation: Ericsson 4 hat nach wie vor die Führung, auch wenn Puma (2. +17sm) ihr hart auf den Fersen ist. Ericsson 4 konnte den Vorsprung vor allen Konkurrenten in der Nacht sogar ausbauen, Puma verlor 15 Meilen, ebenso Ericsson 3 (3. +80sm) und Telefonica Blue (4. +262sm) konnte sogar 33 Meilen abschreiben. Green Dragon (5. +264sm) hofft im Osten auf ihre Cance in den Doldrums.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 21.02.09, 1000 Uhr bis 22.02.09 1000 Uhr:
    5 Bft drehend zwischen NO, ONO und O
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 22.02.09, 0700 Uhr   Großbild klick!
    Die Spitze wird langsamer
    (22.02.2009, Stand 1000 Uhr) Telefónica Blue und Green Dragon segelten in der letzen Nacht für kurze Zeit ohne Großsegel: Telefónica Blue musste Tempo rausnehmen, weil sie ein Problem mit dem Faltpropeller hatte und auf der Green Dragon musste eine Lattentasche repariert werden.

    Wegen einer Reorganisation des Satellitensystems ist derzeit der Empfang der Wetterdaten und die Komunikation etwas eingeschränkt. Zur Gaudi der Crew benutzte Navigator Salter auf der Ericsson 4 ein altmodisches analoges Wetterfax um sich mit den nötigen Daten zu versorgen. In ein paar Stunden wird das Problem aber beseitigt sein.

    Gustav Morin von der Ericsson 3 schreibt: "In den letzten Tagen ist es ganz schön warm geworden, das Wasser hat 28 Grad, das ist unglaublich. Die Luft ist etwas kühler, aber wegen des ständigen Spritzwassers müssen wir Schlechtwetteranzüge tragen.
    Martin Krite refft das Groß der Ericsson 3   Großbild klick!
    Unter Deck sieht es ganz anders aus: Es fühlt sich an, als ob der ganze Schiffsrumpf sich noch mit ein paar Extra-Graden aufgeheizt hätte. Navigator Aksel Magdahl und ich müssen einige Zeit da unten verbringen und obwohl wir nur Badehosen tragen, laufen uns Ströme von Schweiß den Rücken runter.
    So oder so, an Deck oder unter Deck, es ist unmöglich trocken zu bleiben. Die kommenden Tage werden sogar noch heißer werden und das wird dann mindestens eine Woche dauern.
    Ich sehne mich zurück nach China, dort war es angenehm kühl, ich musste ja nicht so viel Zeit an Deck verbringen und in den warmen Schlafsäcken habe ich so gut wie noch nie an Bord eines Schiffes geschlafen."


    Ian Walker, Skipper der Green Dragon schreibt: "Um Mitternacht verloren wir urplötzlich an Geschwindigkeit, was ein Anzeichen dafür ist, dass sich irgendwas am Kiel verfangen hat. Wir mussten also die Fock wegnehmen, in den wind gehen und uns rückwärts treiben lassen. Das funktionierte recht gut, kostete uns aber drei bis vier Meilen. Dazu kam noch dass wir eine Stunde ohne Groß segeln mussten, weil eine Lattentasche repariert werden musste."

    Die aktuelle Situation: Ericsson 4 hat immer noch die Führung und konnte sie sogar ausbauen, vor allem bis heute 0400 Uhr Morgen vergrößerte sich ihr Vorsprung kontinuierlich. Dann aber machten die Verfolger in nur drei Stunden heftigst Boden (?? ;-)) gut und kamen jeder um wertvolle Meilen näher.
    Puma hat in den letzten drei Stunden siebzehn (!!) Meilen auf Ericsson 4 gut gemacht, das heißt pro Stunde fast sechs Meilen! Kann sie die Führung übernehmen?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 22.02.09, 1000 Uhr bis 23.02.09 1000 Uhr:
    Die Führenden haben O-ONO 3, hinten hat es ONO 4, im Laufe des Tage wird die Spitzengruppe immer weniger Wind haben, Green Dragon bleibt in ONO 4
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 23.02.09, 0700 Uhr   Großbild klick!
    Comeback der Ziehharmonika
    (23.02.2009, Stand 1000 Uhr) Die Flotte befindet sich nun nahe den Marshallinseln, einer ehemaligen deutschen Kolonie. Ericsson 4 ist jetzt endgültig in den Doldrums angekommen und Joca Signorini, der brasilianische Trimmer der Ericsson 4 meint dazu: "Die letzten 10 oder 12 Stunden waren schmerzlich, aber wir versuchen in Bewegung zu bleiben und warten ab, was mit den anderen passiert."
    Das gibt den Verfolgern, insbesondere Telefónica Blue (5. +137sm) und Green Dragon (4. +131sm) Hoffnung. Sie befinden sich noch im Bereich einer frischen Brise und konnten erheblich aufholen, Green Dragon holte sich Platz vier zurück und machte 123 Meilen in 24 Stunden gut.

    Adis von der Telefónica Blue: "Normalerweise fürchten wir diese leichten Winde in den Doldrums, aber um ehrlich zu sein freuen wir uns auf auf das Ende der bisherigen Routine und auf die Chancen, die sie uns geben.
    Wir machen - im Gegensatz zu Ericsson 4 und Puma immer noch im Schnitt 16 Knoten."


    Puma am Start in Qingdao   Großbild klick!
    Nachricht von Bord der Puma: "Der gestrige Tag war hervorragend gut. Unsere Puma-Familie konnte ein neues Mitglied willkommen heißen. Michi Mueller und seine Lebensgefährtin Meike bekamen eine Tochter Mia Charlotta.
    Es gibt aber ein kleines Problem: Michi ist hier bei uns an Bord ..."


    Die aktuelle Situation: Ericsson 4 ist immer noch in Führung, aber Puma und Ericsson 3 holen auf, das ist die klassische Ziehharmonikasituation. Die beiden Verfolger segeln in Sichtweite und sind sich so nahe, dass man sie auf der Grafik oben (das ist die maximale Vergrößerung!) kaum noch unterscheiden kann. Green Dragon hat sich Platz vier von Telefonica Blue zurückgeholt und machte 123 Meilen gut.

    Die kommenden Tage werden spannend, da die zurückliegenden Yachten zu den führenden aufschließen werden. Kann Ericsson 4 die Führung behaupten? Kann Grenn Dragon mit seiner östlichen Position weiter aufholen?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter. Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 23.02.09, 1000 Uhr bis 24.02.09 1000 Uhr:
    O 2-3 später für Ericsson 4 O 4
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 24.02.09, 0700 Uhr   Großbild klick!
    Doldrums: Wars das schon?
    (24.02.2009, Stand 1000 Uhr) Auf der Green Dragon war gestern ein kurzweiliger Tag. Skipper Ian Walker schreibt dazu: "Zunächst sorgte eine Beinahe-Kollision mit einem Wal für Aufregeng. Der Riese durchbrach wenige Meter in Luv unseres Bootes die Oberfläche, als wir mit 17 Knoten segelten. Es ist gar nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn wir ihn gerammt hätten, vielleicht ist es besser nicht an sowas zu denken.
    Eine gute Nachricht sorgte für den zweiten Aufreger. Unser Crewmitglied Damian Foxall wurde in seiner Heimat Irland zum Segler des Jahres gekürt und Neal McDonald aus England ist über Nacht Onkel geworden.
    Die Stimmung ist gut und unsere östlich Route scheint nun Früchte zu bringen: Bis jetzt haben wir ein leichte Passage durch die Doldrums gehabt. Nur ein einziges Mal hat uns eine fiese Wolke beinahe zum Stillstand gebracht.
    Der Rückstand auf die Führenden hat sich mehr als halbiert, obwohl natürlich ein Teil auf die Kompression in den Doldrums zurückzuführen ist.
    die einzige schlechte Nachrigt ist, dass die Hälfte der Crew unter Brechdurchfall leidet. Heute haben wir eine Stunde lang alles Besteck und Essgeschirr desinfiziert. Aber wenn es auf einem Schiff jemanden erwischt, dann kriegen es alle. Vielleicht bin ich der nächste. Ich fühle mich auch schon ganz seltsam. Ich muss jetzt sofort meine Vitamintabletten suchen ..."


    Telefonica Blue berichtet: "Gestern haben wir über Navtex folgennde Warnung erhalten:"

    'NORTH PACIFIC, NANPO SHOTO.DISCOLOURED WATER WITH SUBMARINE VOLCANIC ACTIVITIES OBSERVED. IN VICINITY OF 24-17.1N 141-29.0E'

    Vulkanismus ist also eine der Gefahren in dieser Gegend, eine andere die Radioaktivität. Sie rührt von den Atombombenversuchen her, welche die Amerikaner auf dem Bikini-Atoll unternahmen. Einige dieser Inseln sind immer noch hochradioaktiv und das Handbuch für den Pazifik empfiehlt, einen großen Bogen um diese Inseln zu machen.
    Zu Guter Letzt hatten wir noch einen kleinen Kabelbrand in unserer Mediabox, wir rissen sofort alle Verbindungen raus um Schlimmeres zu verhindern. Gabriele Olivo versuchte, das Ding wieder zu reparieren, hat bis jetzt aber noch kein Glück gehabt.


    Puma abends in den Doldrums   Großbild klick!
    Die aktuelle Situation: Die Flotte hat jetzt den Äquator überquert, befindet sich schon mit der Spitze auf 5° Süd und hat das erste Flautenloch der Doldrums hinter sich gebracht. Auf den Tracks sind Flautenlöcher dadurch erkennbar, dass die Kurslinie zackt. Ein glatter Verlauf des Tracks deutet darauf hin, dass die Winde stetig sind. Diese gleichmäßigen Winde hat die Spitze jetzt wieder gefunden. Mit Ericsson 4 and der Spitze segeln sie nach Südosten. Seit Ericsson 4 wieder stetigen Wind hat, haben die Verfolger Puma (2. +41sm) und Ericsson 3 (3. +48sm) in den letzten Stunden weitere 19 bzw. 23 Meilen verloren. Dagegen konnten Telefónica Blue (4. +121sm) und Green Dragon (5. +130sm), Telefonica Blue konnte 16 Meilen gutmachen und übergab Green Dragon wieder die rote Laterne.

    Wars das jetzt schon mit den Flauten am Äquator? Lauern noch weitere "Parkplätze"? Kann Green Dragon die vorteilhafte Situation im Osten nutzen?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 24.02.09, 1000 Uhr bis 25.02.09 1000 Uhr:
    O-ONO 3, nur Green Dragon hat mehr und das wird noch bis heute abends anhalten. Ab spätem Abend O 3 gleichbleibend.
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 25.02.09, 0700 Uhr   Großbild klick!
    Die Doldrums kommen zurück
    (25.02.2009, Stand 1000 Uhr) Während sich die Schiffe durch die Doldrums mühen, hat sich die ganze Flotte mit Ausnahme von Telefonica Blue entschieden, mehr in Richtung der Fidschiinseln zu segeln. Während man auf der Green Dragon schon dachte, die Doldrums abhaken zu können, wird man nun eines Besseren belehrt.

    Navigator Wouter Verbraak beschreibt die Reise zurück in die Realität: "Ein vielversprechender Highway in den Süden hat sich über Nacht in einen schmutzigen Feldweg mit hässlichen Schlaglöchern verwandelt. Das Risiko eines totalen Flautenlochs liegt bei 70 Prozent. Daher ist es keine Überraschung, dass die Flotte nicht mehr nach Süden geht, sondern nach Südost in Richtung Fidschi abgedreht hat. Also haben wir uns für eine konservative östliche Route entschieden, die hat uns schon stärkeren Wind und bessere Windwinkel beschert und bisher eine relativ problemlose Fahrt durch die Doldrums. In der Zwischezeit tüfteln Ian Walker und ich daran, wie wir die Westwinde im Südpazifik zu fassen kriegen können. Jedes Wetterfile zeigt uns ein kleines Fenster, aber die Vorhersagen sind in dieser Gegend oft falsch."

    Telefonica Blue: Reparatur eier Kausch   Großbild klick!
    Thomas Johanson, Steuermann auf der Ericsson 3 schreibt: "Wir erleben derzeit glückliche Tage, die Leute sind ausgeruht und entwickeln neue Aktivitäten. Einige haben sich sogar gewaschen. Wir segeln immer noch in Tuchfühlung mit Ruma, das ist gut und motiviert die Crew das Beste zu geben. Dadurch können wir auch auf Ericsson 4 aufholen."

    Die aktuelle Situation: Ericcson 4 ist immer noch in Führung, allerdings ist ihr Vorsprung von 41 auf 19 Meilen geschmolzen. "Schuld daran" ist Ericsson 3 (2. +19sm), die in den vergangenen 24 Stunden 29 Meilen gutmachen konnte und Puma (3. +21sm) auf Platz 3 zurückdrängte. Nun segeln die beiden in Sichtweite und liefern sich praktisch ein Matchrace. Auch Telefónica Blue (4. +67sm) und Green Dragon (5. +81sm) konnten massiv aufholen und mehr als 50 Meilen gutmachen.
    Die unkalkulierbaren Doldrums sind noch lange nicht überwunden. Welche Überraschungen halten sie noch bereit? Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 25.02.09, 1000 Uhr bis 26.02.09 1000 Uhr:
    1-4 Bft. drehend zwischen O und NO
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 26.02.09, 0700 Uhr   Großbild klick!
    Im Reich der Killerböen
    (26.02.2009, Stand 1000 Uhr) Alle fünf Schiffe der Volvoflotte kämpfen derzeit mit den Tücken der Natur: Nachdem sie in den letzten 24 Stunden weniger als 90 Meilen zurückgelegt haben, werden die Boote vom instabilen Wetter der Doldrums mehr und mehr vom optimalen Kurs gedrängt. Tückische Wolken, überraschende Schauerböen, Flautenlöcher machen den Crews das Leben schwer.
    Guy Salter von der Ericsson 4: "Diese Wolken sind wie ein Minenfeld, oft kannst du ihnen nicht ausweichen, dann steht das Boot und die Gegner, nur wenige Meilen entfernt,segeln munter weiter. Es ist oft passiert, dass nicht ein einziger Windhauch war, aber dann kommt eine Bö mit irrer Geschwindigkeit, aber aus der falschen Richtung."

