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EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM

Knotenkunde für Segler:
Alles über Segelknoten

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Eine der ältesten Erfindungen der Menschheit ist der Knoten, sie lag vermutlich sogar vor der des Rades. Ob ein Knoten oder eine Schlinge besser hält oder nicht, das läßt sich mit herkömmlichen Theorien nicht beantworten. Nicht nur die Form eines Knotens, auch Reibung und Elastizität und Krümmung des Materials spielen eine Rolle. Die Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology konnten nun mit Hilfe einer neuartigen Faser die Kräfte innerhalb eines Knotens sichtbar machen. Das neue Material verfärbt sich bei Belastung grün und gelb: Hier wirken besonders starke Kräfte. Entscheidend ist wohl der Grad der Krümmung ...

Ein Knoten ist eine Verknüpfung von Fäden oder Seilen. Mit ihm lassen sich Gegenstände befestigen oder verschnüren und Seile an Gegenständen befestigen oder miteinander verbinden.

Ein wesentlicher Einfluss auf die geschichtliche entwicklung der Knoten ging von der christlichen Seefahrt aus. Eine Vielzahl von Schifferknoten waren für die unterschiedlichsten Zwecke gebräuchlich. In ihren oft monatelangen Fahrten begannen die Seeleute neben ihren bekannten Gebrauchsknoten in ihrer Freizeit mit Garn und Tauwerk nach Mustern zu knüpfen, welche sie im Orient gesehen hatten. Sie dekorierten ihre Schiffe mit kunstvoll geknüpften Glockenzügen, umknüpften Flaschen und vielem mehr. Oft waren diese Arbeiten ohne praktischen Wert, sie dienten mehr der Zierde. Diese Knotenknüpfkunst wird als Fancywork, Platting und Makramee gepflegt.

Knoten werden von vielen Berufsgruppen und in vielen Sportarten eingesetzt:

# Segler und Seeleute, Taucher,
# Pfadfinder, Hilfs- und Rettungsorganisationen, Feuerwehr),
# Bergsteiger und Kletterer,
# Angler und Fischer,
# Maurer und Zimmerleute.
# In den japanischen (Budo--)Kampfsportarten wie Ju-do-, Aikido- und Karate werden Textilgürteln (Obi) zum Zusammenhalten der Anzugjacke geknotet.
# Japanische Samurai entwickelten im Mittelalter eine eigene Fesselkunst (Hojo-jutsu), um Gefangene bewegungsunfähig und abtransportfähig zu machen. Heute werden die komplizierten Knotentechniken aus dem Hojo-jutsu noch in der japanischen Polizei gelehrt.



Für den Unterricht in der Knotenkunde ist eine gemeinsame Sprache wichtig. Die Seemannssprache verfügt über einen eigenen Wortschatz der Knotenkunde: Dazu gehört die Bedeutung der Begriffe:

Man sagt Leine und Tau statt Seil
Ende - ein kurzes Stück Leine
festes, langes oder ziehendes Ende - der unter Last stehende Teil des Taues
loses, kurzes oder freies Ende - das unbelastete Reststück, der Tampen
Stander - Für einen bestimmten Zweck vorgesehenes Stück Tauwerk oder Leine (z. B. Bullenstander
Tampen - das lose Ende der Leine (umgangssprachlich auch die gesamte Leine)
Bucht - der U-förmige Verlauf einer Leine, eine Schlaufe
Auge - eine Bucht, deren Enden sich überkreuzen
Halber Schlag - eine Schlaufe um ein anderes Seil oder Objekt, die eine einfache Kreuzung aufweist
Schlag - eine volle Umwicklung, auch zwei Schlag, drei Schlag
Rundtörn ist eine einfach um ein Objekt gelegte Windung oder Umwicklung, auch anderthalb Rundtörn
Schlinge - eine durch einen Knoten gebildete geschlossene Schlaufe die sich zuzieht - (Henkersknoten)
Schlaufe - eine durch einen Knoten gebildete feste unbewegliche Schlinge - (Palstek)
Stek - ein "Knoten", der nur mit weiteren Gegenständen stabil ist (Webeleinenstek, Stopperstek)
Knoten - alles, was allein stabil ist (Achtknoten, Diamantknoten). Der (stehende) Palstek wird also eigentlich falsch als Stek bezeichnet und müsste korrekt Pfahlknoten genannt werden.
Auf Slip legen - eine Schlaufe einfügen, mit der der Knoten aufgezogen werden kann



Es existiert keine allgemeine Referenz zu Knotennamen.

Am nächsten kommt Das Ashley-Buch der Knoten. Jedoch obwohl Clifford Ashley im Ashley-Buch der Knoten die umfangreichste Sammlung zusammengetragen und jede Zeichnung nummeriert hat, eignet sich das Buch nicht als Referenz für Knotennamen. Viele Knoten sind doppelt. Gleiche und ähnliche Zeichnungen sind mehrfach vorhanden, sind aber unter verschiedenen Nummern, oft auch unter verschiedenen Namen gelistet. Auch sind viele Namen mehrfach vorhanden, zeigen aber einen anderen Knoten. Oder gleiche Knoten haben unterschiedliche Namen, je nach Anwendung. In der Deutschen Ausgabe kommt hinzu, dass Übersetzungen der Knotennamen ebenfalls recht willkürlich und auch nicht einheitlich sind.

Es lässt sich feststellen, dass in jeder Nation, in jedem Sprachraum und im jedem Knotenanwendungsbereich gleiche Knoten für den gleichen Einsatzbereich unterschiedlich benannt werden. Dazu kommen noch Verschleifungen, die in Unkenntnis der Sprache aus einem Knotennamen entstanden sind. Beim Beschreiben eines Knotens kommt man meist nicht umhin, den Knoten zu zeigen, um nicht über verschiedene Dinge zu sprechen.



Seemännische Knoten unterliegen besonderen Anforderungen:
Sie müssen einfach und schnell herzustellen sein, sich zuverlässig bekneifen und halten und leicht wieder zu lösen sein, auch in nassem Tauwerk.

Bei Segelprüfungen werden folgende Knoten geprüft:
Achtknoten   Halber Schlag   Kreuzknoten   Palstek   Roringstek   Schotstek   Stopperstek   Webeleinenstek   Belegen  

Weitere Seglerknoten:
Affenfaust   Auf Slip legen   Augspleiß   Kopfschlag   Mehrfacher Überhandknoten   Rundtörn mit zwei halben Schlägen   Slipstek   Spleiß   Takling   Trossenstek   Wurfknoten  



Versuchsfasern des MIT Versuchsfasern des MIT
(Bild: Massachusetts Instuitute of Technology)  Großbild klick!
Knotentafel Knotentafel (Bild: Lobillo) Großbild klick!
Ashleybook der Knoten Ashleybook der Knoten
(Bild: Obersachse) Großbild klick!
Der Ballerinaknoten Der Ballerinaknoten
(Bild: bildderfrau) Großbild klick!
Der Windsorknoten Der Windsorknoten
(Bild: SV Kampen) Großbild klick!
Das wird eigentlich ein doppelt auf Slip gelegter Kreuzknoten Das wird eigentlich ein doppelt auf Slip gelegter Kreuzknoten
(Bild: StromBer) Großbild klick!
Segelknoten erklärt auf Schwäbisch ...