Die 'Doldrums', ein tropischer Kalmengürtel
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    Die Doldrums

    von Peter O. Walter





    Klick! Zum Großbld klicken! Die Doldrums, korrekter wissenschaftlicher Name "Intertropical Convergence Zone", abgekürzt "ITCZ", sind ein Kalmengürtel, anders ausgedrückt: Ein Gebiet schwacher, veränderlicher Winde und häufiger Windstillen am Äquator, mitunter auch die Rossbreiten zwischen 25 bis 35° nördlicher beziehungsweise südlicher Breite. Dabei sind sie nicht etwa stationär, sondern pendeln etwa um 5 Grad nördlich und südlich um ihre mittlere Lage und folgen mit ein- bis zweimonatiger Verspätung der Sonne. Auch die Breite ist variabel: Sie beträgt 300-400 Meilen und ist abhängig von der Jahreszeit und geografischen Faktoren.

    Das Wetter in dieser Zone ist geprägt hoher Luftfeuchtigkeit, ausgedehnten Flautengebieten, drehenden Winden, aber auch plötzlich auftretenden Böen, Schauern und tropischen Gewittern (Bild).

    Die "nördlichen" Doldrums im Atlantik liegen etwa zwischen der Ostspitze Südamerikas und dem westlichsten Teil Afrikas, wobei der Kalmengürtel auf der afrikanischen Seite seine größte Breite aufweist. Demzufolge halten sich Segler auf dem Weg zum Kap der Guten Hoffnung stets mehr nach Westen, obwohl das der längere Weg ist. Das Bild links zeigt den Weg des Katamarans "Cheyenne" von Steve Fossett bei seiner Weltumsegelung 2004.

    Die Doldrums sind eine Art Pufferzone zwischen den nordatlantischen "Tradewinds" (Passatwinde), welche von von Ost nach West wehen und ihrem Gegenstück im Süden, wo es von West nach Ost bläst (Bild).

    Der Urprung des Wortes ist unklar, aber das Oxford English Dictionary meint, es wäre eine Verbindung der Begriffe “dull” (langweilig; trüb, düster; dumm) und “tantrums” (Koller; Trotzanfall; Wutanfall). Sicher ist aber, dass englische Segler den Begriff geprägt haben.

    Die schweren Segelschiffe vergangener Jahrhundete lagen oft wochenlang in der Flaute, Wasser und Essen wurde knapp. So kommt der Begriff "Rossbreiten" (engl. horse latitudes) daher, dass die Mannschaft oft die Pferde über Bord trieb, wenn das Wasser knapp wurde.

    Heute haben die Segler schnellere Schiffe und präzise Wetterinfos, so dass sie dieser Flautenzone schneller als früher entkommen können. Früher hatten die Kapitäne keine andere Möglichkeit, als aufmerksam zu beobachten und jeden Winddreher, jede noch so kleine Bö auszunutzen um einige Meter mehr gut zu machen. Bernard Moitessier hat vor 20 Jahren noch genau so gehandelt. Diese Methode erfordert viel Geduld und Optimismus...


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