    Diese Böen sind in der ganzen Region sehr verbreitet und können bis zu zwei Stunden dauern. Wenn sich der Himmel allgemein verdunkelt und die Wolken dicker werden, dann sind das die ersten Anzeichen für eine solche gemeine Bö. An der Böenkannte tritt dann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine signifikante Winddrehung auf.

    Thomas Johanson/Ericsson 3 während einer Bö   Großbild klick!
    Rick Deppe: "Wenn wir so eine hohe schwarze Wolke beobachten, fällt zunächst esrtmal für etwa fünf Minuten leichter Regen. Dann folgt eine kurze Regenpause gefolgt von eineem massiven Schauer. Solche Bedingungen werden wir wahrscheinlich noch drei Tage haben.
    Wenn wir sehen, dass eine Bö droht, müssen wir schnell reagieren um das Boot sicher zu machen. Die Windgeschindigkeit kann dann urplötzlich auf über 20 Knoten zunehmen, aber das ist nicht das einzige Problem: Die Böen erzeugen ein unregelmäßiges, zufälliges Wellenbild und das Boot kracht dann mit hoher Geschwindigkeit in diese steilen Wellen.
    Heute Nacht hatte ich ein böses Aufwachen: Ohne jegliche Vorwarnung wurde ich schlafend aud meiner Koje geschleudert. Das Schiff krängte derart, dass wir Angst hatten zu kentern. Ich wusste nicht was draussen geschah, aber dann war es doch nur wieder eine solche Bö."


    Die aktuelle Situation: Ericsson 4 hat immer noch die Führung, der Rückstand der Verfolger Ericsson 3 (2. +22sm) und Puma (3. +22sm) hat sich nur unwesentlich verändert.Telefónica Blue (4. +23sm), die ja erst nach dem Start zur Etappe 5 in Qingdao angekommen und mit erheblichem Rückstand gestartet war, hat in den vergangenen 24 Stunden bis auf eine Meile zu den Matchracern Ericsson 3 und Puma aufgeschlossen, liegt aber weit im Westen und damit außer Sichtweite. 44 Seemeilen hat sie seit gestern gutgemacht und kann jetzt in den Kampf um die Spitze eingreifen. Green Dragon (5. +86sm) hat seit gestern weitere 5 Meilen verloren.
    Wie geht es weiter mit Telefonica Blue? Kann sie Ericsson 3 und Puma überholen? Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 26.02.09, 1000 Uhr bis 27.02.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig ONO - O 3, nachts NO 2-3, gegen Morgen abschwächend auf NO 2
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 27.02.09, 0700 Uhr   Großbild klick!
    Probleminsel Fidschi: Blut??
    (27.02.2009, Stand 1000 Uhr) Immer noch hängen die Volvoschiffe nördlich der Fidschi-Inseln in den Doldrums rum, mal Parkplatz mit sengender Tropensonne und schlagenden Segeln, mal sturmartige Schauerböen, sogenannte "squalls".
    Lucy Harwood schreibt: "Die Verfolger von Ericsson 4 haben heute den ganzen Tag 'Snakes and Ladders' gespielt."
    'Snakes and Ladders' ist ein im englischen Sprachraum beliebtes Brettspiel, in dem es darum geht, eine Maus ganz nach oben auf Feld Nr. 100 bringen. Unterwegs muss die Maus den Schlangen ausweichen und versuchen, die Leitern hochzuklettern. Während des Spiels muss man den Gegner daran hindern, zuerst anzukommen. Dabei wechseln die Positionen der Spieler oft ...
    Eine recht treffende Beschreibung für des Segeln in den Doldrums.


    Telefonica Blue bei Leichtwind   Großbild klick!
    Das Bild rechts (Telefonica Blue bei Leichtwind) sagt dem kundigen Betrachter Einiges:

    • Simon Fisher fährt die Großschot aus der Hand. Das sind immerhin fast 100 qm.
    • Irritierend wirkt nur die Krängung des Schiffes, die dem Laien Wind vortäuschen könnte. Dass bei dieser Aufnahme nicht einfach die Kamera schräg gehalten wurde beweist die Haltung der Steuermanns Michael Pammenter. Wenn man aber weiß, dass viele Schiffstypen bei wenig Wind künstlich gekrängt werden (um weniger Fläche im Wasser zu haben), dann löst sich auch dieses Rätsel.


    Die aktuelle Situation: Erinnern sie sich an die Frage gestern "Kann Telefonica Blue Puma und Ericsson 3 überholen?". Sie konnte, wenn auch nur kurz, vier Stunden später war sie um 16 Meilen zurückgefallen und wieder auf Platz vier. Dann spielten alle"Bäumchen wechsel dich" munter um Platz zwei, drei und vier.
    Momentan ist Telefonica Blue wieder auf Platz zwei, aber die Positionen zwischen Puma, Telefonica Blue und Ericsson 3 wechseln stündlich. Die einzigen, die sich aus dem Spiel raushalten, sind Ericsson 4 und Green Dragon, die in den vergangenen 24 Stunden 22 Meilen gutgemacht hat.

    Die Frage, der sich die Navigatoren jetzt stellen müssen heißt: Fidschi-Inseln östlich, westlich oder mittendurch (zwischen Viti Levu und Vanua Levu)?
    Westlich sind die Winde in der nächsten Zeit recht leicht, mittendurch unberechenbar und drehend. Im Osten ist der Wind zwar relativ gut und stabil, kommt aber genau gegenan. Hier hätte Green Dragon mit ihrer östlichen Position noch die besten Karten.
    Mark Chisnell schreibt recht blumig: "Der Drache erhebt seine Flügel, bereit auf die Flotte niederzustoßen. Er will Blut sehen auf den Fidschis."

    Wer wählt welche Route? Kann Green Dragon profitieren? Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 27.02.09, 1000 Uhr bis 28.02.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig O bis OSO 3, später abschwächend auf OSO 2
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 28.02.09, 0700 Uhr   Großbild klick!
    Puma in Führung
    (28.02.2009, Stand 1000 Uhr) Gestern gegen 1000 Uhr übernahm Puma die Führung und ließ Ericsson 4 elf Meilen hinter sich. Das lag vor allem daran, dass Puma auf Halbwind blieb, während Ericsson 4 an den Wind ging um die Fidschis östlich zu nehmen. Nur Green Dragon hatte zu dem Zeitpunkt zehn Knoten Wind, alle anderen nur fünf.
    Spätesten gegen 1600 Uhr war klar, dass Puma und Telefonica Blue die Passage zwischen den Inseln nehmen würden und die beiden Ericssons zusammen mit Green Dragon östlich passieren würden. Dazu mussten sie natürlich nach Ost, d.h. gegenan segeln. Während Puma und Telefonica Blue stetigen Wind hatten, wurde der auf der Ostroute immer löchriger. Erst am nach Mitternacht kam im Osten stetiger Wind auf und Ericsson 4 konnte daran gehen, seinen zwischenzeitlich auf 68 Meilen angewachsenen Rückstand aufzuholen, wobei der Wind mit 15 Knoten kraftig unterstützte. Puma hat zur selben Zeit leider nur 5 Knoten Wind ...

    Guy Salter von der Ericsson 4 schreibt: "Es war ein schöner ereignisloser Tag auf unserem Schiff, das heisst bis heute Abend.
    Telefonica Blue kurz vor einer Bö   Großbild klick!
    Wir hatten gerade die Code 0 gesetzt und waren dabei die normale Genua zu versteuen, als es einen lauten Knall gab. "
    Der Schäkel derCode 0 hatte sich gelöst und nun killte das Riesending binter dem Großsegel. Wir nahmen es sofort wieder runter und setzten die Genua, die wir gerade verstaut hatten. Gott sei dank, gab es keinen größeren Schaden am Segel, nur ein paar Kleinigkeiten. Die wurden von Ryan Godfrey in einer Stunde behoben.

    Die aktuelle Situation: Die Fidschi-Inseln haben vor allem Puma genützt, die immer noch die Führung vor Ericsson 4 hat. Wie lange noch ist fraglich, denn im Osten hat es mehr Wind und Ericsson 4 ist mit 14,8 Knoten deutlich schneller unterwegs als Puma (11,5). Telefónica Blue (3. +22sm) hat 8 Meilen verloren, Ericsson 3 (4. +36sm) mit 14 Meilen etwas mehr. Green Dragon (5. +53sm) hat elf Meilen gutgemacht, aber eigentlich wollte sie mehr ...
    Wie lange kann Puma noch die Führung halten? Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.



    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 28.02.09, 1000 Uhr bis 1.03.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig O4, später drehend zwischen O4 und SO4
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 1.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!
    Ericsson 4 wieder in Führung
    (1.03.2009, Stand 1000 Uhr) Nach den Fidschi-Inseln geht es jetzt geradewegs nach Süd, hier wartet östlich von Neuseeland auf dem 36. Breitengrad die erste Zwischenwertung auf der fünften Etappe. Aber bis dorthin sind es noch 969 Meilen. Auffallend ist, dass die Schiffe wieder zusammenstreben, jede Trennung vom Haufen würde eine Risiko bedeuten.

    Kenny Read, Skipper der Puma schreibt über die 'Fidschi-Entscheidung': "Es sind Entscheidungen wie diese, die Spass beim Segeln bringen, aber gleichzeitig auch zum Haare-Ausraufen sind. Die 'Fidschi-Entscheidung', wie wir sie hier an Bord nennen, wurde nicht unter Zeitdruck getroffen, sondern aus einer ganzen Reihe von wohlüberlegten Argumenten. Andrew Cape, unser Navigator analysierte schon seit Tagen die Wetterdaten. Östlich zu segeln wäre nur möglich gewesen mit einigen Tagen Am-Wind-Segeln und Kreuzen, die Idee haben wir schnell aufgegeben.
    Jetzt gab es nur noch Plan B (mitten durch) oder Plan C (westlich von Fidschi segeln). Plan c haben wir sofort verworfen, denn die Westinsel ist hoch und dort ist ein riesiger Windschatten.
    Plan B begann Gestalt anzunehmen als wir endlich die Wetterdaten für die kommende Woche bekamen. Wir hatten grundsätzlich vor, auch nach dem Passieren der Inseln westlich zu bleiben. Da kam uns die Passage mittendurch entgegen. Tja, und so kamen wir durch und hatten 20 Meilen Vorsprung.
    Die Sache hätte natürlich auch ganz anders ausgehen können, noch besser oder ganz schlecht. Zunächst einmal hatten wir die ganze Zeit Wind.
    Auf der anderen Seite hatten die Jungs im Osten auch Wind. Auf alle Fälle war es gut, wieder einmal Land zu riechen."

    Puma in der Abenddämmerung   Großbild klick!
    Die aktuelle Situation: In den vergangenen 24 Stunden hat sich Einiges getan betreffend die Reihenfolge: Ericsson 4 hat sich die Führung zurückerobert und aus einem Rückstand von 12 Meilen einen Vorsprung von 14 Meilen gegenüber Puma (2. +14sm) gemacht. Telefónica Blue (4. +45sm) hat 23 Meilen verloren und musste Ericsson 3 (3. +24sm), welche 12 Meilen gutmachte. Dies lag vor allem daran, dass der Wind im Osten besser war, aber Green Dragon (5. +60sm) - auch im Osten - konnte das nicht nutzen und verlor weitere vier Meilen. Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 1.03.09, 1000 Uhr bis 2.03.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig O2, gegen Mittag auffrischend auf O4, gleichbleibend
    Quelle: Peter O. Walter


    Lage 2.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!
    Erbsenwerfen: Wer trifft durch die Kausch ...
    (2.03.2009, Stand 1000 Uhr) Die Flotte hat nun bis auf Green Dragon und Telefonica Blue die Datumsgrenze bei 180 Grad Ost überschritten und hat noch 480 Meilen bis zur ersten Wertungslinie östlich von Neuseeland und 8000 Meillen nach Rio. Der Wind ist immmer noch recht leicht, Segelwechsel im Schnitt alle vier Stunden.
    Gegenwärtig vertreibt sich die Crew der Ericsson 4 die Zeit mit Erbsenwerfen, ja Sie haben richtig gelesen ...
    Die Crew versucht, die Erbsen aus vier Metern Entfernung durch die Reffkausch (30mm Innendurchmesser) des Großsegels zu werfen.
    Dazu Ryan Godfrey: "Das ist schwieriger als man glaubt, denn man muss den scheinbaren Wind mit einrechnen. Der Einzige, der bisher hindurch getroffen hat, war Brad Jackson, jedenfalls behauptet er das."

    Ian Walker, Skipper der Ericsson 4 schreibt: "Fidschi liegt nun hinter uns und ich vermute, dass die Crews von Ericsson 3 und Puma sehr erleichtert sind, dass ihre Passage so erfolgreich war. Es ist schon sehr erstaunlich, dass alle Schiffe nach 5000 Meilen noch in einem Umkreis von 50 Meilen oder vier Segelstunden sind.
    Wir segeln jetzt nach Süden nach Neuseeland. Das macht mir Sorgen wegen unserer beiden Kiwisscherzhafter Ausdruck für 'Neuseeländer' an Bord. Sie haben schon bei den Fidschis davon gesprochen an Land zu schwimmen, aber jetzt kommt ihre Heimat Neuseeland. Für alle Fälle habe ich schon mal
    ihre Pässe versteckt ;-))
    Telefonica Blue: Xabier Fedrnandez und David Vera
    nutzen die derzeit angenehmen Bedingungen
    um eine Winsch zu warten   Großbild klick!
    Es ist eine Schande, dass wir keinen Stopp in Auckland haben, die Neuseeländer sind segelverrückt und lieben dieses Rennen ganz besonders. Hoffentlich werden die Oraganisatoren des Rennens das nächste Mal hier einen Stopp planen und diese Monsteretappe aufteilen.
    An Bord ist alles in Ordnung, das Wasser ist superflach und bei mittlerem Wind haben wir alle Halbwindsegel gesetzt. Ich kann mich an keine so lange andauernden angenehmen Umstände erinnern. Es ist fast unnatürlich ruhig und wir können bestens schlafen um unsere Akkus aufzuladen für das, was noch vor uns liegt."




