logo
EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM

Knotenkunde für Segler:
Der Stopperstek

Wenn Sie weitere Informationen über dieses Thema haben oder Fehler entdecken oder ein Revier vermissen wenden Sie sich bitte an uns (Kontakt)!


Der Stopperstek ist ein Klemmknoten, mit dem eine dünnere Leine mit einem dickeren Seil, einer Trosse oder einer Kette verbunden wird. Er kann auch verwendet werden, wenn das Seil unter Spannung steht. Er zieht sich unter Belastung zu und lockert sich bei Entlastung wieder und kann so verschoben werden.

Der Stopperstek ist besonders in der Seefahrt gebräuchlich. Es gibt zwei Varianten, im Ashley, Großes Buch der Knoten, mit den Nummern 1734 und 1735 bezeichnet. Beide werden Stopperstek genannt.

Mit dem Stopperstek kann eine Hilfsleine an ein unter Spannung stehendes Seil geknotet werden, um dieses mit einer Winsch oder einem Flaschenzug zu entlasten. Das ist beispielsweise der Fall, wenn eine Schot durch die Windkraft im Segel gespannt wird und sich auf der Winsch verklemmt (einen "Überläufer" bildet) oder wenn bei einem Fall die Seilklemme blockiert ist.

Früher wurde der Stopperstek von den Winsdurfern am Mast angebracht um mit dem langen Ende dann den Gabelbaum am Mast zu befestigen. Freilich musste man ihn in der richtigen Richtung binden, denn er hat die Eigenschaft, nur in EINER Richtung das Rutschen zu verhindern.

Auf Schiffen, die nicht mit Winschen ausgerüstet sind, ist eine solche Arbeitstalje manchmal nötig, um ein Segel korrekt zu trimmen.

Weil der Stopperstek leicht verschiebbar ist, kann damit mit einer Hilfsleine eine Last mit einer Winsch oder einem Flaschenzug Meter um Meter hergeholt werden, beispielsweise ein schweres an einem Seil hängendes Gewicht, oder eine schwere oder "ausgerauschte" Ankerkette. Bei einer Seilbrücke kann das Tragseil damit gespannt werden, bevor es an der zweiten Verankerung festgebunden wird.

Damit kann auch ein Schiff geschleppt werden. Der Schlepper übergibt dazu eine Schlepptrosse. Und das Schiff, das geschleppt werden will, bindet eine eigene Leine mit dem Stopperstek an die Schlepptrosse.

Die Knotenfestigkeit ist stark abhängig vom Unterschied der Seildurchmesser und vom Material und der Oberflächenbeschaffenheit der beiden Seile. Fest wird der Knoten bei einem Unterschied der Durchmesser von 1 zu 1,5 bis 1 zu 5; aber je größer der Unterschied, desto schwächer ist die dünne Leine. Nur durch einen kleineren Seildurchmesser, mit welchem der Knoten und das stehende Seil geknüpft wird, tritt eine gute Klemm-(Keil)-Wirkung ein. Der Knoten Nr. 1735 ist fester als der Knoten Nr. 1734, lässt sich aber schlechter verschieben. Je mehr Windungen auf der Zugseite gemacht werden, desto höher wird die Knotenfestigkeit.

Knüpfen: Der Stopperstek ist im Prinzip ein Webeleinenstek, der auf der Seite zur Zugrichtung zwei Windungen hat (statt nur einer wie beim Webeleinen), also insgesamt drei Windungen (statt zwei wie beim Webeleinen). Alle drei Windungen haben die gleiche Drehrichtung.

Der Knoten kann auch unter Zug geknüpft werden. Bereits die erste Windung bringt viel Reibung und hält einigen Zug. Damit mehr Reibung entsteht, macht man eine zweite Windung. Und damit man das Ende nicht immer festzuhalten braucht, macht man damit auf der anderen Seite eine dritte Windung (Halber Schlag) um die Trosse. Die Zugrichtung muss so gerichtet sein, dass die Leine gegen die zwei ersten Windungen gezogen wird. Bei starkem Zug oder einer glatten Oberfläche der Trosse kann die Zahl der Windungen erhöht werden.
Manchmal rutscht die zweite Windung über die erste drüber und beklemmt diese. Das kann auch gezielt so gemacht werden. Dadurch wird noch mehr Reibung erzeugt. Der Knoten lässt sich dann aber weniger gut verschieben.

Alternativen
* Bei senkrecht zur Trosse gerichtetem oder geringem Zug reicht der Webeleinenstek.
* Ist die Leine doppelt genommen oder zu einer Schlinge verknotet, eignet sich der Prusikknoten.

Abwandlungen
* Lässt man die zweite Windung weg, entsteht der Webeleinenstek.
* Macht man die dritte und eine weitere vierte Windung in gegenläufiger Drehrichtung, entsteht der Prusikknoten.
* Knüpft man den Stopperstek um dieselbe Leine, dann entsteht der Topsegelschotstek und bildet eine verstellbare, sich nicht zuziehende Schlinge.
* Nach oben erweitert um zwei Windungen und einmal zurückgesteck entsteht der Hitch #1740 Hitch-1740.JPG (im ABoK unter dieser Nummer, aber ohne Namen vermerkt)


Weblinks:
Der Stopperstek in Wikipedia
Knoten in Wikipedia
Liste der Knoten in Wikipedia
Ashley-Buch der Knoten in Wikipedia
Seglerknoten in Wikipedia
Klabautermanns Knotentafel

Fehlt ein wichtiges Link zum Thema? Link mitteilen

Links können sich ggf. ändern. Darauf haben wir leider keinen Einfluß. Sollten Sie ein totes Link entdecken, schreiben Sie uns bitte eine Mail zusammen mit der Adresse der Seite. Vielen Dank im Voraus!
Der Stopperstek Der Stopperstek Großbild klick!
Anleitung Stopperstek Anleitung Stopperstek Großbild klick!
Stopperstek auf Slip Stopperstek auf Slip Großbild klick!