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Windmühlen in Holland

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Letztes Update 06/2024
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Holland ist das Land der Windmühlen, an allen Ecken und Enden stehen sie und es gibt über tausend von ihnen. Sie gelten als das Wahrzeichen des Königreiches.

In der Geschichte der Energieumwandlung sind Windmühlen neben den mit Wasserkraft betriebenen Wassermühlen bis zur Erfindung der Motoren die ersten frühen Kraftmaschinen. Sie fanden Verwendung als Mahlmühle, als Ölmühle, zur Verarbeitung von Werkstoffen (etwa als Sägewerk) und als Pump- oder Schöpfwerk. Die klassische Windmühle mit rechteckigen, länglichen Flügeln ist in Europa sowohl im Flachland der nördlichen Regionen als auch an der Meeresküste in Griechenland verbreitet. Die heutigen Windkraftanlagen sind die Nachfolger der Windmühlen.
In einigen Regionen Asiens und Europas waren Windmühlen die leistungsstärksten Kraftmaschinen der vorindustriellen Zeit. Wichtig waren sie vor allem in trockenen und windreichen Gegenden wie z. B. dem Mittleren Osten, Griechenland und Portugal und im Flachland, wo Wasserräder nicht eingesetzt werden konnten, beispielsweise den Niederlanden, Dänemark und Teilen Englands. Zu diesen Regionen gehören auch das flache westliche Schleswig-Holstein und Teile des nördlichen Niedersachsen.

Der älteste Windmühlentyp in Europa ist die Bockwindmühle. Sie lässt sich seit dem 12. Jahrhundert in Europa nachweisen. Sie War vor allem im windreichen Norddeutschland anzutreffen. Daher bekam sie dort auch den Namen Deutsche Windmühle.
Bei der Bockwindmühle ist das ganze Gebäude drehbar auf einem Bock gelagert. Die Lagerung und alle Maschinenteile sind in Holz ausgeführt und brauchen ständige Wartung (Schmierung, Stabilitätskontrolle).
Da die komplette Mühle aus Holz konstruiert war, konnte sie abgebaut und an einem anderen Ort wieder aufgebaut werden. Das war besonders zu Kriegszeiten wichtig, aber auch wegen des immer größeren Flächenbedarfs der Städte durch den Bevölkerungszuwachs. Viele Windmühlen, die bis dato an einem guten Windplatz standen, wurden windlos, da die Bebauung in der Nähe zunahm und den Mühlen den Wind nahm. Demzufolge wurden viele Mühlen zerlegt und an windgünstigeren Standorten wieder aufgebaut.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde in den Niederlanden die Holländerwindmühle, auch Kappenwindmühle genannt, erfunden. Zumeist ist dieser Typ ein achteckiger (bis zwölfeckiger) hölzerner Bau auf einem soliden Fundament, bei dem nur die obere Kappe mit einem Steert (ein Balkensystem am Haubenende zum Vordrehen der Kappe) oder der Windrose drehbar ist.Sie erreichte eine wesentlich höhere Leistung (bis zu 30 kW).
Durch die wesentlich größere Bauhöhe der Holländerwindmühlen war es nicht mehr möglich, die Flügel bzw. den Steert zu erreichen. Deshalb wurde eine Art Balkon, eine umlaufende Galerie (ndl. stelling), um die Mühle angebracht, von der sowohl die Flügel als auch der Steert bedient werden konnten. Diese Typen werden als Galerieholländer bezeichnet.
Holländerwindmühlen leiten ihre Energie, bis auf ganz wenige Ausnahmen, mittels einer Königswelle in das Gebäude. Dazu sind die Flügel über die Flügelwelle bis hin zur senkrecht durch das Gebäude laufenden Königswelle eine Einheit und direkt über Getrieberäder verbunden. Dies kann im normal laufenden Betrieb nicht getrennt werden, so dass bei drehenden Flügeln die Energie im Gebäude von der drehenden Königswelle abgenommen und auf die angeschlossenen Maschinen verteilt werden kann.

Weblinks:
Bockswindmühle in Wikipedia
Holländerwindmühle in Wikipedia
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