    Die aktuelle Situation: 24 Stunden reichten Puma um aus einem 14-Meilen-Rückstand vier Meilen Vorsprung gegenüber Ericsson 4 zu machen. Ursprünglich dreissig Meilen im Westen, hat sich Puma immer weiter noch Osten orientiert. Die Platzierungen dahinter haben sich nicht verändert, wohl aber die Rückstände. Alle konnten aufholen: Ericsson 3 (3. +9sm) machte fünfzehn Meilen gut, Telefónica Blue (4. +33sm) konnte um zwölf Meilen aufholen und Green Dragon (5. +42sm) verbesserte sich um achzehn Meilen.
    Im Süden und Südwesten liegt jetzt ein Gebiet absoluter Flaute, deshalb gehen alle Kurs SSO.
    Allerdings erwarten hier drehende Wind die Flotte. Wer kann Nutzen daraus ziehen? Kann Ericsson 4 wieder ganz nach vorne?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 2.03.09, 1000 Uhr bis 3.03.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig N-NO2, später NO3, dann im Verlauf der kommenden Nacht O2.
    Quelle: Peter O. Walter


    Starkwind kommt, vorher aber noch zwei Späßchen
    (3.03.2009, Stand 1000 Uhr) Gegenwärtig ist - noch - "Kaffeesegeln" angesagt, bei zehn Knoten Wind ist es recht angenehm. Green Dragon hat sogar einen Parkplatz gefunden, nachdem sie in der Nacht mal kurz vot Telefonica Blue war. Das bequeme Leben wird aber bald zu Ende sein, denn im Laufe des Tages wird der Wind zunehmen und fast direkt auf die Nase wehen, denn die Flotte muss nach Süden, zur 240 Meilen entfernten ersten Wertungslinie. Dann wird es wieder nass ...

    Kenny Read, Skipper der Puma schreibt: "Momentan gibt es über das Leben an Bord nicht viel zu berichten, die ewigen Klagen über das miese Essen, Träume von Eiskreme und die Geschichten von Spassvogel Kirby.
    Den hat unser Segelmacher Justin Ferris aber sauber drangekriegt: Er hatte gerade seine Nähmaschine draußen um einige Segel nachzunähen, da kam Kirby mit seiner zerrissenen Shorts. Die hat Justin zwar repariert, gleichzeitig aber auch das linke Hosenbein unten zugenäht. Also beim Anziehen funktionierte das rechte Hosenbein, das linke aber nicht. Kirby hüpfte auf einem Bein an Deck umher und versuchte herauszufinden, was da los war. Und das hat Rick Deppe auch noch voll mit seiner Videokamera erwischt ..."


    Und dann war da noch die Story vor der Passage zwischen den Fidschi-Inseln: Kurz bevor Puma die Passage zwischen den beiden Inseln ansteuerte, erhielt er von Ian Walker, Skipper der Green Dragon, eine Mail: "Nette Idee, mittendurch zu fahren, aber bist Du sicher, dass Du unter der neuen Brücke durchkommst??"

    Die aktuelle Situation: Ericsson 4 ist wieder vorne und hat Puma (3. +5sm) nach hinten durchgereicht noch hinter Ericsson 3 (2. +2sm). Die drei sind relativ nah, fast auf Sichtweite zusammen. Heftig verloren haben die im Westen segelnden Telefónica Blue (4. +61sm) mit 28 Meilen und Green Dragon (5. +72sm) sogar mit 30 Meilen in 24 Stunden. Jetzt aber kommt im Lauf des Tages Starkwind auf. Wer wird die Brise zuerst erwischen?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 3.03.09, 1000 Uhr bis 4.03.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig SO4, gegen Abend OSO5, weiter zunehmend.
    Quelle: Peter O. Walter
    Lage 3.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Puma: Reparatur der Reffkausch im Groß   Großbild klick!


    Riskante Entscheidung ...
    (4.03.2009, Stand 1000 Uhr) Puma hat Ericsson 4 wieder mal die Führung abgenommen. Auf der Grafik ist das nicht ohne Weiteres zu sehen, aber die östliche Position macht es aus. Eine interessante Entscheidung hat Ericsson 3 nach dem Passieren der ersten Zwischenwertung getroffen: Sie geht weg vom Haufen, was immer ein Risiko birgt und geht nach Nordosten. Man hofft dort mehr Wind zu finden, was die Vorhersagen zwar bestätigen, aber der Wind kommt in einem ungünstigen Winkel. Auf der anderen Seite hat die Flotte im Süden zwar etwas weniger Wind, den aber in einem günstigen Winkel. Allerdings lauert dort unten auch ein tückisches Flautenloch ...

    Wouter Verbraak von der Green Dragon schreibt: "'Der Sack ist verdreht!' Wasser kracht über den Bug und fünf Segler versuchen die wild gewordene Fock zu bändigen. Es bläst mit 22 Knoten und wir haben einen kleinen Fehler gemacht, der aber kosten wird.
    Was normalerweise schon ein kniffliges Manöver ist, hat sich nun zum Schlechten entwickelt. Die Fock hat sich zu 80 Prozent vom Vorstag gelöst und es braucht nur eine einzige fiese Welle um das Segel von Bord zu spülen. Wir müssen die Fock entwirren, die jetzt mit Hunderten von Litern Wasser gefüllt ist, sie runternehmen und eine neue setzen.
    Offensichtlich ist das 'Chapagnersegeln' der letzten Woche ist vorbei, wir sind im Südpazifik angekommen."




    Die aktuelle Situation: Puma ist in Führung, Ericsson 4 (2. +4sm) ist um 6 Meilen zurückgefallen, Ericsson 3 (3. +29sm) hat jetzt 27 Meilen mehr Rückstand. Telefónica Blue (4. +49sm) konnte um 12 Meilen aufholen und Green Dragon (5. +58sm) um 14 Meilen. Das könnte noch so weitergehen, denn momentan ist sie mit 17 Knoten die schnellste Yacht in der Flotte. Wird sich der radikale Kurs von Ericsson 3 lohnen? Wird sich das Risiko auszahlen?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 4.03.09, 1000 Uhr bis 5.03.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig O6, gegen Mittelnacht abschwächend auf NO4, gleichbleibend
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 4.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Magnus Woxen an der Winsch von Ericsson 3   Großbild klick!


    Süd oder Ost, das ist hier die Frage
    (6.03.2009, Stand 1000 Uhr) Dann und wann nehmen Crews das Risiko auf sich, von den anderen wegzugehen, aber normalerweise liegen sie dann weit hinten und haben einen anderen Wind oder sie spielen mit dem Glück um ins Rennen zurückzukommen. Urplötzlich aber nach dem Passieren der ersten Zwischenwertungslinie hat sich die Flotte aufgesplittet. Dafür gibt es Gründe: Bisher war es so, dass alle so schnell wie möglich nach Süden strebten um die Roaring Fourties zwischen 40° und 50° südlicher Breite zu erreichen. Jetzt hat aber die Rennleitung mit dem ersten "Icegate" knapp unter der 47. Breitengrad , das nördlich passiert werden muss, dem einen Riegel vorgeschoben. Die Rennleitung will so die Yachten aus den riskanten Gebieten (Eisberge) heraushalten. Damit ist den Crews der traditionelle Weg der letzten Rennen versperrt, jetzt müssen andere Optionen her und das war möglicherweise der Ausbruch der Ericsson 3.
    Gestern kurz nach Mitternacht (Ortszeit) passierte Ericsson 4 in Führung liegend die erste Zwischenwertungslinie am 38. Breitengrad östlich von Neuseeland. Schwesterschiff Ericsson 3 folgte 32 Minuten später, nach weiteren zehn Minuten folgte Puma. Telefonica Blue folgte mit Green Dragon eine Stunde später.
    Ian Walker, Skipper von Green Dragon schreibt dazu: "Wir haben es nun mit einer sehr instabilen Wettersituation zu tun. Ein neues Tief entsteht gerade und bricht die konstante Hochdrucklage auf. Diese Lage zusammen mit dem Icegate 1, das realtiv weit im Norden liegt macht das Wetterrouting völlig unklar. Was ist jetzt eigentlich die schnellste Route?
    Vor drei Stunden hat sich jetzt die Lage mit dem neuen Wetterbericht geändert. Jetzt ist der östliche Weg mit hoher Wahrscheinlichkeit schneller und der südliche riskanter.
    Jetzt werden sich einige Skipper und Navigatoren wundern, aber wir werden am Wind nach Osten direkt auf das Icegate 1 zusegeln, das in ESE von uns liegt. Das Segeln am Wind mögen wir eigentlich nicht, aber so müssen wir nicht in den Südpazifik und es wird nicht so barbarisch kalt."




    Die aktuelle Situation: Puma liegt weiter in Führung, Ericsson 4 (2. +12sm) ist in den vergangenen 24 Stunden um acht Meilen zurückgefallen, Telefónica Blue (3. +30sm) hat 19 Meilen gutgemacht. Green Dragon (4. +53sm) ist durch den enormen Verlust von Ericsson 3 (5. +98sm) auf Platz vier vorgerückt. Noch scheint sich die Extratour von Ericsson 3 nicht auszuzahlen. Kann Puma die Spitze halten?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 5.03.09, 1000 Uhr bis 6.03.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig O - NO4 drehend auf SO 3-4, später SO5
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 5.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Telefonica Blue   Großbild klick!


    Telefonica Blue in Führung, dann schon wieder Bruch
    (6.03.2009, Stand 1000 Uhr) Skipper Bouwe Bekking von Telefonica Blue berichtet: "Wir machten gerade guten Speed in einer Brise von 15 Knotenentspricht 4 Bft., als wir einen lauten Knall vom Rigg hörten. Instinktiv blickte ich nach oben, aber der Mast war noch heil und stand. Einen Augeblick später fiel das Groß ins Wasser. Das Vorstag war gebrochen. Jono Swain, der am Ruder stand, reagierte schnell und richtig: Er ging aus dem Wind.
    Wir brachten sofort einige Fallen als Notvorstag an um das Rigg zu stabilisieren, denn der der Mast schwankte wie eine Spaghetti.
    Zuerst mussten wir dann die große Genua aus dem Wasser holen. Das war ein richtiger Kraftakt, denn sie war mit Hunderten von Litern Wasser gefüllt. Während wir das Rigg stabilisierten steuerten wir vorwinds um den Druck vom Mast zu nehmen.
    Als wir schließlich fertig waren, checkten wir das Rigg und alles schien in Ordnung zu sein. Dann telefonierte ich mit der Landcrew wegen der Ersatzteile. Die Aufhängung des Vorstags war genau in der Mitte gebrochen und das Stück ist immerhin 30 Millimeter Stahl!
    Wir standen jetzt vor der Alternative unter Notrigg weiterzusegeln oder zurück nach Neuseeland zu gehen. Aber das Wetter läßt eine Rückkehr nicht zu, so müssen wir weitersegeln. Wollen wir hoffen, dass wir viel raumschots segeln können, denn halbwinds und am Wind wird es recht langsam werden, weil wir nur die kleinere Genua hissen können.

    Kenny Read - Skipper der Puma schreibt: "Was mich erstaunt, ist die Geschwindigkeit des Klimawechsels: Von einer brütenden Hitze zu unangenehmster Kälte ging das buchstäblich an einem einzigen Tag. Jetzt müssen wir noch einige Tage am Wind segeln, bevor wir dann halbwinds zum erste Icegate segeln können. Wie es dann weitergehen soll, habe ich keine Ahnung.
    Bis auf ein paar Fälle von Erkältung ist an Bord alles OK. Diese Infektion hat fast alle von uns getroffen, Andrew Cape und Justin Ferris sind die neuesten Patienten. Aber harte Kerle wie sie sind, haben sie nicht eine einzige Wache versäumt."


    Rick Deppe schreibt: "Dieses Rennen scheint ein sich stetig wiederholender Kreislauf von Tagen zu sein, wo du ganz schön was auf die Nase kreigst und dann hast du wieder ein paar Tage Zeit dich zu erholen und die Wunden zu lecken und dich vorzubereiten so gut es geht. Denn du weißt, es wird kommen.
    Wenn das Spiel losgeht, dann fallen die Sachen im Boot umher, in der Küche ist es am schlimmsten. Das Chaos multipliziert sich, wenn das Schiff über eine Welle springt. Dazu muss man wissen, dass man diese Wellen nicht kommen sieht. Jetzt kommt die letzte Zutat, das Essen. Und - Bingo: schon hast Du das Rezept für ein Desaster."


    Die aktuelle Situation: 24 Stunden reichten für Telefonica Blue, die sich weit im Süden in einem anderen Windsystem befindet, um um aus einem Rückstand von 30 Meilen einen Vorsprung von 21 Meilen vor Puma (2. +21sm). Auch Ericsson 4 (3. +42sm) wurde nicht veschont und weiter nach hinten gesetzt. Green Dragon (4. +102sm) konnte zwar ihren Platz halten, musste aber wie Ericsson 3 (5. +143sm) wertvolle Meilen abgeben. Wie geht es mit Telefonica Blue weiter? Wie schnell kann sie segeln?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 6.03.09, 1000 Uhr bis 7.03.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig SO5, später drehend auf S5 und dann zunehmend auf S6
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 6.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Telefonica Blue: Das Großsegel wird repariert.   Großbild klick!


    Alles auf den Kopf gestellt
    (7.03.2009, Stand 1000 Uhr) Extratouren, also vom Feld wegzugehen, bergen immer ein Risiko: Schlägt die Taktik fehl, ist der Navigator der Depp, den jeder belächelt. Hat er Erfolg, wird er als 'genial' bezeichnet. Im Fall der Ericsson 3 hat sich eine überraschende Wende erge3ben, aber dazu später.

    Simon Fisher, Steuermann der Telefonica Blue beschreibt, wie den Bruch des Vorstags erlebte: "Heute Morgen wurde ich von einem massiven Knall und Rufen aufgeweckt: "Alle Mann an Deck!" Ich zog eilig meine Stiefel an und stürzte nur in Unterwäsche an Deck and da sah ich die Bescherung: Die Genua und das Vorstag schleiften im Wasser. Gott sei Dank hatte es die Wache geschafft, den Mast zu retten und ihn später notdürftig mit einem Fall zu sichern. Die Genua wurde aus dem Wasser geholt und das Vorstag wieder provisorisch befestigt. Keine ideale Situation, besonders weil es noch so weit nach Rio ist.
    Durch den Vorwindkurs während der Reparatur sind wir auch noch dem Hochdrucksystem nahe gekommen und hatten für den Rest des Morgens leichten Wind. Die Brise kommt aber jetzt langsam wieder. Das war definitiv nicht unser Tag ..."


    Kommentar der ESYS-Redaktion: Leider sind die Quellen oft dürftig, sehr emotional und technisch nicht exakt. So enthalten Sie keinerlei Informationen, wie es bei einem Bruch des VORSTAGS zu einm Schaden am Großsegel kommen kann. Sie enthalten auch keine Angaben darüber, WO das Vorstag gebrochen ist und wie es bei nur 4 (!) Windstärken reißen konnte. Hier sind wir auf die Informationen durch die Bilder angewiesen: Zunächst einmal ist nicht das Vorstag gerissen, sondern das Teil, welchen das eigentlicher Vorstag ("Drahtseil") mit dem Rüsteisen am Bug verbindet. Das wiederum kann den Schaden im Großsegel erklären: Das Verbindungsstück reißt, schlägt durch den enormen Zug wie eine Peitsche nach hinten und schlägt ein Loch ins Großsegel. Dass es hier keine Toten bei diesem Zwischenfall gegeben hat, ist großes Glück. Der Redaktion sind Fälle bekannt, wo der Riss eines Vorstags Menschenleben gekostet hat.
    Der Schaden auf der Tefelonica Blue ist ähnlich dem auf der Green Dragon auf der vierten Etappe: Die segelte damals auch mit beschädigtem Vorstag nach Qingdao. Die Auswirkungen des Schadens sind, dass das Verstag nicht mehr sehr stark belastet werden darf: Auf Halbwindkursen kann z.B. kein Reacher mehr gefahren werden. Auch beim Amwindsegeln in leichtem und mittlerem Wind dürfte Telefonica Blue jetzt langsamer sein.



    Die aktuelle Situation: Die vergangenen 24 Stunden haben alles Bisherige auf den Kopf gestellt: Gestern noch Schlusslicht mit 143 Meilen Rückstand, ist Ericsson 3 (1. +0sm) jetzt in Führung und rast mit Halbwind von 25 Knotenentspricht 6 Bft. auf das Icegate 1 zu. Die Extratour nach Norden hat sich also ausgezahlt!
    Puma (2. +79sm) hat zwar denselben Wind, muss aber gegenan. Die beschädigte Telefónica Blue (3. +129sm) schlägt sich tapfer, rutschte aber vom ersten auf den dritten Platz zurück. Auch Ericsson 4 (4. +146sm) musste der genialen Taktik von Ericsson 3 Tribut zollen und Green Dragon (5. +173sm) hat wieder die rote Laterne.
    Wird Ericsson 3 die Führung behaupten? Kann Telefonica Blue mit dem beschädigten Vorstag durchhalten?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 7.03.09, 1000 Uhr bis 8.03.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig NO5, drehend auf N5. im Laufe der Nacht abschwächend auf N4, morgens drehen auf NW4
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 7.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Telefonica Blue: Gebrochene Vorstagsbefestigung
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    Telefonika Blue: Schaden im Großsegel   Großbild klick!


    Ericsson 3 baut die Führung aus
    (8.03.2009, Stand 1000 Uhr) In der Nacht hat die Flotte die Hälfte der Etappe nach Rio geschafft, aber noch liegen kräfteraubende 6200 Meilen vor den Schiffen. Durch den mutigen Nordschlag von Ericsson 3 ist die ganze Reihenfolge buchstäblich über Nacht auf den Kopf gestellt worden. Seit dem vorletzten Positionsreport haben sich die Nordländer an das Tief angehängt und können jetzt mit 18 Knoten auf komfortablem Raumschotkurs das Icegate 1 ansteuern.

    Rick Deppe von der Puma schreibt: "Wir sind wieder in heftigstem Seegang und das Boot schlägt hart auf hunderte von Wellen in jeder Stunde. In der letzten Minute habe 14 gezählt. Die Küche ist wieder verwüstet und auch ansonsten fliegt alles mögliche umher: Haare, Socken und Schokoriegelpapier. Das sieht vermutlich auf jedem Schiff so aus und ich bin höchstwahrscheinlich nicht der einzige, dem es schlecht geht. Leider wird sich das in nächster Zeit nicht so schnell ändern ..."

    Noch einige schlechtgelaunte Zitate von Ian Walker, Skipper der Green Dragon:
    "Ich zähle jetzt nicht mehr in Tagen sondern in Wochen und wir haben heute den Beginn der vierten Woche."
    "Es ist so lange her, dass wir den Spi gesehen haben. Ich glaube, die Jungs wissen gar nicht mehr, wo der liegt."
    "Ok, Schluss jetzt mit dem Gejammere, zurück zum Chaos."


    Die aktuelle Situation: Ericsson 3 hat durch den genialen Schlag nach Norden einen komfortablen Vorsprung vor Puma (2. +118sm), die nur sechs Meilen verlor. Ericsson 4 (3. +135sm) konnte sogar 21 Meilen gutmachen, während Green Dragon (4. +244sm) 71 Meilen verlor. Telefónica Blue (5. +324sm) ist gezwungen, das zu tun, was das Schiff mit dem beschädigten Vorstag am schlechtesten kann: Am Wind segeln. Dem entsprechend verlor sie in den letzten 24 Stunden 151 Meilen. Ericsson 4 liegt zwar noch hinter ihrem Erzrivalen Puma, liegt aber der führenden Ericsson 3 und damit den besseren Windbedingungen näher. Kann sie diesen Vorteil nutzen? Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 8.03.09, 1000 Uhr bis 9.03.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig NO 4-5, drehend auf NW 4-5, später abnehmend auf NW4
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 8.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Telefonica blue: Wachpause für Michael Pammenter
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    Ericsson 3 deklassiert das Feld
    (9.03.2009, Stand 1000 Uhr) Das Wetter ist ungewöhnlich für diese Region, die als "Roaring Forties" eigentlich Starkwinde und Wellen bereithalten sollten.
    Simon Fisher von Telefonica Blue kommentiert es in seiner Art: "The Roaring Forties are more like the Boringlangweilig Forties at the moment." So kann Navigator Aksel Magdahl auf Ericsson 3 jedoch immerhin in Ruhe seinen 30sten Geburtstag feiern.
    Ryan Godfrey von Ericsson 4 beklagt diese ungewohnte Ruhe auch: "Die gefriergetrocknete Lebensmittel und manchmal ein paar Snacks sind wirklich allmählich ziemlich eintönig. Ich habe das Gefühl, dass jeder an Bord anfängt, einiges an Gewicht zu verlieren, was für einige nicht unbedingt eine schlechte Sache ist. Ich bin sicher, dass wir auf der Ziellinie mit hohlen Wangen und fünf Wochen altem Bartwuchs ankommen werden. Obwohl, eine Ausnahme ist Tony, der seinen neuen Spitzbart pflegt und in Ermangelung eines Spiegels die Reflektion des gebogenen Edelstahl-Kessels nimmt und so sieht sein Bart auch aus."

    Gestern noch machte sich Ian Walker, Skipper der Green Dragon Sorgen: "Es ist so lange her, dass wir den Spi gesehen haben. Ich glaube, die Jungs wissen gar nicht mehr, wo der liegt."
    Offensichtlich haben sie den großen Ballon jetzt gefunden: "Wir hatten den erhofften Winddreher. Es ist ein gutes Gefühl den Spi oben zu haben und raumschots zu segeln. Laut den kurzfristigen Wettervorhersagen werden wir in der nächsten Zeit nicht gegenan müssen. Es ist trotzdem nass an Bord, aber das Wasser ist noch warm, wenn es dir mit 30 Meilen pro Stundeentspricht knapp 56 km/h ins Gesicht geweht wird.
    Wir haben vor Kurzem das beste Etmal aller Boote in der fünften Etappe gemacht, 486 Meilen, das sind 57 Meilen mehr als Ericsson 4.
    Unser Wachführer Damian Foxall hatte seinen 40. Geburtstag. Zur Feier des Tages bekam er einen extra Riegel Schokolade von uns. "





    Die aktuelle Situation: Tag für Tag baut Ericsson 3 ihre Führung weiter aus: Waren es gestern noch 118 Meilen Vorsprung gegenüber Puma (3. +190sm), so sind es auf den jetzigen Zweiten Ericsson 4 (2. +182sm) 182 Meilen. Green Dragon (4. +289sm) verlor in den letzten 24 Stunden 45 Meilen und die angeschlagene Telefónica Blue (5. +412sm) büßte sogar 88 Meilen ein. Allerdings scheint sich das Tief, an dem sich Ericsson 3 augehängt hat schneller nach Osten zu bewegen, als Ericsson 4 segeln kann. Ein neues Tief könnte eigentlich nur aus Westen kommen und das würde die Verfolger aufrücken lassen. Kann Ericsson 4 im nachlassenden Wind ihren Vorsprung verteidigen? Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 9.03.09, 1000 Uhr bis 10.03.09 1000 Uhr:
    Da die Yachten mittlerweile weit auseinander segeln, müssen wir getrennte Vorhersagen machen:
    Ericsson4: Gegenwärtig N6, bald drehend auf NW6, im weiteren Verlauf abnehmend auf W5, dann gleichbleibend.
    Übriges Feld: Momentan WNW4, bald drehend auf W3-4, spater abschwächend auf NW3.
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 9.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Damian Foxall hat Geburtstag ...   Großbild klick!


    Zwei "Fische" und der Eiffelturm
    (10.03.2009, Stand 1000 Uhr) Tom Addis, Navigator der Telefonica Blue schreibt: "Endlich sind wir in dem Wind, wo unser Handicap sich nicht auswirkt: Wir segeln raumen Kurs. Wir sind in einem anderen Windsystem als die Führenden und so haben wir natürlich andere Optionen für das nächste Ziel, das zweite Icegate. Wollen wir mal sehen, was wir daraus machen können.
    Aber wir wollen kein Mitleid, das ist ehr angebracht für den kleinen Fisch (5 cm lang), der in den Impeller unserer Logge geriet und das mit seinem Leben bezahlte. David Vera schmeckte er köstlich ...
    Dann war da noch einer, der war aber größer und eigentlich kein echter Fisch: Wir hatten - gerade als wir den A3 Spinnaker setzten - eine Begegnung mit einem Wal. Der hätte einen wesentlich größeren Schaden anrichten können und er hätte vermutlich auch nicht so gut geschmeckt."


    Bouwe Bekking, Skipper der Telefonica Blue berichtet: "Wir haben mal wieder unser Rigg gewartet, wir waren mit der Notreparatur unseres Vorstags nicht so glücklich. Dabei entdeckte David Vera einen Riss im Rigg, was naturlich eine Extra-Verstärkung mit einer weiteren Vorstagsverstärkung erforderte. Ich denke, wir haben das jetzt unter Kontrolle, aber das Rigg sieht mit den ganzen zusätzlichen Verstrebungen langsam wie der Eiffelturm aus."



    Die aktuelle Situation: An der Reihenfolge hat sich in den vergangenen 24 Stunden nichts verändert, wohl aber - und das zum Teil dramatisch - in den Rückständen: Ericsson 4 (2. +258sm) ist gegenüber der führenden Ericsson 3 mit einem Verlust von weiteren 76 Meilen vergleichsweise glimpflich davongekommen. Puma (3. +317sm) büßte mit 127 Meilen deutlich mehr ein, Green Dragon (4. +436sm) gar 147 Meilen. Den herbsten Verlust aber mußte Telefónica Blue (5. +629sm) mit 271 Meilen in 24 Stunden einstecken.
    Ericsson 3 liegt noch im Tief, das aber zieht schneller nach Osten ab, als Ericsson 4 segeln kann, trotzdem hat sie mehr Wind als die übrige Flotte. Telefonica Blue und Green Dragon suchen ihre Chance im Süden, aber eigentlich liegt das zweite Icegate bei 45 Grad Süd, also noch weiter nördlich als des erste. Da haben wir wieder eine Situation, wie vor Tagen bei Ericsson 3. Damals waren auch über Tage hinweg deftige Verluste an Meilen aufgelaufen bis sich endlich die geniale Idee auswirkte. Wird sich diese Taktik als Geniestreich oder abwegige Taktik erweisen?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 10.03.09, 1000 Uhr bis 11.03.09 1000 Uhr:
    Da die Yachten mittlerweile weit auseinander segeln, müssen wir getrennte Vorhersagen machen:
    Ericsson4: Gegenwärtig W6, später WSW 5, nachts SW5 gleichbleibend
    Übriges Feld: Momentan SW - NW 4, gleichbleibend
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 10.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Telefonica Blue: Sorgenvoller Blick   Großbild klick!


    Wie lange geht das noch?
    (11.03.2009, Stand 1000 Uhr) Skipper Magnus Olsson und die Crew der Ericsson 3 konzentrieren sich derzeit auf das Icegate 2 bei 45° Süd, das sie heute gegen Mittag erreichen werden. Der Vosprung von 271 Meilen gegenüber Ericsson 3 und erst recht vor der übrigen Flotte sind die höchsten, die in dem ganzen bisherigen Rennen erreicht wurden.

    Ian Walker, Skipper der Green Dragon schreibt: "Gestern hatten wir 25 Knotenentspricht 6 Bft. Halbwind und während der ersten drei Stunden meiner Wache fiel die Logge nie unter 20 Knoten. Wir probierten aus, wer das am längsten durchhalten könnte. leider war ich derjenige, bei dem das Speedometer kurzzeitig auf 19,6 fiel. Nach 26 Tagen auf See ist jedes Spielchen recht um die Crew stundenlang zu amüsieren.
    Seitdem wir vor ein paar Tagen den Spinnaker gesetzt haben, läuft es sehr gut. Leider mussten wir eine Menge Umwege und Extrameilen fahren um im starken Wind zu bleiben. Vorne haben sie einen noch günstigeren Wind und die direktere Route, aber in den nächsten Tagen sollte sich das umdrehen. So hoffen wir wenigstens. Die großen Rückstände sollten sich bis Kap Hoorn dramatisch reduziert haben. Eines ist sicher: Es wird sehr windig, sehr schnell und sehr kalt.
    Die Wassertemperatur ist schon erheblich gefallen und es wird ungemütlich an Deck. Unten ist es etwas besser, aber der Rumpf ist eiskalt und wir haben jede Menge Kondenswasser. Meine Koje ist direkt unter einer Winsch und die scheint das Wasser anzuziehen. Wenn das Boot krängt, ist das kein Problem. Aber wenn sich das Boot bei einer Wende aufrichtet bekommen ich jedesmal Tropfwasser ins Gesicht. Jetzt habe ich einen Eimer an der Decke aufgehängt ..."




    Die aktuelle Situation: Das Spielchen geht weiter: Scheinbar mühelos und unaufhaltsam vergrößert Ericsson 3 ihren Vorsprung auf Ericsson 4 (2. +271sm). Nur Puma (3. +312sm) konnte sich dem allgemeinen Trend entziehen und machte seit gestern fünf Meilen gut. Das führende Tri nähert sich dem Icegate 2 von WNW, Green Dragon (4. +576sm) und Telefónica Blue (5. +769sm) kommen aus WSW und haben beide in den letzten 24 Stunden 140 Meilen verloren.
    Während die führende Ericsson 3 einen Schnitt von 22 Knoten segelt, macht der Rest "nur" 20 Knoten oder weniger. Telefonica Blue ist natürlich in einem anderen Windsytem und hat dabei ein besonderes Problem: Auf dem Weg zum Icegate 2 liegt eine Hochdruckbrücke und die nächsten zwölf Stunden werden mühsam.
    Aber auch Ericsson 3 kriegt Probleme: Vor ihr liegt ebenfalls ein Gebiet mit Leichtwind während die Verfolger Ericsson 4 und Puma weiterhin guten Wind haben. Werden jetzt die Karten neu gemischt? Wie weit können die Verfolger aufholen?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 11.03.09, 1000 Uhr bis 12.03.09 1000 Uhr:
    Da die Yachten mittlerweile weit auseinander segeln, müssen wir getrennte Vorhersagen machen:
    Ericsson4: Gegenwärtig SSW4, gegen Abend SW3, am nächsten Morgen 2 Bft. drehend
    Puma / Ericsson 4: Momentan SW4 gleichbleibend, später S_SSW 5
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 11.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Telefonica Blue: Neues "Pflaster" fur das Großsegel
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    Gnadenlose Jagd auf Ericsson 3
    (12.03.2009, Stand 1000 Uhr) Die erste Begegnung in diesem Volvo Ocean Race mit Eisbergen hat Green Dragon gemacht, die ja am weitesten nach Süd vorgestoßen ist. Es waren drei Eiberge bei 50 Grad Süd, mit etwa 100 Metern Durchmesser und der Fläche eines Football-Feldes. Das Boot passierte einen in Lee und die beiden anderen in Luv.
    Jetzt aber geht es nach Nordost, wo vier Grad weiter nördlich Icegate 2 wartet. Sechs bis sieben Windstärken raumeschots helfen dabei enorm.

    Von solchen Bedingungen kann Telefonica Blue nur träumen: Kein Wunder, dass sie nicht mithalten kann: Drei Probleme hindern am schnellen Vorwärtskommen: Das gebrochene und provisorisch reparierte Vorstag, ein Riss im Mast und ein delaminierendes Großsegel, das als Sieb in einer Küche besser aufgehoben wäre. Dazu kommt, dass Telefonica Blue ein halbkreisförmiges Flautengebiet vor sich hat, das laaangsam ostwärts zieht ...



    Die aktuelle Situation: Wie gestern schon erahnt ist Ericsson 3 jetzt langsamer geworden und die Aufholjagd hat begonnen: Ericsson 3 (2. +109sm) konnte 162 Meilen gutmachen, Puma (3. +172) und Green Dragon (4. +sm) gar 173 Meilen in nur 24 Stunden. Nur Telefónica Blue (5. +756sm) musste sich mit 13 Meilen zufrieden geben. Ericsson 3 hat in den nächsten 24 Stunden nur fünf Koten Windentspricht 2 Bft. während die Verfolger Ericsson 4 und Puma 20 Knotenentspricht 5 Bft. haben und gnadenlos Hatz auf die Führende machen. Muss Ericsson 3 die Führung abgeben? in den nächsten 24 Stunden ist alles möglich.
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 12.03.09, 1000 Uhr bis 13.03.09 1000 Uhr:
    Da die Yachten mittlerweile weit auseinander segeln, müssen wir getrennte Vorhersagen machen:
    Spitzengruppe: Gegenwärtig S 5-6, Ericcsson 3 nur SW2, später abschwächend auf S4, dann auf S3
    Telefonica Blue hat ein halbkreisförmiges Flautengebiet vor sich, das langsam ostwärts zieht.
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 12.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Eisberg im Südpolarmeer   Großbild klick!


    Ericsson 3: Husch, die Waldfee
    (13.03.2009, Stand 1000 Uhr) Höhen und Tiefen gibt es dezeit für die Verfolger, in der vorletzten Nacht holten alle auf, aber die Bedingungen haben sich schon wieder geändert. Zwar wurde Ericsson 3 nach dem Passieren des Icegate 2 kurzzeitig durch Leichtwind ausgebremst, aber es dauerte nicht lange und mit dem Südkurs kam der Wind und - Husch die Waldfee - war sie wieder weg ...
    Skipper Ken Read (Puma) macht sich Sorgen über ein Tief, an das sich Ian Walker mit seiner Green Dragon anhängen könnte und auf seine Puma aufholen könnte. Aber es gibt noch viele Wetteroptionen für die nächsten Tage, wenn sich die Schiffe auf den Weg nach Kap Hoorn machen, der nächsten Zwischenwertung, wo es wieder Punkte zu holen gibt.
    Die aktuellen Vorhersagen sprechen von sehr rauen Bedingungen am Kap, aber Wachführer Neal McDonald von der Green Dragon, für den es bereits die fünfte Rundung ist, hat andere Erfahrungen gemacht: "Meist war bei meinen Rundungen von Kap Hoorn schönes Wetter. Die Sonne schien und es war nicht viel Wind, richtig angenehm. Nur ein einziges Mal war es recht windig, also die typischen Bedingungen, die man dort erwartet. Das war eine aufregende Nacht und ich möchte sowas eigentlich nicht nochmal haben: Sturm, riesige Welle, aber nach zehn Stunden war das vorbei."
    Ian Walker, Skipper der Green Dragon: "Es ist verdammt kalt hier und derzeit recht unangenehm, aber wir müssen geduldig sein und uns gut positionieren. Das kommede Wetter ist recht ungewiss das gibt uns vielleicht die Möglichkeit nochmal etwas aufzuholen. Ich glaube dass jeder Segler vor Kap Hoorn etwas nervös ist. Es wird immer kälter an Deck und unten ist es nicht recht viel besser. Aber die Jungs sind gut in Form und freuen sich, dass sie raume Kurse segeln können."

    Die aktuelle Situation: Entgegegen allen Vorhersagen hat die führende Ericsson 3 Wind gefunden und das bedeutete für die Verfolger, die sich schon Hoffnungen gemacht hatten, nicht Gutes: Ericsson 4 (2. +149sm) verlor 40 Meilen in 24 Stunden und Puma (3. +185sm) sogar 45 Meilen. Nur Green Dragon (4. +3936sm) konnte sich dem allgemeinen Trend entziehen und machte zehn Meilen gut. Telefónica Blue (5. +807sm)wird weiterhin von einem Hochdruckkeil mit schwachem Wind am Verwärtskommen gehindert.
    Auch für die Führenden wird es nicht ganz einfach werden: Vor ihnen liegt - scheinbar wahllos verstreut - eine ganze Anzahl von kleinen Schwachwindgebieten. Einmal da hineingeraten muss man dann hilflos zusehen, wie die anderen vorbeisegeln. Wer schafft es am besten, in diesem Labyrinth zurechtzukommen?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 13.03.09, 1000 Uhr bis 14.03.09 1000 Uhr:
    Da die Yachten mittlerweile weit auseinander segeln, müssen wir getrennte Vorhersagen machen:
    Spitze: Gegenwärtig S-SW 4, kurzzeitig zunahmend auf SW5, dannabnehmend auf S$,S3 und SO2
    Telefonica Blue: Momentan N4, dann abnehmend auf N2
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 13.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Puma in der Welle   Großbild klick!


    Wer kriegt das Tief als erster?
    (14.03.2009, Stand 1000 Uhr) Nach dem Icegate 2 gibt es jetzt die freie navigatorische Entscheidung für den Kurs auf das Kap, was angesichts der unsicheren Wetterlage zu einem Glücksspiel werden kann. Es gibt keine weiteren von der Wettfahrtleitung verursachten Hindernisse zwischen den 33 Männern an Bord und Kap Horn - "nur" ein paar tausend Meilen eines der bösartigsten Ozeane auf dem Planeten.

    Wie wichtig diese von der Rennleitung festgelegten Icegates sind zeigte sich an Bord von Dragon Green, die mit einem südlicheren Kurs in Richtung dieser Wegemarke segelten. Um 2:30 am Morgen im Stockdunkeln eine nervöse Frage vom Deck der Green Dragon in den Niedergang: Ist der Radar an? Die drei Objekte, die links und rechts an der Green Dragon vorbeiziehen, entpuppen sich als ausgewachsene Eisberge in Fußballfeldgröße. Sie sind eine deutlich Mahnung an den Breitengrad, auf dem sich die Yacht derzeit bewegt - 50 Grad Süd, Eisberggebiet. Ich war dankbar, dass die Eisberge einigermaßen hell schienen, selbst um 2 Uhr nachts im Stockdunkeln. Von da an hatten wir eine ruhelose Nacht, jede Welle, die am Bug weiße Gischt produzierte, ließ uns Eisklumpen im Wasser sehen, berichtet Skipper Ian Walker.

    Die Crews der VO-Racer erleben nun in voller Ausprägung das Motto des Volvo Ocean Race: Life at the Extreme. In einer Email erläutert Steuermann Chris Main von der Green Dragon, was das bedeutet: Vier Tage mit wirklich rauen Windböen sind extrem. Ohne Helm und Visier kann man überhaupt nichts sehen. Der Versuch, die Toilette zu benutzen, ist extrem - wer das mal nachvollziehen will, sollte die Toilette in einem Wohnwagen aufsuchen, während dieser mit 100 Sachen über eine Motorcross-Strecke geschleift wird. Aufzuwachen davon, dass man mit dem Kopf gegen die Decke knallt, nachdem man bereits alle 10 Minuten von der Koje abgehoben ist, ist extrem.

    Skipper Ken Rad von der Puma: "Wir lauern jetzt auf ein Tiefdrucksystem, an das wir uns anhängen können und das uns nach Kap Hoorn trägt. Da tut sich momentan was. Die schnellste Route ist Kurs Nordost und dann auf das Tief aufspringen mit seinen starken westlichen Winden auf der Rückseite. Green Dragan kann die erste sein, die auf den Zug aufspringen kann. Problematisch ist die Lage für Ericsson 3, die sich so eine schöne Führung erarbeitet hat: Geht sie ohne das Tief weiter nach Süden oder geht sie auch in das Tief und gibt ihren Vorsprung preis? Das wird interessant."

    Die aktuelle Situation: Noch führt Ericsson 3, aber der Vorsprung schmilzt langsam und sicher dahin. Ericsson 4 (2. +102sm) hat 47 Meilen aufgeholt, Puma (3. +154sm) sitzt momentan in einem Flautenloch, konnte aber 31 Meilen gutmachen. Green Dragon (4. +339sm) weit im Norden hat mit 54 Meilen am meisten aufgeholt und sogar die beschädigte Telefónica Blue (5. +795sm) konnte ihren Rückstand um bescheidene 12 Meilen verringern. Ericsson 3 - noch in Führung - geht nach Norden - um sich auch an das Tief anzuhängen, dafür muss aber ihr Vorsprung geopfert werden. Offensichtlich hat Green Dragon im Norden die erste Chance, das Tief auf der Rückseite zu fassen. Kann Ericsson 3 ihren Vorsprung verteidigen oder ist gar Green Dragon der neue Star?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 14.03.09, 1000 Uhr bis 15.03.09 1000 Uhr:
    Da die Yachten mittlerweile weit auseinander segeln, müssen wir getrennte Vorhersagen machen:
    Gegenwärtig S-SO4 drehend auf SW5, später S-SW6, morgen W8
    Telefonica Blue: W4 zunehmend auf W5
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 14.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Puma in schlechtem Wetter   Großbild klick!


    Alle machen Jagd auf Ericsson 3
    (15.03.2009, Stand 1000 Uhr) Der schwer verdiente Vorsprung, den sich Ericsson 3 in der vergangenen Woche aufgebaute hat, bricht beunruhigend schnell weg, weil die Boote im Norden von dem neuen Tief profitieren. Pikanterweise war es - wie das vorhergehende Tief, das Ericsson 3 zu dem Vorsprung verholfen hat - ebenfalls nördlich gelegen. Im aktuellen Fall waren sie zu weit im Süden um ohne Preisgabe des Vorteils vom Tief und seinen mächtigen Winden zu profitieren.
    Green Dragon, die am weitesten im Norden segelte, hatte bisher den größten Nutzen. Der Drache bleibt zwar an vierter Stelle, hat nun aber deutlich weniger Rückstand. Zweifellos waren das schwierige 24 Stunden für Ericsson 3, aber ihre Crew kämpft entschlossen weiter.

    Gustav Morin von der Ericsson 3 berichtet: "Es war ein schöner Tag heute, zehn Grad Luft- und Wassertemperatur aber nur fünf bis zehn Knoten Windentspricht 2-3 Bft.. Das ist etwas ungewöhnlich für diese Ecke. Unglücklicherweise scheinen die Schiffe hinter uns einen günstigenen Weg ins das Tief zu haben und es wird eng auf dem Weg nach Kap Hoorn werden. Wir sind jetzt wirklich sehr langsam ..."

    Guy Salter von der Puma: "Das Tief bereitet der Crew der Ericsson 3 natürlich Kopfschmerzen, sie schauen quasi immer über die Schulter zuück, ob wir schon kommen. Die erfolgreiche Aktion in der vergangenen Woche könnte sich in einen Misserfolg wandeln, wenn sie den Starkwind nicht erwischen.
    Wir selber hatten gestern zeitweise zwei Knoten Wind und das bei 48 Grad Süd! Das hat uns ein wenig überrascht und entspricht überhaupt nicht dem Bild, das man sich von den 'Roaring Forties' macht."


    Die aktuelle Situation: Von den fast 300 Meilen, die Ericsson 3 mal hatte, sind noch magere 31 Meilen gegenüber Ericsson 4 (2. +31sm) übriggeblieben. Dabei konnte die noch am wenigsten gutmachen: Puma (3. +90sm) verringerte ihren Rückstand um 84 Meilen, Green Dragon (4. +202sm) sogar um 137 und die arg lädierte Telefónica Blue (5. +682sm) um 113 Meilen.
    Interessanterweise hat sich auch bei Telefonica Blue ein Tief entwickelt, in dem sie raum hinterhersegeln kann.
    Nach den neuesten Wetterdaten aber sieht es so aus, als hätte Ericsson 3 in den Wind gefunden und dass Green Dragon den Zipfel des Tiefs verliert. Kann Ericsson 3 ihr letztes bisschen Vorsprung noch verteidigen?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 15.03.09, 1000 Uhr bis 16.03.09 1000 Uhr:
    Da die Yachten mittlerweile weit auseinander segeln, müssen wir getrennte Vorhersagen machen:
    Gegenwärtig SW 6-7, bald WSW 7-8 gleichbleibend
    Telefonica Blue: NW8
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 15.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Auf dem Voschiff von Puma   Großbild klick!


    Highway nach Kap Hoorn
    (16.03.2009, Stand 1000 Uhr) Die ganze Flotte profitiert jetzt von den starken Winden in den Roaring Forties, die sich endlich so zeigen, wie von ihnen erwartet wird. Wie Ken Read von der Puma ausführte, hat sich das Tief genau so verhalten wie vorhergesagt: "Als das Tief durchwanderte, hat es sich ein wenig ausgedehnt und verlangsamt. Das hat für uns zur Folge, dass wir die Westwinde an seiner Rückseite leichter zu fassen kriegen. Das heisst, wir haben ein größeres Gebiet zur Verfügung, als die früheren Vorhersagen angaben."

    Ken Read, Skipper der Puma: "Wir nähern uns jetzt Kap Hoorn. Einen ganzen Monat hat es gedauert, bis wir so weit gekommen sind. Aber mit ein wenig Unterstützung der Winde aus dem Tief werden wir jetzt eine schnelle Reise zum Kap haben.
    Alle an Bord freuen sich schon auf den ersten tropischen Regenschauer nach der Rundung von Kap Hoorn, aber bis dahin werden wir wohl noch etliche Brecher über Bord bekommen.
    Ich muss zugeben, dass mich dieses Kap immer mehr fasziniert. Bisher habe ich noch gar nicht bemerkt, dass es auf der Westseite, die zu Chile gehört, aus Hunderten oder Tausenden von kleinen Inseln besteht. Wenn diese Inseln reden könnten, würden sie wohl einige haarsträubende Geschichten erzählen können."


    Die aktuelle Situation: Ericsson 3 bleibt in Führung und nicht nur das, sie hat das Tief besser zu fassen bekommen als ihre Verfolger und ihren Vorsprung wieder ausgebaut: Stallgefährte Ericsson 4 (2. +49sm) kam mit einem Verlust von 18 Meilen noch verhältnismäßig glimpflich weg. Härter trafe es da schon Puma (3. +165sm), die mit einem Verlust von 75 Meilen deutlich mehr Federn lassen musste. Auch Green Dragon (4. +271sm) verlor deutlich mit zusätzlichen 69 Meilen. Das Tief, in dem die Flotte jetzt segelt, wird aber bald auf das chilenische Festland stoßen und sich auflösen. Dann haben sie fünf Beaufort aus West. Telefónica Blue (5. +796sm) aber befindet sich im nächsten Tiefdruckgebiet, das aus West heranrauscht. Wie viel kann sie aufholen?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 16.03.09, 1000 Uhr bis 17.03.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig W5, abends NW 6-7, gegen Morgen W8 Telefonica Blue: NW 7, gleichbleibend

    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 16.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Warm anziehen ist angesagt   Großbild klick!

    Ericsson 4 drängt an die Spitze
    (17.03.2009, Stand 1000 Uhr) Unter Bedingungen, die Green Dragon’s Skipper Ian Walker als 'brutal' bezeichnet, hat Ericsson 3 ihre Führung am 54. Breitengrad zunächst ausgebaut, dann aber wieder leicht an Vorsprung eingebüßt. Jetzt werden auf der führenden Yacht stetige 38 Knoten Wind8 Bft. gemessen, in Böen 46-509-10 Bft. Knoten.
    Aksel Magdahl, Navigator auf der Ericsson 3: "Ich glaube, das ist ein Windrekord für uns. Wir mussten Segelfläche wegnehmen, das Vorsegel eindrehen und das Groß total reffen. Trotzdem machen wir noch 18 - 20 Knoten Speed.
    Die Bewegungen des Schiffs im Seegang sind brutal, man kann spüren, wie sich der Rumpf verwindet, wenn er nach einem Sprung in die Luft wieder auf das Wasser knallt."
    Wie alle anderen auch segelt Green Dragon 'konservativ', d.h. die Crew vermeidet es, in die schärfsten Windzonen des Tiefs zu geraten. Ian Walker berichtet, dass man etwas Gas zurückgenommen habe, als die Erschütterungen des Bootes zu gefährlich wurden: "Das wird uns wertvolle Meilen kosten, vielleicht sind wir die ersten, die aus dem Tief fallen, aber ich stehe voll hinter dieser Entscheidung. Tief im Souther Ocean, tausend Meilen entfernt von allem, ist es nicht an der Zeit die Helden zu spielen."

    Die aktuelle Situation: Nicht heute um 1000 Uhr (UTC) sondern gegen 1700 Uhr wird die führende Ericsson 3 Kap Hoorn passieren. Ericsson 4 (2. +41sm) konnte um acht Meilen aufholen, Puma (3. +156sm) um neun Meilen. Green Dragon (4. +231sm) profitierte von den brutalen Winden und machte in den letzten 24 Stunden 40 Meilen gut. Sogar die lädierte Telefónica Blue (5. +765sm) konnte 31 Meilen aufholen.
    Ericsson 3 an der Spitze ist jetzt aber in leichterem Wind um die 4 Bft., Ericsson 4 hinter ihr hat 5 Windstärken und das wird noch eine ganze Weile so bleiben. 41 Meilen Vorprung sind in der Situation nicht viel. Kann Ericsson 4 wieder die Spitze übernehmen?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 17.03.09, 1000 Uhr bis 18.03.09 1000 Uhr:
    Ericsson 3 + 4: Gegenwärtig NW 4-5, bald drehend auf SW 4-5, gegen Abend W 6-7, gleichbleibend
    Puma und Green Dragon: W7, bald W6, gegen Abend drehend auf SW6, gleichbleibend Quelle: Peter O. Walter

    Lage 17.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!











    Ericsson 3 mit Reff im Groß   Großbild klick!

    Kap Horn passiert: Neue Chancen und Risiken
    (18.03.2009, Stand 1000 Uhr) Kap Hoorn ist abgehakt für die führenden Yachten und nach über 10.000 Meilen liegen sie nicht mehr als 87 Seemeilen auseinander. Nachdem der furchtbare Sturm und die eisigen Kälte überstanden sind, geht es nach Norden in wärmere Gefilde. Hier wird es interessant: In den gemäßigten Zonen die jetzt vor den Racern liegt, befinden sich auch etliche Flautenlöcher, die es zu vermeiden gilt. Das eröffnet neue taktische Möglichkeiten, Chancen aber auch Risiken.

    Ericsson 3 hat als erste um 1222 UTC die Wertungslinie bei Kap Hoorn durchsegelt und dafür vier zusätzliche Punkte erhalten, Schwesterschiff Ericsson 4 folgte um 1448 UTC und wurde mit 3,5 Punkten belohnt. Während der Passage bewahrheiteten sich die schlechten Wettervorhersagen Gott sei Dank nicht, mit sechs bis sieben Beaufort war der Wind vergleichsweise moderat für Kap Hoorn. Das könnte laut Wetterbericht für Telefonica Blue mit acht Windstärken böser aussehen.



    Die aktuelle Situation: Ericsson 3 bleibt vorn, wenngleich sie von ihrem Schwesterschiff Ericsson 4 (2. +44sm) hart bedrängt wird. In der Nacht war sie auf 18 Meilen herangekommen, dann aber wieder verloren. Puma (3. +134sm) konnte 22 Meilen aufholen, auch Green Dragon (4. +199sm) gewann mit 32 aufgeholten Meilen deutlich hinzu.
    Während sich Ericsson 3 und 4 bei den Falklandinseln für die westlich Passage entschieden haben, können Puma und Green Gragon sich für eine östliche Route entscheiden. Noch ist Wind westlich der zu Großbritannien gehörigen Inseln, aber bereits gegen Abend breiten sich dort die ersten Flautenlöcher mit drehenden Wnden aus. Nicht so im Osten: Da gibt es stramme fünf Windstärken.
    Ein weitere Möglichkeit wäre für Green Dragon zwischen den den Falklandsund zwischen Ost- und Westfalkland zu nehmen ...
    Können Puma und Green Dragon diese Chance nutzen?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

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    Wettervorhersage für 18.03.09, 1000 Uhr bis 19.03.09 1000 Uhr:
    westlich Falkland: Gegenwärtig W 5-6, abends drehende Winde 0-3, um Mitternacht NNO 3, später NNW3-4
    östlich Falkland: Momentan SW 5-6 gleichbleibend, nach Mitternacht SW 3-3, morgens N4
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 18.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Harte Bedingungen auf Ericsson 3   Großbild klick!












      Großbild klick!

    Telefonica Blue holt im Sturm auf
    (19.03.2009, Stand 1000 Uhr) Skipper Magnus Olsson von der Ericsson 3 in einem Rundfunkinterview über Kap Hoorn: "Die Rundung von Kap Hoorn ist sowohl in meinem Leben als auch in meiner Karriere als Segler ein Höhepunkt. Es ist zwar schon das sechste Mal, aber ich freue mich über die Begeisterung meiner Crewkameraden, die das zum ersten Mal erleben. Das erste Mal Kap Hoorn, das ist ein Erlebnis, das man nie vergessen kann.
    Nach der Le Maire Straße, das ist die Durchfahrt zwischen der Isla de los Estados und Feuerland kamen wir leider in ein Gebiet mit Leichtwind und unser Vorsprung verringerte sich bis auf fünf Meilen. Aber das Problem haben wir jetzt im Griff."


    Jetzt ist das führende Trio nördlich der Falklandinseln und es sind nur noch weniger als 2000 Meilen zum Ziel.

    Green Dragon passierte Kap Hoorn bei Dunkelheit im Abstand von 20 Meilen und hatte über 30 Knoten Windentspricht 7 Bft. Die Crew musste sogar für zwei Stunden den Spi runternehmen um den Wind zu heil zu überstehen. Danach hatte sie als einziges Boot die Option die Falklands im Osten zu umsegeln, folgte aber dem Rest der Flotte und segelte dann im Westen.
    Einige Stunden noch hat Telefonica Blue zum Kap, hinter ihr braut sich ein schlimmer Sturm zusammen mit zehn Windstärken und mehr. Skipper Bouwe Bekking plant das Kap so eng wie möglich zu runden und das Tief voll auszureizen.



    Die aktuelle Situation: Ericsson 3 hat immer noch die Führung und konnte sie gegenüber Ericsson 4 (2. +50sm) sogar noch um weitere sechs Meilen ausbauen. Puma (3. +133sm) gewann eine Meile, Green Dragon (4. +220sm) war in eine Leichtwindzone hinter dem Feld geraten und bezahlte das mit weiteren 21 Meilen Rückstand. Telefónica Blue (5. +629sm) profitierte von dem schweren Tiefdruckgebiet und machte 125 Meilen gut.
    Momentan ist alles auf dem Weg nach Nordosten, weil dort der meiste Wind erwartet wird. Dabei muss Ericsson 3 aber aufpassen nicht in ein Schwachwindgebiet zu geraten, das sich leicht westlich von ihrem Kurs entwickelt.
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

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    Wettervorhersage für 19.03.09, 1000 Uhr bis 20.03.09 1000 Uhr:
    Nördlich Falkland: Gegenwärtig NW 4-5, drehend auf WNW5, abends SW 5-6 gleichbleibend

    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 19.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Puma erreicht Kap Hoorrn   Großbild klick!

    Kap Hoorn ist passe, jetzt drohen Flautenlöcher
    (20.03.2009, Stand 1000 Uhr) Auf ihrem Nordkurs werden die Yachten unterstützt vom Falklandstrom: Der ist eine nach Norden gerichtete kühle Meeresströmung im Südatlantik vor der Südostküste Südamerikas und ein Abzweiger des Antarktischen Zirkumpolarstromes. Er fließt von den Falklandinseln bis kurz vor die Mündung des Río de la Plata. Hier am 40. südlichen Breitengrad trifft er auf den von Norden kommenden warmen Brasilstrom, vermischt sich mit diesem und wird nach Osten abgelenkt.

    Telefonica Blue hat gestern die Wertungslinie bei Kap Hoorn überquert und dafür als Fünfte zwei Punkte erhalten. In der Gesamtwertung hat sie damit 46,5 Punkte und liegt somit nur einen halben Punkt hinter Puma.
    Skipper Bouwe Bekking: "Unsere Kap-Hoorn-Rundung war richtig stilvoll. Es war nicht stürmisch, ganz im Gegenteil: Wir hatten nur zwei Windstärken. Das gab uns Gelegenheit, eine kleine Party zu feiern: Es gab Zigarren, selbstgebrannten Grappa und für jeden einen goldenen Ohrring.
    (Anm. d. Red.: Ein goldener Ohrring gilt unter Seeleuten als Zeichen, dass der Träger Kap Hoorn umsegelt hat.)
    Für mich war es die siebte Rundung und die vierte mit wenig Wind. Vorgestern dagegen hatten wir ganz schön Wind, 35 Knoten entspricht 8 Bft. und mehr und das auf Halbwindkurs. Das Schiff krachte derartig in die Wellen, dass wir die Fahrt verringern mussten und das kleine Stagsegel setzten. Jetzt haben wir das genaue Gegenteil, wir segeln gemütlich nach Norden und mit jeder Meile wird es wärmer. Das ist besonders angenehm für unsere Spanier an Bord, die sich scheinbar nie an die Kälte gewöhnen können."


    Skipper Magnus Olsson hat es geschafft seine Ericsson 3 genau zwischen dem Ziel in Rio und den Verfolgern zu positionieren. Diese Stellung will er narürlich am liebsten behalten, bis er die Ziellinie überquert. Aber die Wettersituation ist sehr komplex, was zu entweder zu Verlusten oder Gewinnen in den nächsten Tagen führen kann.
    Navigator Aksel Magdahl:"Der Vorsprung von Ericsson 3 bietet noch keine sichere Basis für den Gewinn der fünften Etappe. Wir segeln jetzt durch ein Gebiet voller Hochdruckblasen. Mein größtes Anliegen ist diese in den nächsten Tagen zu umfahren. Sonst haben wir schnell einen Parkplatz gefunden und die anderen segeln grinsend an uns vorbei. Schon heute Nacht liegt ein weiteres Leichtwindgebiet zwischen zwei Hochs nördlich und südlich von uns, aber es sieht so aus, als ob wir uns gerade noch durchmogeln könnten. Dazu haben wir noch ein Problem mit Kelp, der sich an Kiel und den Rudern verfängt. Da hilft nichts anderes als mal rückwärts zu segeln um sich davon zu befreien. Und das kostet natürlich Meilen."

    Auch Puma und Green Dragon haben wenig Wind und ruhige See. Ian Walker, Skipper der Green Dragon schreibt, er habe noch nie so ruhig auf dieser Etappe geschlafen.

    Die aktuelle Situation: Ericsson 3 konnte in den letzten 24 Stunden ihren Vorsprung gegenüber allen Verfolgern vergrößern: Ericsson 4 (2. +80sm) verlor 30 Meilen, Puma (3. +165sm) musste 32 Meilen abgeben. Green Dragon (4. +255sm) kam aber mit einem Verlust von 35 Meilen noch glimpflich davon gegenüber dem herben Verlust von 98 Meilen, den Telefónica Blue (5. +727sm) einstecken musste.
    In den nächsten 24 Stunden wird es schwierig für Spitzenreiter Ericsson 3: Überall wimmelt es von Flautenlöchern, die sich nicht vorhersehbar ausbreiten, verschwinden oder aus dem Nichts auftauchen. Das wird spannend ;-)
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 20.03.09, 1000 Uhr bis 21.03.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig SSW 5, drehend auf S 4-5, später SO4 zunehmend auf SO5
    Telefonica Blue: Momentan W7 drehend auf NNW 6, nachts NW6 abnehmend auf NW4
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 20.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Der Falklandstrom   Großbild klick!

    Ist jetzt Schluss mit der Glückssträhne?
    (21.03.2009, Stand 1000 Uhr) Gustav Morin von der Ericsson 3 schreibt: "Seit Taiwan haben wir ein an sich unbedeutendes Problem: Ein Fitting an Deck leckte. Das war nichts Schlimmes, wir mussten nur jeden Tag ein paar Eimer Wasser schöpfen. Heute Nacht aber waren es urplötzlich Hunderte von Litern Wasser. Déjà vu ...
    Der Fitting hatte sich nun ganz gelöst und durch die Öffnung konnte ungehindert Wasser eindringen. Aber Jens Dolmer und Anders Dahlsjö haben das repariert und jetzt ist alles wieder trocken.
    Heute Morgen hatten wir Besuch und das lenkte uns ein wenig von den Sorgen ab: Ein kleiner Schwertfisch war an Bord gesprungen. Arve Roaas begrüßte ihn mit der Pfanne und zeigte ihm anschließend unsere Küche ...
    "


    Die aktuelle Situation: Immer noch führt Ericsson 3 das Feld an und sie lässt auch nichts anbrennen: Auch jetzt konnte sie Ihren Vorsprung gegenüber allen anderen Yachten vergrößern. Schwesterschiff Ericsson 4 (2. +97sm) verlor 17 Meilen in 24 Stunden, Puma (3. +248sm) sogar 83 Meilen. Den Negativrekord aber schaffte Green Dragon (4. +409sm) mit 154 Meilen Verlust. Freilich hatte sie das Pech, in einer ständig mitwandernden Leichtwindzone zu segeln. Telefónica Blue (5. +741sm) machte dagen nur 14 Miese.
    Damit könnte jetzt aber Schluss sein: Vor den beiden Ericsssons liegt jetzt ein Leichtwindgürtel mit zwei Windstärken, dem sie nicht ausweichen können. Puma und Green Dragon haben aber immer noch vier bis fünf Beaufort.
    Dazu kommen noch die Strömungsverhältnisse: Bisher hat der Falklandstrom geschoben - er schiebt immer noch Puma und Green Dragon - in Kürze aber, ab Höhe Mündung Río de la Plata kommt der Brasilstrom mit einer Geschwindigkeit von 0,6 Knoten entgegen. Der Brasilstrom ist eine warme Oberflächen-Meeresströmung im südlichen Atlantik und verläuft entlang der Küste Brasiliens in südwestlicher Richtung, also genau den Schiffen entgegen.
    Er wird mit Wassermassen gespeist, die mit dem Südäquatorialstrom von Südwestafrika quer über den Atlantik herangeführt werden. Ein anderer Teil des warmen Äquatorialstrom-Wassers fließt nach Nordwesten bis in die Karibik (Karibische Strömung) weiter, wo es anschließend den Golfstrom mit Wärme versorgt.
    Vor der Mündung des Río de la Plata in Höhe des 40. südlichen Breitengrades - da befinden sich die Ericssons jetzt - trifft der Brasilstrom auf den in nördliche Richtung fließenden kühlen Falklandstrom. Beide vereinigen sich unter Einfluss der Westwinddrift zu einer Meeresströmung Richtung Osten (Antarktischer Zirkumpolarstrom) und speisen einen Teil des kalten Benguela-Stroms. Dieser fließt nordwärts entlang der südwestafrikanischen Küste, speist wiederum den atlantischen Südäquatorialstrom und schließt somit den Kreislauf. 0,6 Knoten mögen sich langsam anhören, bewirken aber eine Behinderung von 14,4 Meilen pro Tag. Dazu kommt, dass er nicht überall mit gleichmäßiger Geschwindigkeit fließt, das kann +/- 0,5 Knoten variieren. Diese Strömung muss zwar nicht entscheidend sein für den Ausgang dieser Etappe, kann aber - wenn an der Spitze ein Fehler gemacht wird - durchaus zum Zünglein an der Waage werden.
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 21.03.09, 1000 Uhr bis 22.03.09 1000 Uhr:
    Ericssons: Gegenwärtig drehende Winde um 0-2, gleichbleibend
    Puma / Green Dragon: Momentan NO-O 3, bald NO 3-4, später NO3, morgens N2
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 21.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Besuch an Bord   Großbild klick!












    Brasilstrom und Falklandstrom   Großbild klick!

    Ein Minenfeld und nix zu beißen
    (22.03.2009, Stand 1000 Uhr) Noch sind es 804 Seemeilen bis Rio, die aber haben es in sich. Green Dragon’s Navigator Wouter Verbraak vergleicht das vor ihnen liegende Meer mit einem Minenfeld, betehend aus Leichtwindlöchern und unkalkulierbaren Winddrehern. An den "zittrigen" Tracks kann man das deutlich sehen. Gestern um 1300 UTC geriet Ericsson 3 in ein solches Leichtwindloch und die Verfolger kamen bedrohlich auf.
    Thomas Johansson von der Ericsson 3: "In einem Tiefdruckgebiet zu segeln bringt eine Menge gewonnene Meilen. Aber wehe wenn Du da rausfällst, dann dreht der Wind zurück und die Verluste gehen los. Wir sind alle nur Menschen und keine Roboter. Irgendwann werden wir müde und kriegen genug von dem ewigen Manövern."
    Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer: Die Copmputerdaten sagen für Diestag die Ankunft von Ericsson 3 in Rio voraus, und das mit einem Vorsprung von zwölf Stunden.

    Rick Deppe von der Puma schreibt: "Eines ist sicher, überfressen können wir uns auf dieser Etappe nicht mehr. Bei der Planung sind wir von 36 Tagen ausgegangen und die sind jetzt vorbei. Nicht dass wir verhungern werden, aber jetzt muss das Essen rationiert werden, wir haben nur noch Energieriegel mit viel Eiweiß und Cerealien. Ideal ist das nicht aber ein Thema hat sich nun endlich erledigt: sechs Wochen gefriergetrockneter Matsch ...
    Ich kann euch gar nicht sagen, wie gierig ich auf ein riesiges Steak und ein kaltes Bier bin."




    Die aktuelle Situation: Noch liegt Ericsson 3 in Führung, aber die Verfolger rücken deutlich näher: Ericsson 4 (2. +63 sm) hat 33 Meilen gutgemacht, Puma (3. +137sm) sogar 111 Meilen. Auch Green Dragon (4. +347sm) konnte in den letzten 24 Stunden 62 Meilen aufholen, am meisten aber hat Telefónica Blue (5. +621sm) mit 120 Meilen aufgeholt. Die führenden Drei haben jetzt alle mit Schwachwind um die 1-2 Beaufort zu kämpfen, aber gegen Mitternacht wird Ericsson 3 vier Windstärken haben, während sich Ericsson 4 und Puma noch mit 2, bestenfalls drei Beaufort rumschlagen müssen. Auch Green Dragon bekommt zur gleichen Zeit guten Wind, noch dazu aus einer guten Richtung. Kann sich Green Dragon an Puma herankämpfen?
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

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    Wettervorhersage für 22.03.09, 1000 Uhr bis 23.03.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig NNO-NNW 1-2, auffrischend auf 3
    Telefonica Blue: Momentan
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 22.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Ericsson 4: Leichtwind   Großbild klick!

    Flaute für alle, wirklich alle?
    (23.03.2009, Stand 1000 Uhr) Alle Vorhersagen betreffend die Ankunft in Rio haben sich als Makulatur erwiesen. Ging man vor vier Tagen noch von einem Zieleinlauf am morgigen Dienstag aus, so hat die neueste Schätzung eine Verzögerung von mindestens (!) einem Tag ergeben. Ericsson 3 hat noch 624 Meilen nach Rio, aber momentan steht sie. Wann es weitergeht ist völlig ungewiss.

    Skipper Ken Read von der Puma schreibt: "Nach 36 Stunden reinen Elends wegen einer Magenverstimmung kann ich endlich wieder angreifen. Ich möchte das hier nicht weiter beschreiben, aber das war nicht lustig. Als nächsten Wettbewerb werde ich Marathon laufen, die Figur dazu habe ich schon.
    Knapp 800 Meilen haben wir noch und kommen nur quälend langsam voran. Es weht nur leichter Wind und der auch noch gegenan.
    Die Lebensmittel werden knapp, ich schätze bei den anderen auch."


    Die falsche Seite hat offenbar Green Dragon gewählt: Nachdem sie nachmittags immer langsamer (8,5 Knoten) wurde, parkte sie in der Nacht fünf Stunden und kam nur in Schritttempo voran. Auch die führende Ericsson 3 hatte eine Schwachwindphase durchzustehen, die aber mit einer Bootsgeschwindigkeit von fünf bis acht Knoten bei weitem nicht so dramatisch ausfiel. Puma und Eriksson 4 durften am Nachmittag in einer Leichtwindfalle parken, wobei Ericsson 4 zeitweise nur noch 2,5 Knoten machte. In der zweiten Nachthälfte bekamen sie jeoch wieder leichten Wind und kommen wieder voran.
    Völlig unberührt von diesen Problemen segelte Telefonica Blue, die sich 600 Meilen dahinter in einem anderen Wettersystem befindet, Stunde um Stunde ihre zwölf Knoten und konnte als einzige ihren Rückstand etwas aufholen.
    Heute Morgen aber kam dann der wirkliche Hammer: Ein ausgedehntes Flautengebiet brachte alle zum Stehen, nur Telefonica Blue segelt, noch ...



    Die aktuelle Situation:   In Führung "steht" noch Ericsson 3 (0,5 Knoten), Ericsson 4 (2. +83sm) verlor in den letzten 24 Stunden 20 Meilen, Puma (3. +164sm) 27 und Green Dragon (4. +393sm) musste weitere 46 Meilen abschreiben. Die einzige, die hinzugewann, ist Telefónica Blue (5. +595sm): Sie konnte 26 Meilen gutmachen.
    Im Moment stehen die ersten vier geschlossen in der Flaute. Die war zwar vorhersehbar, gebietsmäßig nicht vermeidbar. Jetzt ist alles möglich. Wer als erster den rettenden Windzipfel erwischt, kann die Reihenfolge auf den Kopf stellen.
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

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    Wettervorhersage für 23.03.09, 1000 Uhr bis 24.03.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig drehende Winde um 0-1 Bft., gleichbleibend. Im Norden später SO3
    Telefonica Blue: Momentan NNW4 drehend auf WNW4. Gegen Abend S3, morgens dann drehende Winde 1-2 Bft.
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 23.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Ist das die Lösung der Lebensmittelknappheit?  Großbild klick!

    Essen und Wasser - jetzt wird alles knapp
    (24.03.2009, Stand 1000 Uhr) Ausgemachtes Pech hatte Green Dragon: Sie segelt in einem mitwandernden Flautenloch und konnte in den ganzen 24 Stunden nur deprimierende 1,5 bis 4,5 Knoten erreichen. Die beiden Ericssons an der Spitze schrammten am frühen Morgen knapp an einem Parkplatz vorbei und konnten dann immerhin zwischen sechs und zehn Knoten erreichen.

    Ian Walker, Skipper der Green Dragon schreibt dazu: "Alles schien ganz in Ordnung zu sein, als wir am Wind segelten und und auf das neue Tief warteten, das von der südamerikanischen Küste kommen sollte. Aber statt 15 Knoten Wind kam da gar nichts. Jetzt stehen wir da (im wahrsten sinne des Wortes) und haben auch noch Strom gegenan. 931 Meilen haben wir noch und optimistisch geschätzt brauchen wir noch sechs Tage. Nicht nur das Essen wird knapp, auch der Diesel, der zur Stromerzeugung dient. Damit erzeugen wir immerhin auch unser Trinkwasser!! Um sicherzustellen, dass der Diesel reicht, müssen wir alle System abschalten, die nicht lebensnotwendig sind. Das sollte reichen.
    Was das Essen angeht, sieht es ganz böse aus: Wir gingen bei der Planung von maximal vierzig Tagen aus. Jetzt haben wir die Portionen rationiert, so dass wir weitere zwei Tage haben. Aber aus Rationen für zwei Tage sieben zu machen, das geht nicht. Alle sind schon hungrig, aber es wird noch schlechter werden."




    Die aktuelle Situation: Ericsson 3, noch in Führung, darf jetzt keinen Fehler mehr machen. Ericsson 4 (2. +59sm) hat in den vergangenen 24 Stunden 24 Meilen aufgeholt. Auch Puma (3. +143sm) konnte ihren Rückstand um 19 Meilen verringern. Nur Green Dragon (4. +455sm) verlor 62 wertvolle Meilen. Telefónica Blue (5. +539sm) holte um 56 Meilen auf.
    Wetterprognosen und Routing-Software gehen inzwischen von einer Ankunft in Rio am Donnerstag um 0600 UTC aus. Nicht nur die Ankunft ist jetzt klarer, es wird nach den Vorhersagen auch ein sehr knapper Zieleinlauf werden, wobei noch nicht sicher ist, ob Ericsson 3 die Führung ins Ziel retten kann. Es bleibt also spannend.
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

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    Wettervorhersage für 24.03.09, 1000 Uhr bis 25.03.09 1000 Uhr:
    Spitzentrio: Gegenwärtig SO3 zunehmend auf SO4, später SO 4-5
    Telefonica Blue und Green Dragon: Momentan drehende Winde um 0-2, gleichbleibend
    Quelle: Peter O. Walter

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    Spinnaker-Reparatur auf der Ericsson 4   Großbild klick!

    Wird es doch noch gefährlich für Ericsson 3?
    (25.03.2009, Stand 1000 Uhr) Rio ist in greifbarer Nähe für Ericsson 3, trotz ersthafter Anstrengungen konnten ihre Verfolger ihr die Führung nie streitig machen. Aber damit scheint jetzt Schluss zu sein.
    Gustav Morin: "Diese verdammte Leichtwind bringt das Leben total durcheinander. Viele von der Crew werden ihre Familienangehörigen in Rio treffen. Aber weil wir zu spät kommen, sind sie schon zu früh da. Andere müssen wieder zu einem bestimmten Termin nachhause fliegen und so wird die Zeit des Wiedersehens viel kürzer."
    Während andere Teams Essen und Diesel teilweise dramatisch rationieren, herrscht auf Telefonica Blue kein Mangel. Gabriele Olivo hat sogar einen großen Sack voll wunderbarem Parmesan an Bord gebracht. Sie könnten die ganze Flotte damit versorgen ...

    Die aktuelle Situation: Ericsson 4 hat noch 225 Seemeilen bis zur Ziellinie und strebt scheinbar unaufhaltsam gen Rio, Ericsson 4 (2. +104sm) verlor in den letzen 24 Stunden 45 Meilen auf ihr Schwesterschiff. Damit ist sie noch vergleichsweise gut weggekommen, denn Puma (3. +192sm) verlor schon 49 Meilen, Green Dragon (4. +563sm) traf es hart mit zusätzlichen 108 Meilen Rückstand. Telefónica Blue (5. +680sm) bekam eine Flautenzone voll ab und verlor zusätzliche 141 Meilen.
    Zwischendurch schien es so, als ob es zwischen Green Dragon und Telefonica Blue noch knapp werden könnte: Durch die scheinbar ewige Flaute hatte das chinesische Boot dramatisch an Meilen verloren und die angeschlagene Telefonica ist bis auf hundert Meilen herangekommen. Daraus wird nun nix mehr, denn Telefonica Blue steht immer noch im Schwachwind und macht nur 2,8 Knoten.
    Doch jetzt scheint es für Ericsson 3 doch noch gefährlich zu werden: Sie läuft direkt in eine Schwachwindzone, während ihre Verfolger immer noch O4 haben. Es könnte also nochmal spannend werden ...
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

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    Wettervorhersage für 25.03.09, 1000 Uhr bis 26.03.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig SO-O 3, später für Ericsson 3 abschwächend auf SO1, Ericcson 4 und Puma O4

    Quelle: Peter O. Walter

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    Puma im leichten Wind   Großbild klick!

    Versteckspiel in der Flaute vor Rio
    (26.03.2009, Stand 1000 Uhr) Vor der Ziellinie in Rio liefern sich die beiden Ericssons ein Versteckspielchen: Der sogenannte Stealth-Modus wurde von der Rennleitung für dieses Rennen eingeführt um es noch spannender zu machen. Der Stealth-Mode kann maximal 12 Stunden aufrecht erhalten werden. In dieser Zeit muss die Yacht zu den festgelegten Reportzeiten keine Positionsmeldungen abgeben und somit wissen die Gegner nicht, welche Taktik sie verfolgt.
    Ericsson 3 ist jetzt wieder sichtbar, aber wo ist Ericsson 4?

    Green Dragon hat es nach Tagen nun endlich geschafft, dem mitwandernden Flautenloch zu enkommen und segelt mit zwölf Knoten nach Norden.
    Ian Walker schreibt: "Unsere Treibstoff-Situation hat sich momentan noch verschärft: Die Lichtmaschine am Generator ist defekt, so dass wir zur Stromerzeugung die Hauptmaschine laufen lassen müssen. Die braucht natürlich wesentlich mehr Diesel. Wir haben alles abgeschaltet, was nicht lebensnotwendig ist und bewegen den Kiel so wenig wie möglich, denn das braucht am meisten Energie. Wir haben schätzungsweise noch sechs Tage nach Rio und haben noch fünf Mahlzeiten für jeden ..."



    Die aktuelle Situation: Eigentlich sollte Ericsson 3 längst im Ziel sein, beim letzten Positionsreport waren es noch 25 Meilen. Aber Ericsson 3 STEHT! Mit gerade mal 2 Knoten schleicht sie bei drehendem Windhauch dahin. Direkt hinter ihr in Wind um die 3 Bft. kommt ihr Schwesterschiff Ericsson 4 (?. +?sm) im Stealthmodus auf. Beim letzten bekannten Positionsreport hatte sie noch 103 Meilen Rückstand. Puma (3. +107sm) hat elf Meilen aufgeholt, Green Dragon (4. +536sm) 28 Meilen. Wie weit kann Ericsson 4 noch an ihr Schwesterschiff herankommen? Jetzt heißt es für beide Crews die Nerven zu bewahren, jede hektische Aktion bringt die eh schon labile Stömung am Segel zum Abreissen. Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 26.03.09, 1000 Uhr bis 27.03.09 1000 Uhr:
    Vor Rio: Gegenwärtig 0-1 drehend, gleichbleibend
    Puma / Ericsson 4: Momentan O3, nachts auffrischend auf O4
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 26.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Green Dragon in der Flaute   Großbild klick!

    Die ersten Drei im Ziel
    (27.03.2009, Stand 1000 Uhr) Nach einem nervenzerfetzenden Finale, Hoffen und Bangen hat das Volvo Ocean Race-Team Ericsson 3 die fünfte Etappe gewonnen. Die Crew um den Schweden Magnus Olsson überquerte die Ziellinie vor Rio de Janeiro, Brasilien, um 10:37 UTCT. Große Erleichterung dürfte sich unter den Team-Mitglieder breit machen. Zuletzt hatte Ericcson 3 noch zu Stealth-Modus gegriffen, wohl um seine Langsamkeit und Schwäche zu verbergen. Aber auch Schwesterschiff Ericsson 4 die von hinten aufkam, versteckte sich. Aber dann kam es wie es kommen musste: Auch die sieggewohnte 4 steckte in der Flaute fest und schlich nun mit ein bis zwei Knoten auf das Ziel zu. Gegen 2200 UTC kam eine leichte Brise auf und mit 10 Knoten durchsegelte Ericsson 4 die Ziellinie.
    Etwa acht Stunden später kam auch Puma ins Ziel.
    Genauere Daten und Zeiten fehlen uns noch, wahrscheinlich sind unsere Schreiber beim Feiern und müssen erstmal den Champagner verdrücken, bevor er schlecht wird :-))



    Die aktuelle Situation: Green Dragon (4. +292sm) und Telefónica Blue (5. +451sm) werden wohl noch einige Tage brauchen, sie werden aber - wenn sie mal da sind - gehörig unter Zeitdruck geraten: Die Schiffe müssen auf ie Inshore-Races fitgemacht werden, Wartungsarbeiten stehen an und so ganz nebenbei soll sich die Crew auch noch von den unglaublichen Strapzen erholender fünften Etappe.
    Telefonica Blue macht 14,3 Knoten und hat im Moment mehr Wind als Green Dragon (Speed 13,8 Knoten) und das wird noch einige Zeit dauern, dann kommen wieder ein paar häßlich Flautenlöcher ...
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 27.03.09, 1000 Uhr bis 28.03.09 1000 Uhr:
    Momentan NO3-4, drehend auf O3-4, später NO3, abschwächend auf NO 1-2
    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 27.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Ericsson 3-Crew feiert   Großbild klick!

    Stealth-Modus soll Schwäche verbergen
    (28.03.2009, Stand 1000 Uhr) Die ersten drei Boote liegen sicher vertäut in der Marina da Gloria in Rio, nachdem sie 12.300 Seemeilen von Qingdao in China bis hierher zurückgelegt haben. Zwei sind noch draussen: Green Dragon und die angeschlagene Telefonica Blue. Man kann aber nicht sagen, dass es jetzt langweilig wäre: Green Dragon hat gestern kurz nach ihrem Positionsreport um 0700 UTC den Stealth-Modus eingeschaltet und war bis heute 0700 Uhr unsichtbar.
    Zu Zeitpunkt des Einschalten war sie 267 Meilen vor Rio und segelte 13 Knoten.
    Man hätte das für ein Spielchen halten können, aber der Hintergrund war ernst: Green Dragon stand nämlich in der Flaute und wollte offensichtlich Telefonica Blue das nicht wissen lassen. Wie anders wäre sonst zu erklären, dass Telefonica Blue in den letzten 24 Stunden 275 Meilen aufgeholt hat??
    57 Meilen Rückstand sind gar nichts, wenn Green Dragon nochmal in eine Flaute geraten sollte, was am Wetterbericht absehbar ist ...
    Morgen gegen 1000 Uhr berichten wir weiter.

    Die aktuellen Platzierungen: Siehe Grafik oben rechts (vergrößern!)

    Wettervorhersage für 28.03.09, 1000 Uhr bis 29.03.09 1000 Uhr:
    Gegenwärtig ONO 3-4, vor Rio 0-1 drehend, abends für Telefonica Blue ONO 5 (!!)

    Quelle: Peter O. Walter

    Lage 28.03.09, 0700 Uhr   Großbild klick!












    Green Dragon in der Flaute   Großbild klick!

    Was bisher passierte: Leg 1   Leg 2   Leg 3  


    Weblinks:
    Das Volvo Oceanrace in Wikipedia
    Bisherige Regatten und Geschichte


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